Josef Felix Müller im Atelier, Februar 2020, Foto: Stefan Rohner

Freitag 2. Dezember: 

Mittwoch 30. November: In den letzten Tagen war ich noch beschäftigt mit den letzten Nachbearbeitungen der Buchmesse "volumes"... Ich hatte aber auch viel Zeit, an meinem aufwändigen Herbstbild weiter zu malen. Am Morgen wartete ich auf einen Bücher - Transport. Alles hat reibungslos geklappt. Das neu Werk heisst "musik machen" und vereint 33 Texte von Komponistinnen und Komponisten, die ihre Arbeitsweisen des Komponierens beschreiben, und wurde herausgegeben von Désirée Meister, Matthias Schmidt und Anja Wernicke, vom musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel und Gare du Nord, Bahnhof für neue Musik Basel. (Das Buch ist lieferbar ab 2023) 
Am Nachmittag arbeitete ich dann am "Herbstbild" weiter. Dieser aufwändige Herbst muss nun wirklich vor dem Winter fertig werden...

Sonntag 27. November: Ich bin früh aufgestanden, damit ich stressfrei nach Zürich fahren konnte. Der Messetag war für mich sehr gut. Es waren viele professionelle Besucherinnen und Besucher aus der Gestaltungs- und Kunstszene anwesend. Interessant ist, wie sich in immer kürzerer zeit die Zahlungsmethoden der Kundinnen und Kunden ändern. Bis vor fünf Jahren wurde nur bar bezahlt. Dann musste man ein Kreditkartengerät dabei haben, vor einigen Jahren begann der Trend mit Twint und in diesem Jahr war es so, dass sich die Meisten ihre ausgewählten Bücher direkt mit Rechnung nach Hause senden lassen wollten. Totaler Service, direkt nach Hause. Wer will schon mit einer Tüte voller Bücher in ein Restaurant, zu einem Rendevous oder in einen Club? 
Das war ein dichter Tag mit vielen Begegnungen und Überraschungen. Um halb sechs habe ich zusammengepackt um meinen Zug nach St. Gallen nicht zu verpassen. Ich war bepackt wie ein sizilianischer Esel. Bücher sind so schwer... ich habe aber alle Hürden gemeistert. Beim Überwinden der Bahnhoftreppe im St. Galler Bahnhof hatte ich Angst, dass die Achse meines Rollwagens  gebrochen ist... es ist dann aber alles gut gegangen. Zu Hause waren Freunde zu Gast und ich konnte das Kuttelessen zu später Stunde geniessen. 

Samstag 26. November: 2022: Ich bin um zehn Uhr aufgestanden, um mit meinem schweren Rolli rechtzeitig in Zürich zu sein für die Buchmesse "volumes". ich hatte alles gut vorbereitet, aber ich konnte ja nicht wissen, dass mein Bus auf der Strecke nicht mehr weiterfahren konnte wegen einer blockierten Türe. Ich musste aussteigen und den nächsten Bus zum Bahnhof nehmen. Beim Marktplatz war alles verstopft. Als ich dann, mit meinem schweren Bücherwagen beim Bahnhof war, hatte ich gerade noch drei Minuten Zeit, um ein Ticket zu lösen und auf den Bahnsteig zu rennen. Ich war fix und fertig. Nix mit Zeitung und nix mit Kaffee... Um 12 Uhr war ich in der Zentralwäscherei in Zürich und bereitete meinen Büchertisch vor. Zu meiner Überraschung war gleich neben mir Rolf Winnewisser platziert. Er präsentierte eine Auswahl von seinen kleinen, literarischen Heftchen. Ich habe Rolf schon lange nicht mehr gesehen. Es gab viel zu erzählen und auszutauschen. Ich habe von ihm im April 1986 die Vexer Publikation Nr. 5 mit dem Titel 18. 7. 1610 herausgegeben.

Hier eine kleine Kostprobe aus diesem Heft:

Der engel spielt die melodie

Von unten rechts über das weisse tuch

Das sich wie eine wendeltreppe im wind

Um den nackten engel emporschlauft

Locker bei der Hüfte

In den flügeln wieder aufgenommener klang

Gefasste flucht und losgelassene perspektive

 

Der Verkauf war heute eher mässig. Es läuft meistens ähnlich ab. Am ersten Tag kommen vor allem Studentinnen und Studenten, die kein Geld ausgeben können und viele Kulturschaffende, die einen Verlag für ihr geniales Werk suchen. Verkauft wird meistens wenig. 

Freitag 25. November: Ich arbeite täglich an meinem nie enden wollenden Herbstbild. Es ist sehr anstrengend. Monika kommt heute mit dem Zug von Berlin zurück. Bei ihrer Fahrt hat alles geklappt. Wir können nun gemeinsam in die Stadt fahren. Wir sind eingeladen im Baratella zu einem grossen Geburtstagsfest. Sehr angenehm, lustig und familiär. 

Donnerstag 24. November: Am Abend bin ich zum alljährlichen Freundesessen in die Kunsthalle gegangen. Ich habe mir vorab die Präsentation der Theaterarbeit von Milo Rau angeschaut. Milo Rau hat ja ein ausgeprägtes Gespür für brisante Themen. Da sind sehr eindrückliche Produktionen dabei. Giovanni Carmine hat dann später durch die Ausstellung geführt. Anschliessend gab es ein feines Essen, das von den Mitarbeitenden der Kunsthalle vorbereitet wurde. Ein spannender und unterhaltsamer Abend mit vielen guten Freundinnen und Freunden. Am Schluss des Abends wurde an die Freunde der Kunsthalle noch die sehr schöne Jahresedition von Ari Marcopoulos "Safiental", 2022 abgegeben. Ein räumlich inszenierter Feldblumenstrauss aus dem Safiental, den er im Sommer seiner Freundin geschenkt habe - oder so.

Dienstag 22. November: Theo, der Bruder von Monika macht heute seinen Abschlussvortrag als Leiter der Statistischen Amtes des Kantons St. Gallen. Ich werde mir das gerne anhören und dann direkt mit dem Postauto nach Freidorf fahren zur Körpertherapie... mir geht es wirklich gut...

Monika ist zur Zeit in Berlin, um Vera und Soan zu sehen.

Montag 21. November: In den letzten Tagen haben wir gut gekocht, viel gegessen, gute Weine getrunken, und viel diskutiert. Heute Morgen ist Hansjörg wieder zurück nach Biel gefahren. Wir werden in das nächste Mal in Biel treffen anlässlich der "edicion", die am 10. und 11. Dezember im Farelhaus stattfinden wird. Monika und ich werden dann am 10. Dezember unsere Geburtstage dort feiern.... und ich werde versuchen möglichst viele Bücher vom Vexer Verlag zu verkaufen.

In den letzten Tagen packte ich zwei riesige und schwere Schachteln voll mit all den Büchern, die ich an der Buchmesse Volumes in Zürich präsentieren will. Ich sende die Pakete jetzt schon nach Zürich. Mit dem Zug kann ich das alles nicht transportieren.

Freitag 18. November: Heute ist Hansjörg Bachmann bei uns eingetroffen. Er macht am Wochenende eine Präsentation im Museum of Emptiness. Die Eröffnung, das anschliessende Essen und die vielen Gespräche waren spannend. Am Sonntag habe ich mir alles noch einmal alleine und in grosser Ruhe angeschaut. Die sehr einfache Präsentation der eindrücklichen Fotos von Hansjörg, die alle in Japan entstanden sind hat mich sehr überzeugt. 

Donnerstag 17. November: Heute ist Milo Rau - Tag. Er wird mit dem grossen Kulturpreis der St.Galler Kulturstiftung ausgezeichnet. Vor einigen Jahren wollte auch die Kulturkommission der Stadt St. Gallen den Theatermacher mit dem Städtischen Kulturpreis ehren. Der Stadtrat hat damals eine Preisvergabe an Milo Rau abgelehnt mit der Begründung, Milo Rau habe in der Stadt zu wenig kulturelle Spuren hinterlassen. Na ja - wer die Arbeit von Milo Rau kennt, wusste, dass sich der international gefeierte Theatermacher für die damalige Ablehnung des Stadtrats rächen würde. Er setzt sich nun mit seinem Preisgeld dafür ein, dass die Mumie Schepenese, die seit sehr langer Zeit in der Stiftsbibliothek ausgestellt wird, wieder in ihre Heimat zurück spediert wird. 

Heute Nachmittag wurde auf dem Klosterplatz ein Ritual veranstaltet, um die Rückführung zu propagieren und einzuleiten. Auf einem grossen weiss gestrichenen Leiterwagen wurde dann in einem  symbolischen  Pilgerzug die Kunstmumie zur Lockremise gefahren. Dort fand dann eine eher mässig interessante Podiumsdiskussion statt. Schade, eine fundierte Diskussion hätte viele Aspekte klären können. Ich habe die Petition auch unterzeichnet, weil ich der Meinung bin, dass es keinen Grund gibt in der Stiftsbibliothek St. Gallen eine Mumie als Publikumsmagnet zu präsentieren. 

Nach der Preisverleihung wurde dann der weisse Wagen zur Kunsthalle gefahren. Milo rau präsentiert dort einen Querschnitt aus seinem Theaterschaffen. Ich habe dann aber auf diesen Auflauf verzichtet, weil es sehr stark zu regnen begann. ich schaue mir die Präsentation lieber in Ruhe an.

Mittwoch 16. November: Ich habe den ganzen Tag an meinem Herbstbild gearbeitet und am Abend fuhr ich zum Kunstmuseum. Zuerst schaute ich mir die neue Ausstellung von Alexander Hahn an. Seine Video-arbeiten sind spannend, technisch anspruchsvoll und inhaltlich sehr gehaltvoll. Anschliessend besuchte ich eine Veranstaltung im Kunstmuseum. Ein Gespräch mit dem Kurator der Ausstellung "Perfect Love" Samuel Reller und dem  Musiker und Sammler Felix Falkner. Das Gespräch verlief sehr lebendig. Roland Wäspe war auch dabei und ein spannendes und interessiertes Publikum stellte sehr viele Fragen. Von mir wird in dieser Ausstellung ein grosses liegendes Paar gezeigt, das ich 1987 für meine Einzelausstellung "in der Galerie Deweer in Belgien präsentiert habe und die von Felix Falkner vor einiger Zeit angekauft worden ist. Die Skulptur wurde 1987 auch im Kunsthaus Zürich gezeigt in der Ausstellung "Stiller Nachmittag". Der Abend hat richtig Spass gemacht und ich habe wieder viele neue Aspekte aus der Kunstgeschichte vermittelt bekommen. 

Dienstag 14. November: Gestern habe ich Ronald, Felizitas, Stöcker Seelig und Fritz Hauser spontan zum Morgenessen eingeladen. Annette und Christian haben bei uns geschlafen und Fritz bei Ronald. Die Idee eines gemeinsamen Frühstücks war sehr gut. Wir hatten viel Zeit, den gestrigen Abend zu diskutieren. Die drei Akteure hatten viel zu erzählen über das sehr spannende Konzert und ihre Zusammenarbeit. Monika und ich haben für dieses musikalische Projekt auch unsere Herztöne  aufnehmen lassen in Basel. Die Soundinstallation war eindrücklich. Die Töne wurden über mehrere im Raum aufgebaute Lautsprecher abgespielt und die Gäste bewegten sich sehr konzentriert in diesen Klangwelten, die an jedem Standort wieder anders wahrnehmbar waren. 

Als Schlusspunkt spiele Fritz Hauser ein eindrückliches Solo- Trommelkonzert. Ja und nun hatten wir Zeit, alles noch einmal zu reflektieren...

Montag 14. November: Heute Abend gibt es ein Konzert in der Loft an der Rosengartenstrasse. Aufgeführt wird das Herztöne-Konzert von Stöcker - Seelig und Fritz Hauser wird ein Solo - Schlagzeugkonzert geben. 

Sonntag 13. November: Die letzten Tage waren sehr lustig. Ich habe viel Musik gemacht mit Soahn und wir haben auch viel gezeichnet und im Garten gespielt. Nun ist wieder Ruhe im Haus...

Donnerstag 9. November. Vera ist am Dienstag mit Soan in Zürich Kloten eingetroffen und wir haben die beiden mit dem Zug abgeholt. das war alles sehr unterhaltsam und lustig. Heute machen wir mit unserem Enkel einen Ausflug auf den Kronberg. Vera hat einige Termine in Zürich. Wir fuhren mit dem Auto nach Jakobsbad und dann mit der Seilbahn zum Gipfel. Im Bergrestaurant spielten drei ältere Appenzeller lüpfige Musik mit Hackbrett, Bassgeige, Handorgel und Gesang. Soan hätte am liebsten mitgespielt. Anschliessend bestaunten wir draussen viele ältere Herren, die ihre Gleitschirme vorbereiteten für ihre bevorstehenden Flüge. Das brauchte etwas Geduld, denn die Windverhältnisse waren nicht optimal. 

Am Abend verzichteten wir auf weitere Aktivitäten. An der Rorschacherstrasse wäre eine Eröffnung mit Prisca Oehler und in der Hauptpost werden die schönsten Schweizerbücher präsentiert. 

Montag 7. November: Die letzten drei Tage in Frauenfeld waren sehr abwechslungsreich. Ich habe viele Bekannte getroffen, interessante Gespräche geführt und viele interessante Menschen kennengelernt. Heute mache ich die ganze Aufarbeitung, Pakete versenden, Adressen bearbeiten und Bücher versenden, die bestellt worden sind. Ich freue mich auch wieder an meinem Herbstbild weiter zu malen...und natürlich auf Vera und auf unseren Enkel Soan. Am Abend gibt es wieder Spagetti bei Ronald Rentsch und Felizitas, mit vielen Gästen.

Sonntag 6. November: Ich mache mich wieder auf den Weg nach Frauenfeld. Die Buch - und - Druckkunst-Messe dauert heute von11 Uhr bis 16 Uhr und findet im Eisenwerk in Frauenfeld statt. Es gibt viel zu entdecken.

Die letzten zwei Tage waren sehr anstrengen aber auch sehr erfolgreich. Ich freue mich auch heute auf viele spannende Begegnungen.

Donnerstag 3. November: Heute habe ich mich den ganzen Tag vorbereitet für die Buch und  Kunstdruckmesse in Frauenfeld. Ich versuchte eine möglichst  spannende Auswahl von unseren Vexer Büchern zusammenzustellen.  

Mittwoch 2. November: Wir sind am Morgen früh losgefahren nach Jlanz, um mein Cusine und meine Gotte zu besuchen, die dort im Kloster leben. Am Nachmittag machten wir auf der Rückfahrt einen Halt in Chur. Wir wollten unbedingt die Installation "Venedigsche Sterne" sehen, bei der Norbert Möslang mit Alltagsgeräuschen den Sound gemacht hat. Seinen Sound fand ich spannender wie die Rekonstruktion des historischen Saales... Im Untergeschoss werden spannende, gestickte Werke aus Graubünden und aus der Kunstwelt präsentiert. Eine wirklich tolle Ausstellung mit vielen entdeckenswerten Arbeiten.

Dienstag 1. November: Am Abend besuchte ich das Konzert von Dionys und seiner Band im schwarzen Engel. Das war ein richtig toller Abend, mit interessanten Gästen.

Montag 31. Oktober: Um dem Trubel von Halloween zu entkommen, haben sich Fredi und Menga bei uns zum Raclette Essen eingeladen. Ich habe ein schönes Feuer gemacht und alles vorbereitet. Wir hatten bei unserem geschützten Platz einen sehr lustigen und gemütlichen Abend. Ein einziges Kind hat uns dann doch noch besucht und um Süsses oder Saures gebeten. Ich weiss gar nicht mehr ob wir ihm dann eine Kartoffel angeboten haben...

Sonntag 30. Oktober: am Nachmittag feierte meine Schwester Ursula ihren Geburtstag. Wir sind mit der Bahn bis nach Gais gefahren und haben dann einen schönen Spaziergang zu Ursula gemacht. Auf dem Weg sind uns mehrere Katzen begegnet, die alle eine Maus gefangen hatten, und die ihre Beute stolz präsentierten. Ich weiss nicht, ob da ein Mäusefangwettbewerb stattgefunden hat.

Der Nachmittag bei Ursula und Martin war sehr lustig. Es wurden viele witzige Geschichten erzählt, auch solche, die ich noch nicht kannte... 

Ja drei Geburtstage hintereinander war nun etwas viel aber der Wissenstransfer war toll...

Drei Geburtstagsfeiern in zwei Tagen war jetzt wirklich sehr dicht an unterschiedlichen Emotionen, Überraschungen und Erinnerungen.

Samstag 29. Oktober: gestern Abend haben wir ein überwältigendes Konzert von Alfons Zwicker im Zeughaus Teufen miterlebt. Eine dichte und komplizierte Klangwelt, die auf eindrückliche Weise interpretiert worden ist.

Heute hatten wir einiges vor. Am frühen Nachmittag besuchten wir den Tag der offenen Tür von der neuen Institution "Meter" im Lachenquartier an der Ulmenstrasse 5. Eine Gruppe von jungen, kreativen Menschen hat grosse Arbeitsräume eröffnet, die frei benutzt werden können. Dazu gehören auch viele Maschinen und Werkzeuge, ein grosses Materiallager etc. Präsidiert wird der Verein von der jungen Künstlerin Lea Giezendanner.

Nach dieser fulminanten Eröffnungsfeier sind wir an die Felsenstrasse gewandert, zu unserem alten Freund This Saxer, der seinen Geburtstag feierte. Anschliessend stand noch der Geburtstag von Fredi Altherr auf dem Programm. Ein fulminanter und wunderbarer Festtag.

Dienstag 25. Oktober: Heute wurde die neuste Publikation geliefert. Freundinnen und Freunde von Bernhard Huwiler haben zum Gedenken an den verstorbenen Künstler ein sehr schönes Buch gemacht unter der Projektleitung von Renéé Magana und Marina Porobic, mit Zeichnungen von Gregor Gilg und Texten von Bernhard Bischoff, Marina Porobic, Nika Spalinger, Konrad Tobler und Julie von Wegen.

Sonntag 23. Oktober: Diese Woche war sehr emotional. Am Mittwoch reiste Vera von Berlin nach St. Gallen, um am Freitag an der Abschiedszeremonie ihres Grossvaters teilzunehmen zu können. Monika und ihre Geschwister haben eine sehr persönliche Feier organisiert, die auf Wunsch von Arthur ohne Pfarrer auf dem Friedhof von Kriessern stattfand. Mit ganz persönlichen Gedanken haben Monika, Theo und Andre den Trauernden das Leben und das Empfinden ihres Vaters vermittelt. Der Saxophonist Peter Lenzin hat live eine sehr einfühlsame und berührende Musikbegleitung dargeboten. Nach der Trauerfeier begaben sich die Familie und die Gäste ins Restaurant Sternen zum Mittagessen. Am Samstag trafen sich dann alle Geschwister mit Partnerinnen und Partnern bei Ruth und Andre zum Abendessen. Ein sehr bewegendes Wochenende.

Montag 17. Oktober: Seit einigen Wochen versuche ich nach einer fast zwei Jahre dauernden Pause, mein extrem aufwändiges Herbstbild fertig zu malen. Das Bild ist sehr detailreich und das Thema Herbst passt zu meinem aktuellen Lebensabschnitt. Das macht es nicht einfach. Beim Malen schaut mich unentwegt ein überdimensionales Gesicht an, das sich in diesem Herbstwald verbirgt und das mir dauernd irgendwelche Geheimnisse und Gedanken zu vermitteln versucht. Es ist wirklich sehr anstrengend und für mich immer noch unergründlich dicht.

Sonntag 16. Oktober: An diesem Wochenende waren wir eingeladen zum sechzigsten Geburtstag von meinem Bruder Patrick. Wir logierten im Hotel Renti in Hasliberg. Nach einer sehr schönen Wanderung gab es ein wunderbares Nachtessen und anschliessen viel Tanz und Musik. Es war sehr schön, wieder einmal "fast" alle meine Brüder und Schwestern und ihre Freunde zu treffen und wieder einmal richtig abzutanzen.

Donnerstag 13. Oktober: Am Abend besuchten wir die Ausstellungseröffnungen im Hiltibold von Marion Ritzmann und von Anna Diel. Beim abstrakten Bild von Marion hat sich in einem Winkel der geometrischen Bildstruktur eine Mücke niedergelassen und durch die Transparenz der Flügel eine überraschende Sinnlichkeit erzeugt. Anna zeigt eine Malerei mit dem Bildmotiv einer Daumenschraube - ein fürchterliches Bestrafungsinstrument aus dem Mittelalter. 

Mittwoch 12. Oktober: Heute Mittag ist der Vater von Monika gestorben. Ein trauriger Tag.

Am Abend besuchten wir in der Kirche St. Laurenzen das Konzert des legendären Klarinettisten Giora Feidmann and Friends. Ich glaube das hätte Arthur auch gefallen.

Dienstag 11. Oktober: Am Morgen kurz nach sieben Uhr wurde mit einem grossen Lastwagen Kies und Erde geliefert. Durch die Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück ist unsere Stützmauer und die Strasse abgesackt. Die Strasse ist nun neu geteert worden. Beim Abschluss werde ich nun den Flickschotter und die Erde einarbeiten.

Samstag 8. Oktober: Heute treffe ich Vera in Zürich anlässlich der Buchvernissage von Nicole Zachmann und Judith Keller in der Galerie Kupper Modern. Zusammen mit Vera haben wir alles vorbereitet und hatten dann auch Zeit uns auszutauschen. Vera bearbeitet sehr viele spannende Buchprojekte in Berlin. Auch das sehr schöne Buch von Judith und Nicole, mit dem Titel: "DAS RAMPONIERTE VERTAUEN" hat sie betreut. Wir sehen uns leider nicht so oft und müssen vieles per Telefon aus Distanz besprechen. Aber die Zusammenarbeit klappt wunderbar.

Der Abend war sehr anregend und Judith hat eine sehr schöne Performance gemacht. Sie hat ihre kurzen Texte aus dem Buch auf schmale Prapierstreifen ausgedruckt, spontan vorgelesen und dann die Zettel auf den Boden fallen lassen. Gedanken, Empfindungen, Einsichten, Erlebtes, Erwünschtes und Verpasstes flog durch die Luft.

Es war sehr schön, an diesem Abend so viele Bekannte und Freunde zu treffen... und den grosszügigen Gastgeber A.C. Kupper kennen zu lernen.

Freitag 7. Oktober: Um 13 Uhr erwartete ich einen Brennholztransport von einer befreundeten Bauernfamilie aus Dicken. Es hat alles wunderbar geklappt. In rund zwei Stunden war das Holz verstaut. Der Winter kann kommen... 

Donnerstag 5. Oktober: In den letzten Wochen habe ich sehr viel im Garten gearbeitet. Ich habe alles ältere Brennholz umgeschichtet und hinter dem Haus, beim Geräteschuppen untergebracht. Wir werden in diesem Winter vermehrt mit Holz heizen und kochen. 

Mittwoch 4. Oktober: Heute hatte ich einen Zahnarzttermin bei Marco Stefani. Es ist alles gut und schmerzlos gegangen. 

Sonntag 2. Oktober: Heute um 17 Uhr begann das Konzert von Felix Falkner. Er hat ein wunderbares Stück komponiert für einen Chor und einen Tubaspieler zu Ehren von Joseph Kopf. Das Konzert war grossartig, inmitten der Ausstellung in der Lockremiese von On Kawara und der Familie Signer. Wirklich toll.

Freitag 30. September: Am Abend war ich eingeladen zu meinem Abschiedsessen als visarte Präsident. Wir assen im Münsterhöfli, in der Nähe vom Paradeplatz. Das Essen und die Stimmung war sehr gut. Ich werde meine visarte Kolleginnen und Kollegen vermissen. 

Mittwoch 28. September: heute war ich seit langer Zeit wieder einmal in der Physiotherapie bei Theresa in Berg. Ich stehe ziemlich schief in der Landschaft seit meinem Sturtz von der Leiter und dem Rippenbruch...  

Montag 26. September: Heute machten wir einen langen Besuch bei den Eltern von Monika in Kriessern. Wir haben dabei geholfen, einiges im Haus umzustellen, damit der Alltag für Arthur und Claire etwas einfacher bewältigt werden kann. Die Spitex wird bei der Pflege von Arthur mithelfen. 

Dienstag 20. September: Heute morgen bin ich nach Zürich gefahren für ein Abschlussgespräch mit der Geschäftsführerin Regine Helbling von visarte Schweiz. Ich habe acht Jahre als Präsident mitgearbeitet und wir haben zusammen mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle einiges erreichen können. Die Corona Pandemie hat brutal aufgezeigt, wie wichtig dass funktionierende Kulturverbände in solchen Krisenzeiten sind. Nun bin ich sehr froh und fühle mich entlastet. Ich freue mich auf neue Projekte...

Sonntag 18. September: Nach einem ruhigen Sonntag spazierten wir am Nachmittag in die Stadt. Richard Butz organisierte ein Konzert mit Peter Waters als Gedenkanlass zum 2021verstorbenen Fred Kurer. Das war eine absolute Wucht.

Samstag 17. September: Am Nachmittag besuchten wir die "Giraffenhochzeit", eine neue Ausstellung von Leila Bock im Lachenquartier. In einem ehemaligen Hochzeitskleiderladen wird eine Gruppenausstellung mit eindrücklichen Werken, vorwiegend installierte Malerei präsentiert.

Anschliessend habe wir uns im kleinen, sehr schönen Park an der Dürrenmattstrasse eine Serie von Filmen angeschaut. Ich habe Ende der 70er Jahre, gleich um die Ecke, an der Zürcherstrasse 55 im obersten Stockwerk als Textildessigner gearbeitet. Wir hatten damals ein Atelier mit sehr vielen freien Mitarbeiterinnen, um Textilentwürfe für die ganze Welt zu erarbeiten. Unser Hauptmarkt war Japan. das war eine tolle Zeit. Studio Graf und Müller AG war ein Begriff...ich wurde 1979 Vater von unserer Tochter Vera und ich beschloss Künstler zu werden und gründete gleich auch eine Galerie an der Zürcherstrasse 22. Die St. Galerie...

Freitag 16. September: Ich habe den ganzen Tag gemalt und am Abend besuchten wir die Vernissage von Grace Schwind im Kunstmuseum. Am meisten beeindruckt haben mich der goldbronzene, lebensechte Bodybildner, der auf einem Podest im Oberlichtsaal unentwegt seine Körperübungen aufführte und seinen Body als Livekunstwerk zur Schau stellte. Ebenso eindrücklich war die Schlagzeugerin, die auf einer grossen Schaubühne am Rande ihre "Stöcke" schwang, um den ausgestellten, im Sitterwerk geschaffenen Werken, musikalisch eine neue Dimension zu verleihen. 

Als Abschluss besuchten wir auf dem Heimweg noch die Vernissage im Ausstellungsraum von Felix Boekamp an der Rorschacherstrasse. Seine ehemalige Professorin, Künstlerin und Musikerin  Michaela Meliàn zeigt eine eindrückliche Werkpräsentation.  

Donnerstag 15. September: Am Abend war eine Lesung in der Militärkantine angesagt mit Christoph Keller und seinem Buch "Jeder Krüppel ein Superheld", das nun neu auch auf Englisch erschienen ist. Wir haben viele Freundinnen und Freunde aus der Polit-, Kultur- und Litheraturszene angetroffen.  Ein starker Abend mit Dorothe Elmiger, Felix Weber und vielen mehr... ich muss nun endlich Christoph besuchen, um das unbekannte Coghuf-Wandbild anzuschaeuen, das vor vielen Jahren am Rosenberg entstanden ist...

Mittwoch 14. September: Ich bin früh aufgestanden. Um 8.15 Uhr war ich verabredet in der Klinik Rehburg. Zwei junge Arztgehilfinnen kümmerten sich um mich. Sie mussten mir Blut abnehmen für einen fälligen Gesundheits Chek-Up. 

Am Abend hatten wir Besuch von Felicitas und Ronald. Monika hat sehr fein gekocht, die Gespräche waren sehr anregend und der Abend wunderbar unterhaltsam. 

Dienstag 13. September: Um 11 Uhr war ich verabredet mit Barbara Hee und ihrem Lebenspartner. Sie hat für den Vexer Verlag das sehr schöne Buch " SEE YOU LUZZILUNSEA" gemacht, das von Krispin Hee in Berlin gestaltet wurde. Wir haben uns sehr lange nicht mehr gesehen und es gab viel zu erzählen. Wir haben Mitte der siebziger Jahre zusammen in einem Textilatelier in Niederteufen gearbeitet. Das Atelier Ernesto Fick war damals eine sehr gute Adresse für Textilentwürfe.

Am Abend besuchte ich zusammen mit Monika die Filmpremiere des Films "Mahatah - Side Stories from Main Stations" (Kairo und Zürich). Ich habe mich sehr gefreut endlich wieder einmal Sandra Gysi und Ahmed Abdel Mohsen zu sehen. Ich kenne die beiden Filmemacher seit 2015. Sie haben damals einen eindrücklichen Dokumentarfilm über das Stadtmuseum Aarau gedreht, das von Diener und Diener Architekten in Zusammenarbeit mit Martin Steinmann geplant wurde. Ich konnte dort für die Gebäudefassade mein grösstes Kunst am Bau-Werk realisieren. Ich verarbeitete das Holz des Mammutstammes für 124 in Holzplatten geschnittene Menschenfiguren, die dann in Beton gegossen wurden und nun als Reliefs die gesammte Fassade des Stadtmuseums bevölkern. 

Sonntag 11. September: Heute sind wir früh losgefahren in die Flumserberge. Ich habe 2018 eine Arbeit gemacht für eine Ausstellung, die Johannes Hedinger mit einem grossen Team geplant hat zum Sardona Weltkulturerbe Sardona. Ich realisierte für die Ausstellung das "Gästebuch Planet Erde," das dann den ganzen Sommer 2018 in der Spitzmeilenhütte auf einem kleinen Tisch lag und von den Gästen rege benutzt wurde für das Niederschreiben und Aufzeichnen ihrer Erlebnisse am und auf dem Berg. Vor zwei Wochen habe ich den ganzen Buchinhalt in der Drehscheibe in St.Gallen scannen lassen. Nun machen wir eine Wanderung zur Spitzmeilenhütte, um das Gästebuch dem "Hüttenwartteam" zu übergeben. 

Das Wochenende war sehr eindrücklich und erholsam. Am Montag sind wir auf einem Höhenweg zurückgewandert zur Bergbahnstation. Unterwegs hatten wir eine imposante Sicht bis nach Zürich und zuallerhinterst sah man den dampfenden Schlot eines Atomkraftwerks. Ich denke es war Betznau... ?
Monika ist dann auf meinen Wunsch mit dem Auto über Land, der Hauptstrasse nach bis Werdenberg gefahren. Ich wollte unbedingt wieder einmal das Schloss und den See anschauen. Ich war als Kind in den sechziger Jahren einmal dort an einem Sonntagsausflug mit der Familie Wolgensinger. In meiner Erinnerung war da ganz verschwommen ein trüber Weiher, einige Enten und ein uraltes Schloss.

Heute ist der Ort ein sehr schön herausgeputztes, denkmalgeschütztes Ensemble, das rege für Kultur- anlässe und Hochzeiten genutzt wird. Die Menschen und die Enten freuts.

Donnerstag 8. September: Ich bin viel im Atelier, schaue, staune und geniesse das Herumliegende und Herumstehende. Ich bewege immer wieder einige Werke, um die Stimmung im Raum ganz leicht zu verändern. Mir scheint, dass das auch meine Arbeiten lieben. Die Skulpturen wollen ja nicht monatelang in die gleiche Richtung schauen...ich habe in den letzten Monaten auch das ganze Bücherlager neu organisiert, den Inhalt meiner Grafikschränke geordnet und vieles aussortiert. Notwendig wurden diese Arbeiten auch vom Nachfragen des Versicherungsspezialisten. Er wollte eine bereinigte Bestandesaufnahme von all meinen Werken, den Büchern und von unserer Sammlung. Nun bin ich sehr erleichtert über diese Bereinigung und Klärung. Am Nachmittag hat mich Christian Seelig besucht. Wir haben uns gemeinsam meine Werkschau bei Ronald Rentsch angeschaut. Christian ist ganz in der Nähe aufgewachsen und konnte mir viele Geschichten aus dem Quartier-Leben in den sechziger Jahren erzählen. Das scheint alles sehr viel wilder gewesen zu sein wie heute. Eigentlich wollte ich dann mit ihm zusammen die neue Leila Bock Ausstellung im Lachen-quartier anschauen. Ich fühlte mich dann aber zu erschöpft und zu erfüllt, um mich nach dem langen Tag noch unter die Kunstszene zu mischen.

Mittwoch 7. September: Am Vormittag erledigte ich viele Buchbestellungen. Unsre Internetshop vom Vexer Verlag funktioniert sehr gut und löst viele Bestellungen aus. Um 12 Uhr bin ich mit dem Bus in die Stadt gefahren. Ich hatte um 12.30 Uhr einen Termin bei Simone Fürer für einen kräftigen  Haarschnitt. Das war schon lange fällig. 

Dienstag 6. September: Gestern erlebten wir einmal mehr einen sehr schönen und unterhaltsamen Abend in der Loft von Ronny und Felizitas. Meine Werke lösen bei den Gästen viele Fragen aus, die ich teilweise selber nicht schlüssig beantworten kann... Es wurde ziemlich spät und heute Morgen habe ich bis elf Uhr tief geschlafen. Das konnte ich schon lange nicht mehr. Als ich meine Mails durchgesehen habe, war ich sehr glücklich über die neusten Fotos, von meinem Kunst am Bau Projekt, "Säulen für ein Haus", das nun in Basel vollendet worden ist. Ich bin erleichtert und sehr glücklich, dass alles geklappt hat und freue mich schon auf die Einweihung von diesem Wohnhaus mit allen zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern.  

Heute wurde ich schon wieder belohnt. Christina Waidelich, die Tochter des Holzschneiders Ruedi Peter, den ich schon als sechzehnjähriger Stickereientwerfer-Lehrling bewundert habe, brachte mir einige Xylon Mappen, die mir noch gefehlt haben. Nun habe ich einen kompletten Satz aller Xylon Zeitschriften.  

Montag 5. September: Heute Morgen trafen zwei Maurer von der BAUARGE ein. Sie werden in den nächsten Tagen unsere Treppe sanieren und einige kleine Maurerarbeiten rund um unser Haus ausführen. 

Sonntag 4. September: Wir besuchten den Jubiläumsanlass im Bücherladen Appenzell, mit einer  Lesung und einem Gespräch von Ludwig Hasler und Samantha Zaugg zu ihrem gemeinsamen Projekt "Jung und Alt". Der Anlass war in jeder Hinsicht sehr erfrischend. Wir haben viele Freunde getroffen. Unter Anderem auch Ursi, die uns dann spontan in ihr wunderschönes Bauernhaus in Schwende eingeladen hat. Ein guter Tag, sonnenklar aber leicht benebelt fühlte ich mich dann doch, nach den andauernden Festlichkeiten....

Samstag 3. September: Ein grossartiges Geburtstagsfest im Sitterwerk. Paul Rechsteiner und Norbert Möslang feierten ihre 70-zigsten Geburtstage. Das war ein wirklich schönes und unterhaltsames Fest, mit vielen gemeinsamen Freundinnen und Freunden aus Politik, Wissenschaft, Kunst, und Kultur. 

Restwoche 35: .... am Mittwoch gemeinsam nach Konstanz, Monika am Donnerstag ins Landesmuseum und am Freitag kommt Eri zu uns...

Montag 29. August: Termin mit dem Versicherungsspezialisten - viel Gartenarbeit - kompostieren - jäten - umgraben und pflanzen. (Heute: Zwiebeln, Spinat und Knoblauch...)

Samstag 27. August: Das aussergewöhnliche Familientreffen gestern Abend war sehr lustig und voller Überraschungen. Heute Morgen habe ich Annemarie abgeholt und wir genossen dann bei uns ein gemütliches Frühstück. Ich staune immer wieder, wie vielfältig und verästelt unsere Familiengeschichten sind. Bäurisch, ländlich und katholisch, mit allen Facetten die das Leben bieten kann... - oder eben auch nicht. 

Freitag 26. August: Heute Nachmittag hohle ich meine Cousine Annemarie beim Bahnhof ab. Wir sehen uns nicht sehr oft aber die Begegnungen sind immer sehr angenehm und spannend. Am Abend treffen wir dann die Cousine meines Vaters. Ruth ist 90 Jahre alt und wohnt mit einem Teil ihrer  Familie in unserem Quartier. 

Sonntag 21. August: heute sind viele von unseren liebsten Nachbarn zu uns in den Garten gekommen. Alle haben feines Essen und Grillgut mitgebracht. Das ergab eine sehr vielseitige Tafel. Ein sehr schöner und friedlicher Sonntagnachmittag mit interessanten Menschen aus der nächsten Umgebung. In unserem Quartier wird sehr viel gebaut. Das wird Veränderungen mit sich bringen. Wir sind sehr optimistisch und hoffen, dass das Quartier dadurch auch aufgewertet werden wird.   

Samstag 20. August: Die Woche war sehr intensiv. Viele Familienthemen und gute Gespräche zur Zukunftsgestaltung..

Dienstag 16. August: Gegen Abend erwarten wir Vera. Es gibt so viel zu berichten, zu besprechen und zu entscheiden.

Freitag 12. August: Ein wunderbarer Tag für ein Sommerfest mit guten Freunden auf den Hügeln des Appenzellerlandes. Alles vom Feinsten aus Küche und Keller, im Glas und auf dem Teller. Das viele erzählen und Lachen war richtig gesundheitsfördernd. Meine ramponierte Rippe hat das alles sehr gut ausgehalten. 

Donnerstag 11. August: In den letzten Wochen und Monaten war ich sehr stark beschäftigt mit der Reorganisation unseres Bücherlagers, der Bibliothek, unserer Sammlung und von meinem Archiv. Die Versicherung wollte genauere Angaben, was es wirklich zu versichern gibt. Mit Kunst und mit Büchern ist das gar nicht so einfach. Nun habe ich aber eine lange Liste zusammengestellt mit pauschalen Angaben zu den einzelnen Werkblöcken. Das Ordnen und Begutachten war für mich sehr anstrengend aber auch spannend. Ich habe vieles wieder entdeckt von den 70er Jahren bis heute...

Mittwoch 10. August. Heute hatten wir Besuch von Petra Ronner und Peter Schweiger. Wir haben sie abgeholt bei der Bushaltestelle im Krontal und sind dann an die Rosengartenstrasse spaziert, um meine Werkinstallation zu besichtigen, die ich dort in einer Loft von Freunden aufgebaut habe. Ein wunderbar gekühlter Weisswein steht bei jedem Besuch schon im Kühlschrank bereit. 

Wir haben dann bei uns zu Hause gekocht und wunderbar gegessen. Es gab sehr viel zu erzählen und zu hören über Ferienerlebnisse, Reisen, Kulturanlässe und viel privates. Ein wunderbarer Abend.

Dienstag 9. August: Nach einem ziemlich anstrengenden Aufräum- und Lagerorganisationstag in meinem Atelier habe ich um 17 Uhr zusammen mit Monika meine grosse, rote Träne abgeholt beim Hiltibold. Die Träne, die ich mit der Motorsäge aus Pappelholz gefräst und rot bemalt habe, hängt nun wieder in meinem Atelier. Diese Trauerarbeit entstand aus Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. 

Montag 8. August: Um 9 Uhr hatte ich eine Besprechung mit einem Bauspezialisten. Wir müssen die Treppe beim Haus A restaurieren und erneuern. Im Moment wird rund um uns herum gebaut. Da können wir auch etwas Lärm veranstalten.

Sonntag 7. August: Ein wunderbares Frühstück bei Eveline und Ralph... und am Nachmittag machten wir einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang.

Samstag 6. August, Am Morgen um 10 Uhr holten wir Menga und Fredi im Stephanshorn ab, um gemeinsam ins Rheintal zu fahren. Die Familie von Monika hat schon seit den 70er Jahren einen schönen "Blätz" Land im Schollenriet, zwischen Kriessern und Montlingen. Monika schwärmt immer von diesem Ort und Fredi und Menga wollten sich das gerne mal anschauen. Wir fuhren gemeinsam dahin und machten einen langen Spaziergang im Riet, bis zur Schollenmühle, die schon vor vielen Jahren zu einem sehr schönen und informativen Museum hergerichtet wurde. Der Verein pro Riet ist sehr aktiv und hat erreicht, dass in den letzten Jahren viel für den Naturschutz in dieser Region erreicht wurde. Wir haben einige Störche gesehen, den Aussichtsturm bestiegen und den Baggersee bestaunt... das war ein guter Tag.

Freitag 5. August: Am Morgen bin ich zusammen mit Monika in die Stadt gefahren, zum Bauernmarkt. Wir haben viele Setzlinge gekauft, die ich dann zu Hause gepflanzt habe. In meinem grossen Hochbeet auf dem Kiesplatz vor unserem Haus wächst nun viel Lauch und grosse Kohlsorten. Die Schnecken werden sich freuen und ich muss aufpassen, dass auch für uns etwas vom Gemüse übrigbleibt. 

Dienstag 2. August: Gestern Abend fand wieder ein Essen an der Rosengartenstrasse statt, wo meine Arbeiten bis Ende Jahr präsentiert werden. Immer am ersten Montag im Monat organisiert Ronald ein Essen mit geladenen Gästen in seiner Loft. Das sind sehr unterhaltsame und entspannte Treffen mit interessanten Menschen aus ganz unterschiedlichen Kreisen. Heute hatte ich die Gelegenheit, mit dem Landschaftsgärtner Tobias Pauli zu reden. Sein Vater war der Künstler Fritz Eduard Pauli. Ein total unterschätzter Maler und Radierer. Mir gegenüber sass Yvette Sànchez. Das war sehr lustig. Wir kennen uns schon seit den frühen 80er Jahren und haben viele gemeinsame Freunde aus Basel. Neben mir sass Anita Zimmermann. Sie hat schon wieder ein Projekt im Kopf und möchte von mir einen "Schnörkel- Vortrag" für eine Veranstaltung im Krügerpark im Lachen-Quartier. Die Krügerstrasse wurde im Jahr 2009 umbenannt in Dürrenmattstrasse. Linke Politikerinnen und Politiker haben damals die Diskussion um die Apartheit und das Unrechts-Regime in Südafrika geführt und damit erreicht, dass die Krügerstrasse umbenannt worden ist. Hans Fässler war und ist ein wichtiger politischer Kämpfer für die Menschenrechte.

Montag 1. August: Das Wochenende haben wir bei unseren Freunden Susi und Hugo am Sempachersee verbracht und dabei auch wieder einmal Hanna getroffen. Es war wunderschön. Spazieren durch die Wälder, Baden im See, gutes Essen, toller Wen und eine beeindruckende Schiffsfahrt mit Sonnenuntergang. Heute Nachmittag sind wir gut erholt wieder zurück nach St. Gallen gefahren. 

Mittwoch 27. Juli: Mein Rippenbruch hat meine Aktivitäten ziemlich heruntergefahren. Ich muss alles etwas langsamer angehen, insbesondere die Gartenarbeit. Das ist gar nicht so einfach. Langsam Äste aus der Hecke schneiden, langsam Schnecken einsammeln, langsam Beeren pflücken... langsam geht mir alles Langsame auf die Nerven.

Montag 25. Juli: Um 10.15 war ich verabredet mit der Architektin Eva - Maria Simon von Diener und Diener Architekten. Ich arbeite schon lange an einem Kunst am Bau Projekt für ein Wohnhaus in Basel. Das Projekt heisst "Säulen für ein Haus". Nun fahren wir gemeinsam nach Tal, um den aktuellen Stand des Betongussprozesses zu begutachten. Die von mir entworfenen Säulen mussten zuerst gedrechselt werden, damit davon die Gussnegative angefertigt werden konnten.

Ich war natürlich sehr gespannt auf die ersten Gussresultate und ich wurde nicht enttäuscht. Alles kommt gut, dank der grossen Sorgfalt und des Fachwissens der beteiligten Facharbeiter.

Eva Maria hat mich dann bei der Autobahnausfahrt im Neudorf abgesetzt, um nach Heiden zu fahren und ich bin frohgemuht nach Hause spaziert. Beim Schrebergarten in der Nähe vom Coop Gallusmarkt habe ich dann die ultimativ originellsten Bohnenstangen entdeckt, die ich je gesehen habe. Der oder die Gärtnerin hat einfache, ca. 120 cm hohe vierkantige Pfähle eingeschlagen und daran sehr professionell bei jedem Pfahl einen etwa fünf Meter langen Ast befestigt. Diese unterschiedlichen Äste lösen durch ihre Individualität eine befreite, elegante und tänzerische Stimmung in diesem Garten aus. Ich habe mir einfach überlegt wie diese Bohnen gepflückt werden können. Am wahrscheinlichsten sind es Suppenbohnen, die bis im Herbst an der Stange ausreifen können. Ich werde diese Bohnenplantage mit grossem Gwunder weiterhin beobachten.

Sonntag 24. Juli: Heute Morgen bin ich nach unserem wunderbaren Sommerfest schon um acht Uhr aufgestanden. Zu meiner grossen Verwunderung konnte ich trotz meiner wilden Tanzerei schmerzfrei aus dem Bett steigen. (Konzentriert und geschmeidig wie ein Suma-Ringer) ((Ha - Ha - Ha - Stopp, Lachen schmerzt... )) Ich habe im Tankstellenshop frisches Brot, Orangensaft und einige Köstlichkeiten für das Frühstück, plus die Sonntagszeitung für mich eingekauft. 

Lesend wartete ich dann im Garten mit einem reichhaltigen Frühstück, das ich bereits vorbereitet hatte, auf Monika, die gegen 10 Uhr langsam wach wurde und sich zu mir setzte. Als Fliegenabwehr benutzte Monika heute ein Räucherstäbchen, das sie in einem Blumentrog glühen liess. Es war ein bisschen so, wie ich mir Indien am Tag danach vorstelle. ( Blöder Scherz! - ich war gar nie in Indien)

Samstag 23. Juli: Heute Nachmittag, als wir losfahren wollten Richtung Speicherschwende, standen Carole und Sebastian mit einer Flasche Prosecco vor der Türe. Mein Lieblingshund Santo war natürlich auch dabei. Überraschung... Unverhofft sassen wir nun schon zu Hause beim Apero, vor dem geplanten Sommerfest bei Martha und Christian, oberhalb des ehemaligen Restaurants Schauggenbädli.

Wir fuhren dann zusammen mit unseren Freunden bis zum Restaurant Schaugenhof an der Rehtobelstrasse und gingen dann zu Fuss an den wunderschönen Ort am Jacobsweg. Das Haus war vor langer Zeit auch eine Rast- und Schlafstätte für Pilger. 
An diesem schönen Sommerabend traf sich eine sehr sympathische Gruppe von Freundinnen und Freunden, mit guter Live Musik, (ein eingespieltes Ehepaar-Duo, er an der Solo-Gittarre und sie am Elektrobass, er singend, sie eher summend, sehr reichhaltig und vielseitig) feinem Essen, gutem Wein, lustigen und spannenden Gesprächen  und der Möglichkeit zur Musik zu tanzen. Trotz meines Rippenbruchs habe ich mich getraut ziemlich wild zu tanzen. Das erstaunliche Resultat war, dass ich wunderbar schlafen und am Morgen schmerzfrei aufstehen konnte. Das Rütteln und Schütteln scheint die Rippen wieder in ihre ursprünglichen Stellung eingeordnet zu haben. Mal sehen, wie lange dieser Zustand anhaltet. 

Freitag 22. Juli: Heute kommt Monika von Berlin zurück. Ich habe Raclette eingekauft und draussen bei unserer Feuerstelle alles vorbereitet. Wir mögen es, den Käse direkt über dem offenen Feuer  schmelzen zu lassen... Monika hatte viel zu erzählen von Soan und Vera und von der Stimmungslage in Berlin. Für mich wäre alles viel zu anstrengend gewesen mit meiner gebrochenen Rippe. Wir haben viel gelacht und den schönen Abend genossen. 

Donnerstag 21. Juli: Am Morgen um 10 Uhr hatte ich einen Termin mit einem Versicherungskaufmann von der Mobiliar. Wir haben uns direkt an der Lukasstrasse getroffen, um mein Atelier und mein Lager zusammen anzuschauen. Mir steht sehr viel Arbeit bevor. Ich muss mir für die Versicherung eine Übersicht verschaffen über alle meine Werke, Skulpturen, Malereien, Druckgrafik, das Bücherlager vom Vexer Verlag, die Bestände meiner eigenen Bibliothek und über all die Werke, die ich selber angekauft habe. Ich glaube ich brauche Hilfe. Wo bleiben all die Assistentinnen und Assistenten, die alle Werke sortieren, ausmessen, entstauben und Katalogisieren? Es ist schwierig und aufwändig, alle Werke zu sichten und den realen Wert einzuschätzen. 

Montag 18. Juli: Monika ist nun auf dem Weg nach Berlin. Sie hat mir soeben telefoniert, dass ein technisches Problem beim Zug die Fahrt verzögern wird. Eine Männerstimme fragte: "Wollen Sie nach Berlin? - dann müssen Sie das Gleis wechseln..." Im Moment ist überall der Wurm drin. Jetzt habe ich eine Nachricht bekommen, dass der Zug immer noch im Bahnhof von St. Gallen steht. 

Samstag 16. Juli: heute wollten wir eigentlich mit dem Zug nach Berlin fahren. Mein Rippenbruch macht für mich aber eine so lange Bahnreise unmöglich. Als Trost habe in mir den letzten Tagen alle Spiele der Schweizer Fussballerinnen angeschaut. Obwohl die Frauschaft nicht in die nächste Runde kommt bin ich total begeistert von unseren Fussballerinnen. Sie sind an die Grenzen des Leistbaren gegangen und haben gekämpft bis zum bitteren Ende. Bei den Fussballerinnen gibt es sehr viel Potential, das viel stärker gefördert werden muss. 

Freitag 15. Juli: Die letzten Tage musste ich mich nach meinem Rippenbruch mit grosser Vorsicht und sehr langsam bewegen. Die Schmerzmittel haben mich stark gedämpft und verlangsamt... Meine erste Opiumerfahrung in Form von Schmerztabletten. Wenn ich aufstehen will, muss ich mich auf dem Rücken liegend, vorsichtig an den Bettrand hinarbeiten und im richtigen Moment eine sehr langsame Drehung auf die Seite versuchen. Wenn das nach mehreren Versuchen gelingt, kann ich ganz langsam die Füsse auf den Boden setzen und aufstehen. Meistens brauche ich mehrere Anläufe bis das funktioniert. Es ist ein riskantes Balancieren zwischen Gewicht und Fallhöhe.

Heute feiern wir die Hochzeit von Eveline und Ralph. Wir trafen uns beim Rathaus in einem sehr kleinem Kreis. Die schlichte Zeremonie erinnerte mich an meine eigene zivile Hochzeit. Monika und ich unterschrieben unseren Ehevertrag im Rathaus in Oberriet im Sommer 1979...  zusammen mit meinem Bruder Hübi und Antonietta. Solch emotionale Momente empfinde ich wie Grenzsteine meines Lebensweges.  Es sind ja auch Orientierungshilfen. Bei uns zu Hause haben wir einen Aperitif vorbereitet und Ralph hat seine Saxophonlehrerin und einen Bassisten organisiert für die musikalische Umrahmung. Die Musik hat eine wunderschöne Stimmung verbreitet. Am Abend gab es dann ein wunderbares Essen in einem schönen Restaurantgarten im Lachenquartier.

Mittwoch 13. Juli: Heute feiern wir unseren dreiundvierzigsten Hochzeitstag. Ich bin ziemlich lädiert und nachdenklich... Nach meinem Sturz von der Leiter habe ich mich den ganzen Tag sehr bedächtig und vorsichtig im Garten bewegt. Am Abend hatten wir Alexi und Andrea zu Gast. Wir haben fein gekocht und hatten einen sehr lustigen Abend. Ich war wieder guten Mutes. In der Nacht hatte ich aber einen starken Niessanfall und als ich am Morgen aufstehen wollte krümmte es mich vor Schmerz. Ich konnte kaum mehr aufrecht gehen. Wir hatten keine andere Wahl und mussten einen Krankenwagen bestellen. Ich konnte unmöglich selber ins Spital fahren. Ich bekam sofort eine Infusion und bei der Untersuchung im Notfall stellte sich heraus, dass ich eine Rippe gebrochen habe. Das ist brutal schmerzhaft. Monika hat mich dann abgeholt und ich legte mich sofort ins Bett. Nach mehr als fünf Stunden Schlaf geht es mir nun schon sehr viel besser. Aber auf meine Reise nach Berlin werde ich wohl verzichten müssen.

Dienstagnachmittag 12. Juli: ich wollte am Nachmittag die neuen Dachbretter beim Geräteschuppen montieren und annageln. Wegen einer blöden Unachtsamkeit ist dann die Leiter umgekippt und ich bin auf eine Steinplatte gestürzt. Es ging alles sehr schnell. Meine Brille flog in weitem Bogen durch die Luft und ich hinterher. Ich lag benommen am Boden und konnte nicht mehr atmen und brachte keinen Ton aus mir heraus. Nach Atem ringend kroch ich über die Wiese zum Wohnzimmer und blieb auf der Schwelle liegen... Lilian und Paul haben alles von ihrem Balkon aus mitbekommen und waren sehr besorgt. Ein brutaler Sturz und das vor unserem 43 vierzigsten Hochzeitstag. Lilian ist dann zu uns rüber gekommen und hat mich zusammen mit Monika professionell verarztet. Lilian ist Gesundheitsfachfrau und kennt sich aus! Sie hat vorsichtig alle meine Rippen abgetastet und dann ein grosses Schmerzpflaster platziert. 

Montag 11. Juli: heute habe ich mich entschlossen, unseren alten Geräteschuppen zu renovieren und zu stabilisieren. Das Dach ist nicht mehr dicht. Monika und ich haben zusammen Holztafeln und Latten bei der Hiag eingekauft und ich machte mich an die Bauarbeiten.

Samstag 9. Juli: heute war ein spezieller Tag. Fredi Altherr ist zusammen mit seiner Nichte Emma zu mir ins Atelier gekommen. Emma wollte unbedingt einmal mit einem "richtigen" Künstler zusammen arbeiten. Sie malt und bastelt sehr gerne. Ich habe schon viele schöne Zeichnungen, Collagen und wilde Ideen von ihr gesehen. Ich habe ihr zuerst alle herumstehenden Arbeiten gezeigt und erklärt was ich mache. In meinem Bildhaueratelier habe ich viele Holzstücke, Späne und Restholz von meinen Skulpturen. In die Mitte des Raumes habe ich eine Holzpalette platziert und habe den Vorschlag gemacht, dass wir zusammen etwas lustiges bauen könnten. Emma hatte dann die Idee, ein Schwimmbad zu bauen. Zum Glück fand ich einen grossen Karton mit Acrylfarben, die ich schon lange nicht mehr gebraucht habe. Somit konnten wir dann das Schwimmbecken, die Eisdiele, den Bademeister, den Sonnenschirm, die Rutschbahn und alles was eben zu einer richtigen Badi gehört aus Holz zusammenbauen und bunt bemalen. Fredi hat dann am Nachmittag kurzerhand ein Museum in seinem Gartenhaus eröffnet, wo wir am Abend die grosse Badeanstalt platzieren konnten und eine Vernissage im kleinen Kreis feierten.

Freitag 8. Juli: gegen Mittag sind Nicole Zachmann und Judith Keller vorbeigekommen, um ihre  Bücher abzuholen. Das Text und Fotobuch mit dem Titel: "DAS RAMPONIERTE VERTRAUEN" ist sehr fein und wunderschön gestaltet. Die zwei Frauen sind total gegensätzlich und dadurch auch spannend. Judith hat mit ihrem Text eine ganz eigene und stimmige Atmosphäre für die Fotoarbeiten von Nicole geschaffen. 

Donnerstag 7. Juli: Heute Morgen habe ich zusammen mit Monika die grosse Träne an die Magnihalde transportiert für die Ausstellung im Hiltibold. Die Installation hat sehr gut geklappt. Ich habe mich dann auf dem Bärenplatz von der Sonne bestrahlen lassen, Kaffee getrunken und alle Zeitungen gelesen. Gegen Mittag bin ich dann zu Anita Zimmermann spaziert. Sie hat mich, Genevieve Leong und Marianne Rinderknecht zum Essen eingeladen. Eine sehr schöne Begegnung auf der Dach-Terasse am Mühlesteg. Anschliessend habe ich zusammen mit Genevieve meine Ausstellung in der Loft an der Rosengartenstrasse besucht und mein Atelier an der Lukasstrasse gezeigt. 

Die Eröffnung am Abend war stressfrei. Ich habe mich sehr gut unterhalten.

Dienstag 5. Juli: Im Moment arbeite ich viel im Garten. Es gibt immer etwas zu tun... Am Abend haben uns Elsbeth und Hansueli besucht, mit der Gastfamilie aus der Ukraine. Katia, Irina und Danilo. Das war ein lustiger Abend mit viel Brot, Kartoffeln und Wurst.

Montag 4. Juli: Heute Morgen hat Stefan Wittmer seine Bücher abgeholt. TIN CAN ist ein sehr gelungenes Werk, mit einem sehr speziellen Blick des Künstlers auf Amerika.

Am Abend fand das grosse Essen bei Ronald Rentsch und Felicitas statt an der Rosengartenstrasse. Eine spannende Gesellschaft hat sich zum Spagetti-Essen eingefunden.  

Sonntag 3. Juli: Nach einem stilvollen Frühstück mit perfektem Frühstücksei von unserem Miethuhn Venus, sind wir um 10 Uhr losgefahren nach Weinfelden. Corinne Schatz spricht mit den beiden KünstlerInnen Katharina Henking und Guido von Stürler. Sie haben in den letzten Monaten in der Remise in Weinfelden gearbeitet und ortsspezifische Werke entwickelt. Das war ein sehr schöner "Kunstmorgen" auf dem Land. Unsere Tochter Vera Ida hat hier vor vielen Jahren, kurz nach ihrem Studium an der ZHDK mehrere Monate gearbeitet und eine sehr spannende Installation geschaffen. 

Anschliessend sind wir nach Wittenbach gefahren, um im Schloss Dottenwil die Wolkenbilder von Gabriela Zumstein anzuschauen. "Himmeln" macht Spass. Gabriela hat aus dem vollen geschöpft und viele witzige Wolkenbilder und Wortspiele kreiert.

Freitag 1. Juli: Am Morgen früh sind die Bücher von Stephan Wittmer geliefert worden. TIN CAN ist der Titel. Eine sehr spannende Fotoserie quer durch Amerika. Eine sehr persönliche Sicht auf ein Land, das mir ziemlich fremd ist. Sabine Gebhard Fink, Daniel Blochwitz Michel Rebosura, Kanty Diamond Hamer und Jana Bruggmann haben spannende Texte zu dieser Arbeit verfasst. 

Donnerstag 30. Juni: In den letzten Wochen habe ich versucht, das gesamte Bücherlager vom Vexer Verlag neu zu ordnen und zu optimieren. In 37 Jahren  kommt einiges an bedrucktem Papier zusammen. Es ist spannend zu sehen, wie sich der Lagerbestand dauernd verändert. Bei jedem Titel stellt sich die Frage nach der richtigen Auflage. Oft liegt man in der Einschätzung total daneben. Unser grösster Erfolg war in der jüngsten Zeit die Monografie über den Künstler Coghuf. Die Jurassierinnen und Jurassier lieben und schätzen ihren leider viel zu wenig gewürdigten Künstler. Eine umfassende Werkschau in einem bedeutenden Schweizer Museum wäre schon seit Jahrzehnten ein absolutes Muss. 
Am Abend habe ich mich mit Judith Luks, der Verlegerin aus Biel, die auch aus St. Gallen stammt, lange telefonisch über das Thema der idealen Buchauslieferung in der Schweiz unterhalten. Zum Glück macht mir das tägliche Versenden von Buchpaketen grossen Spass. ich bastle meine Schachteln gerne aus Altkarton zusammen und wenn ich sehr gute Laune habe, mache ich oft Originalzeichnungen auf die Recyclingpakete. Es sind schon mehrere hundert Pakete fotografisch dokumentiert. Ich stelle mir immer vor, wie die Postbotinnen und Postboten auf meine Zeichnungen reagieren...

Mittwoch 29. Juni: Heute Morgen habe ich im Lettre International einige sehr spannende Artikel gelesen zum Krieg in der Ukraine. "Museum und Rakete" von Régis Debray, "In Putins Hirn" von Elena Kostioukovitch, das Geleitwort von Ludmila Ulitzkaja und "Das Wort Ukraine - Die Wiedergeburt des Mutes im ermatteten Europäischen Bewusstsein" - von Georges Nivat.

Ziemlich aufgewühlt habe ich dann in unserem Garten nach essbaren Kräutern und Gemüse gesucht und ein sehr feines Essen für Monika und mich vorbereitet, als kleinen Trost für das grosse Elend auf dieser Welt. das klingt jetzt sicher etwas zynisch. Aber das sogfältige und liebevolle Zubereiten von Speisen schenkt mir wirklich etwas Ruhe. Am liebsten würde ich einfach nur noch Schlafen...

Montag 27. Juni: Am Nachmittag waren wir verabredet mit Ursina und Thomas, um ein grosses Bild von Vera abzuholen. Die Beiden ziehen weiter in die Nähe von Bern. Das sehr schöne Bild hing sehr lange über dem riesigen Flügel von Thomas und es hat leider keinen Platz in ihrem neuen Haus. Monika hat einen kleinen Bus gemietet bei Sprenger. Es stellte sich dann schnell heraus, dass der Bus zu klein und das Bild zu gross war. Also noch einmal von vorne - Monika mietete den grössten Bus und wir konnten das Bild dann zu mir ins Atelier an der Lukasstrasse transportieren. 

Sonntag 26. Juni: Ausgedehnte Sonntagsruh...

Samstag 25. Juni: Am Morgen habe ich alle bestellten Bücher verpackt und zur Post gebracht. Wir haben den ganzen Kofferraum von Monikas Auto gefüllt. Teilweise waren die Pakete sehr schwer. Ich bin erleichtert, dass jetzt alles auf dem Weg ist.

Am Nachmittag feierten wir in Oberriet den 65. Geburtstag von meinem Bruder Hubert. Ein tolles Fest an einem originellen Ort, mit einem sehr schönen Garten, mitten im Dorf, in der Nähe der Sekundarschule. Gutes Essen, guter Wein und eine super Stimmung, mit viel Musik, Gesang und Tanz.

Nach meiner Klassenzusammenkunft am 11. Juni war das für mich in diesem Monat schon das zweite, sehr gelungene Fest in Oberriet.

Freitag 24. Juni: Heute Mittag wurde die zweite Palette mit Büchern von Gerber-Bardill geliefert. Es hat alles reibungslos geklappt. Um halb Drei musste ich los mit meinem Rollkoffer, zum Bahnhof. Mein Zug fuhr um 15.25. Ich wurde von einem extremen Starkregen überrascht und musste beim Hauptbahnhof versuchen einen Schirm zu kaufen. Zum Glück fand ich im coop noch einen Knirps, ich musste ja meine Bücher schützen, die ich ins Bündner Kunstmuseum bringen musste. Am frühen Abend beginnt die Diskussion zum Thema Künstlerbücher. Susanne Bieri von der Schweizer Nationalbibliothek hat ein beeindruckendes Buch zu diesem Thema herausgegeben und darin weit über 100 Interviews mit Fachleuten festgehalten. Zur Diskussion waren auch Diego und Gilli Stampa eingeladen. Leider konnten sie aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Chur kommen. Schade, ich hatte mich sehr auf dieses Treffen gefreut. Ich war eine Stunde zu früh und konnte mir darum alle aktuellen Ausstellungen ansehen. Eindrücklich war die Präsentation der Holzschnitte und der Druckplatten von Hermann Schärer. Die sehr spezielle und gelungene Inszenierung wurde durch Vaclav Pozarek erarbeitet. Im Untergeschoss ist immer noch die sehr eindrückliche Installation von Wolfgang Leib zu sehen und im "Atelier" die anregende Installation "Im Umbau" von Markus Müller. 

Die anregende Diskussion begann dann um 18 Uhr im Foyer des Museums. Es diskutierten Susanne Bieri, Stephan Kunz, Dino Simonet und ich. Es war gar nicht so einfach, die Definition eines wirklichen Künstlerbuches festzulegen.  Dieter Roth war natürlich ein wichtiger Vertreter dieser Kunstgattung. Hanne Darboven mit ihren vielen Niederschriften haben wir in der Diskussion glatt vergessen. Als sich dann das Publikum in die Diskussion einmischte, wurde es so richtig fetzig. Wir stellten fest, dass auf dem sehr gut bestückten Büchertisch des Museums kein einziges "reines" Künstlerbuch liegt.

Das ist seit diesem Abend anders. Nun liegt das neue Künstlerbuch von Gerber Bardill "to a mouse" zum Kauf bereit.

Auf meiner Rückreise nach St.Gallen erlebte ich unheimlich schöne Abendstimmungen. Vor allem im Raum Bodensee war das farbige Lichtspektakel am Himmel einzigartig. Als ich dann um 22 Uhr nach Hause kam war auch Monika aus Berlin zurück. Es gab viel zu erzählen und eben so viel anzuhören. Der Bericht aus Berlin war natürlicher spannender wie meine Alltagsgeschichten...

Donnerstag 23. Juni: Heute habe ich 80 Bücher für Esther Ernst vorbereitet und verpackt. Ich kann die fünf schweren Schachteln aber erst nächste Woche zur Post bringen, wenn Monika wieder da ist. 

Mittwoch 22. Juni: Am Mittag ist die erste Palette mit Büchern von Gerber Bardill geliefert worden. Ich habe die Wartezeit genutzt, um weiter am Bücherlager zu arbeiten. Ich muss dringend alles optimieren und den Standort der Bücher notieren, damit im Notfall auch jemand anderes die Bücher im stetig wachsenden Lager finden würde. Das ist eine grosse Herausforderung, aber machbar. Bei diesen Lagerarbeiten schiebe ich jeweils etliche Tonnen Bücher herum. Als Erholung arbeite ich dann gegen Abend sehr gerne im Garten. Da gibt es auch immer wieder etwas umzuschichten, zurückzuschneiden, auszureissen und anzupflanzen. Im Moment liebe ich das Essen der frischen Beeren. Zur Zeit sind die Himbeeren und die Stachelbeeren meine Favoriten.

Montag 20. Juni: Heute Morgen ist Monika mit dem Zug nach Berlin gefahren, um Vera und Soan zu besuchen. Sie bleibt bis am Freitag. Ich wäre sehr gerne mitgefahren aber es gibt immer so viel zu tun. Büchersendungen werden angeliefert und nach der Messe in Basel gibt es viele Nachbestellungen, die ich erledigen muss. Zudem bin ich am Freitag eingeladen, an einer Diskussion über Künstlerbücher teilzunehmen, die am Freitag um 18 Uhr im Kunstmuseum Chur stattfindet anlässlich des neu erschienenen Buches "SWISS ARTIST BOOKS" von Susanne Bieri von der Nationalbibliothek. Gilli und Diego Stampa aus Basel sind auch dabei. Darauf freue ich mich.

Sonntag 19. Juni: Nach einem sehr schönen, späten Frühstück mit einem biologischen Frühstücksei sind wir nach Schaffhausen gefahren. Um 14 Uhr war die Vernissage im Kunstraum Reinart, wo ich meine grosse Träne und den Hocker für Gottfried Keller zeige.
Der Anlass war sehr angenehm und es ergaben sich einige spannende Gespräche.

Samstag 18. Juni: Heute begann die Buchmesse bereits um 12 Uhr. Ich habe insgesamt sehr gut verkauft und sehr viele spannende Menschen kennengelernt. Ich denke da werden noch viele Reaktionen erfolgen. In diesem Jahr sind interessanterweise vor allem kleine feine Bücher gekauft worden. Ich denke die Menschen wollen weniger Ballast herumschleppen im Leben.

Diese Woche war sehr anstrengend und sehr bereichernd in allen Bereichen. Es gibt einfach viele spannende Menschen auf diesem Planeten.

Ich habe etwas früher zusammengepackt, um den 18.30 Uhr Zug zu erwischen. Auf dem Bahnhof hat mich ein Schwarzer angequatscht, ob ich seine Tageskarte kaufen würde. Ich habe das dann gemacht, nicht um billiger Zug zu fahren, sondern um ihm einen kleinen Sonntagsverdienst zu ermöglichen. Ich hatte dann aber immer ein etwas mulmiges Gefühl wenn ich das Ticket zeigen musste. Es ging alles gut und um 21 Uhr war ich zu Hause. Monika hat mich wunderbar bekocht.

Freitag 17. Juni: ich habe einmal mehr wunderbar geschlafen, hoch über Basel. Nach dem Frühstück besuchte ich die Ausstellung "swiss art awards". Ich war sehr beeindruckt von der enorm aufwändigen Videoarbeit von Jjajia Zhang. Und ich traf dort unter Anderem die Künstlerin Agatha Zobrist. Mit ihr konnte ich spontan die Tendenzen und Eindrücke von diesem Wettbewerb diskutieren. 

Um 15 Uhr begann wieder die Messe. Es war ziemlich anstrengend bei dieser Hitze aber ich hatte sehr spannende Begegnungen und sehr viele interessierte Besucherinnen und Besucher. Um 18 Uhr kam Fritz Balthaus zur Signierstunde seines neuen Buches mit dem Titel "Poststudio". 
Der Tag war zwar anstrengend aber auch sehr erfolgreich.
Um 21 Uhr bin ich dann zum Restaurant Frohsinn spaziert, um zusammen mit Ute, Walter und einer Freundin gemeinsam zu essen.

Donnerstag 16. Juni: Um 14 Uhr traf ich mich mit Alex Silber und Johannes Nilo im Park vor der Kaserne. Alex plant ein Buchprojekt zusammen mit Johannes und er wollte mit mir das Konzept besprechen. Um 15 Uhr begann dann wieder der Messetag. Um 17 Uhr kam Angela Lyn, um ihre sehr schönen und schweren Bücher zu signieren, die für eine grosse Ausstellung in einem riesigen, barocken Palast in der Nähe von Meiland stattfindet. Um 18 Uhr war dann Dirk Reimes zum Signieren seines Buches "sous un ciel partagé entre nuages et éclaircies" anwesend. Er hat ein Jahr lang in Brüssel gelebt und in diesem Jahr jeden Tag eine Fotografie gekauft auf dem Flohmarkt, mit Bildern von unbekannten Menschen, die ihn berührten. Über diese Menschen hat er dann eine sehr feine, frei erfundene Geschichte geschrieben. Nach der Messe bin ich dann um 21 Uhr zusammen mit der wunderbaren Kinderbuchillustratorin Petra Rappo zum Italiener "Gato Nero" an der Oetlingerstrasse  zu einem feinen Nachtessen gegangen. 

Mittwoch 15. Juni. Ich bin früh aufgestanden für meine Reise nach Basel. Mein altgedienter Gepäckwagen war wie immer extrem schwer. (Ich weiss gar nicht wie diese Transportwagen auf Rädern wirklich heissen) Einkaufswagen stimmt ja in meinem Fall nicht. Bei mir ist es ja eher ein Verkaufswagen... Na ja - mein Zug aus München nach Zürich hatte wegen einem "Ereignis" eine halbe Stunde Verspätung. Ich musste einmal mehr mit dem Regio nach Zürich fahren. Ich hatte aber zum Glück einen direkten Anschluss in Zürich nach Basel.

Ich bin dann direkt zu Walter Morgentaler gefahren. Er bietet mir einmal mehr ein Gästezimmer an. Das ist ein wunderbarer Ort. Das erste Hochhaus in Basel an der Sperrstrasse. Ich übernachte im 18. Stockwerk. Das ist wirklich grossartig und ganz nahe an der Kaserne, wo die Messe stattfindet. 

Am Nachmittag habe ich dann in aller Ruhe meinen Bücherstand aufgebaut. Die Eröffnung war um 18 Uhr und dauerte bis 22 Uhr. Der erste Abend war schon mal sehr gut besucht. 

Dienstag 14. Juni: Heute sind 3500 Liter Heizöl geliefert worden. Bei diesen extremen Preisen verstehe ich nun endlich die Bezeichnung von Öl als "Schwarzes Gold."

Am Nachmittag habe ich bereits meinen Rollkoffer für die Buchmesse in Basel vollgepackt mit sehr vielen kleinen Publikationen. 

Montag 13. Juni: Am frühen Abend sind wir mit dem Auto nach Chur gefahren, für die Buchvernissage von Gabriela Gerber und Lukas Bardill. Leider haben wir nur ganz wenige Buchexemplare erhalten für die Präsentation, die in der Postremise stattgefunden hat. Der Ort ist toll für kleine Kulturveranstaltungen. Ich war noch gar nie in diesem Raum. Der Anlass war sehr schön. Nach der Begrüssung durch Luciano Fasciati gab es einen ersten Block mit einer Filmvorführung von Arbeiten von Gabriela und Lukas. Die musikalische Begleitung durch den jungen Gitaristen Frieder Torp war sehr stimmungsvoll. Anschliessend machte ich ein spontanes Gespräch mit Gabriela und Lukas über ihre künstlerische Arbeit. Ein zweiter Film- und Musikteil rundete den gelungenen Anlass ab. Monika und ich sind dann noch bei Tageslicht, und sehr gut gelaunt mit den restlichen Büchern und den Sondereditionen nach St. Gallen zurückgefahren.

Sonntag 12. Juni: Monika kam gegen die Mittagszeit zurück aus Luzern. Sie war am Vorabend an einer Filmpremiere von Edith und Lorenz und fuhr anschliessend mit Eri nach Luzern. 

Wir fuhren dann gemeinsam nach Kriessern zum Gartenfest bei Ruth und Andre. Das war wunderbar. Nach der Reise nach Oberriet nun ein weiterer toller Anlass im Rheintal. 

Samstag 11. Juni: Der heutige Tag wird ein grosser Tag. Der Jahrgang 1955 trifft sich um 14 Uhr beim Schulhaus in Oberriet. Ich bin um 12.39 in St. Gallen abgefahren und wollte um 12.26 in Oberriet sein. Mein Problem war, dass der Zug in Oberriet nicht angehalten hat. Ich bin in St.Gallen blöderweise in den Schnellzug eingestiegen und musste bis nach Buchs fahren. In Buchs eilte ich sofort auf das Gleis drei, der Zug nach Oberriet war aber schon weg. Ich rannte dann wieder zurück, suchte die Busshaltestelle und hatte grosses Glück. Der Busfahrer wollte gerade die Türe schliessen und liess mich dann doch noch einsteigen. Ich genoss die Fahrt durchs Rheintal und war pünktlich um 14 Uhr beim Primarschulhaus in Oberriet. Meine tolle Reisegeschichte amüsierte meine ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler sehr. 

Gemeinsam sind wir dann zum Schloss Blatten spaziert. Hinter der Burgruine gibt es einen Rebberg, wo der Sauvignon Blanc vom Blattenberg wächst und produziert wird. Dank dem schönen Wetter konnten wir draussen sitzen und den Wein und den Vesper geniessen. Lustigerweise hat mein Bruder Hubert die Weinetiketten von diesem kleinen Weingut gestaltet.

Ich habe mich sehr amüsiert über all die vielen spannenden Geschichten, die an diesem Nachmittag von meinen Mitschülerinnen und Mitschülern erzählt worden sind. Ich finde es wunderbar, dass sich Menschen in ihrem wahren Wesen nicht verändern. Das Lachen, die Gestik, die Eigenheiten bleiben bis ins hohe Alter erhalten. Es ist auch wunderbar, sich all die spannenden Lebensgeschichten anzuhören und die unterschiedlichen, persönlichen Entwicklungen von Menschen zu bestaunen, die man ja vor allem als Kinder kannte. Auch die Berichte von vielen Fehlleistungen und Verletzungen, die durch Lehrpersonen ausgeübt worden sind haben mich entsetzt. Ich scheine als Kind einiges nicht mitbekommen zu haben. (ich war ja auch extrem Kurzsichtig...) 

Am frühen Abend sind alle wieder ins Dorf zurück spaziert und wir haben dann in der Krone gegessen. Ein kleines Grüppchen hat noch einen kurzen Zwischenhalt für einen Apero im Restaurant Eintracht gemacht. das Restaurant hat einen wunderbaren Garten und das Haus ist vorbildlich renoviert worden. Es hat sich viel getan im Dorf. 

Um halb zwölf in der Nacht fuhr dann mein Zug und ich hatte eine Stunde Zeit um den spannenden Tag zu reflektieren. Ich bin in St. Fiden um halb Eins ausgestiegen und war total erstaunt, wie viele junge Menschen auf dem kleinen Bahnhof herumhingen. Richtig Grossstadtmässig. Ich denke das hat mit Rümpeltum zu tun. Die organisieren spannende Konterte im Areal Bach in St. Fiden. 

Freitag 10. Juni: In den letzten Tagen packte ich insgesamt vier grosse Schachteln mit Büchern aus dem Vexer Verlag für die Buchmesse "i never read", die während der Art, wieder in der Kaserne stattfindet. Ich nehme in diesem Jahr auch einige ausgewählte, ältere Bücher mit und bin sehr gespannt, wie die Messe werden wird. Monika musste mich mit dem Auto zur Post bringen. Die Schachteln waren alle zwischen 20 und 30 Kilo. Ich habe schon Erbarmen mit dem Postboten oder der Postbotin. Diese schweren Pakete sind eine echte Herausforderung.

Heute Nachmittag wollte Lukas Bardill nach St. Gallen kommen, um das neue  Buch "to a mouse" abzuholen. Leider gab es ein Problem in der Druckerei. Papiermangel, Produktionsprobleme etc. Im Moment ist es sehr schwierig Buchprojekte zu planen. Die Lieferketten funktionieren nicht mehr zuverlässig, wegen diesem beschissenen Krieg den Putin gegen die Ukraine führt.

Donnerstag 9. Juni: Zum Mittagessen kommt heute fast die ganze Familie Hutter zu uns nach St. Gallen. Claire wird 90 und sie ist für ihr Alter immer noch sehr fit. Die Geburtstagsstimmung war grossartig. Eine tolle Familie mit viel Charme und Witz. Nach dem Essen sind alle zu Theo gegangen, um seinen Geburtstagsfilm zu betrachten, den er für Claire gemacht hat. Alle Geschwister erarbeiteten einen Beitrag für diesen Film. Ich glaube ich wünsche mir das schon zu meinem 70-sten.

Mittwoch 8. Juni: Am Nachmittag fand bei uns die Tankrevision statt, die alle zehn Jahre fällig ist. Ich arbeitete im Garten, um meine Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Meine kleinen Randen-Setzlinge brauchen viel Geduld und Zuneigung, damit sie wachsen. Wenn ich gut gelaunt bin pfeife ich ihnen ein Liedchen vor oder noch besser ich singe ihnen ein Lied, bis sie das erste Mal erröten.

Dienstag 7. Juni: Um 16 Uhr wurde meine grosse, rot eingefärbte Träne und der Hocker für Gottfried Keller für die Ausstellung in Schaffhausen abgeholt. Auf dem Hocker, den ich vor einigen Jahren mit der Motorsäge aus Tannenholz geschnitten habe, liegt ein grünes Buch. Die Tanne wurde von der Familie Morand gestiftet als riesiger Christbaum, der vor einigen Jahren auf dem Gallusplatz in St. Gallen stand. Aus diesem Baum habe ich dann für Markus Morand eine grosse Skulptur geschaffen und mit dem Reststück des Baumstammes den Hocker für Gottfried Keller geschaffen. Als Dank für sein grossartiges Werk, "Der grüne Heinrich".

Montag 6. Juni: Am frühen Abend fand das monatlich stattfindende Montagsessen bei Ronald Rentsch und Felicitas, in der Loft an der Rosengartenstrasse statt. Ein toller Abend mit spannenden Menschen. 

Sonntag 5. Juni: Bei uns waren heute Carole Forster vom Bücherladen Appenzell und der Silberschmid Sebastian bei uns. Als Überraschungsgast kam dann noch Fritz Balthaus dazu. Wir haben mit ihm im Vexer Verlag ein sehr schönes Buch gemacht. Er brachte uns Bücher von Coghuf und eine Sonderedition von Rudolf Steiner mit aus Berlin. Ein schönes Zusammentreffen und ein grossartiger Abend. 

Samstag 4. Juni 2022: Gestern und heute Abend waren wir am Klangfestival im Toggenburg und haben teilweise grossartige Konzerte erlebt. Am Freitagabend hörten wir: Mieskuoro Huutajat, Päivi Hirvonen, die Brandhölzler Striichmusig und Antti Padlauen. Am Samstag war es dann eine noch grössere Auswahl an Musikerinnen und Musikern. Ich freute mich sehr auf Balthasar Streiff. Mit ihm und Christian Zehnder habe ich 1997, anlässlich vom Symposium "Der hohe Kasten - Berg und Zeit" ein wunderbares Konzert von Stimmhorn in der Kirche Brülisau organisiert. Die Alphornklänge von Balthasar waren für mich damals eine Superklasse für sich und der Obertongesang von Christian war für mich total Neu und einzigartig. Interessanterweise hat man sich in der Zwischenzeit auf solche Klänge eingestellt. Die Überraschung ist weg.

Donnerstag 2. Juni: Bei swica, in der Praxis von Frau Kalbacher gibt es heute die Auswertung der Testergebnisse von meiner Haut. Ich habe nun einen Allergikerpass: Natriumsulfit, Duftstoff-Mix, Sandelholzöl und Propolis... Diesen Allergikerpass soll ich nun jeweils in Restaurants vorzeigen. Dann gibt es keinen Wein mehr und nichts zu Essen... lustige Zeiten. da werde ich doch lieber gleich wieder ganz gesund... Leinöl hat auch leicht allergen gewirkt. Also auch Schluss mit dem Malen ... Jetzt kann ich endlich meine Pensionierung geniessen.

Am Abend besuchte ich zusammen mit Monika die Ausstellungseröffnung im neuen visarte Ausstellungsraum an der Linsenbühlstrasse. Eine spannende Ausstellung in einem schönen Raum, an einem guten Ort.

Dienstag 31. Mai: Am Morgen war ich bei swica zu einem Hauttest vorgeladen. Sechs verschiedene Substanzen wurden auf meinem Rücken aufgetragen und mit grossen Pflastern geschützt. Ich habe seit längerer Zeit grosse Hautprobleme und kenne die Ursache nicht. In zwei Tagen wird der Test dann ausgewertet.  

Montag 30. Mai: Seit längerer Zeit arbeite ich am Thema "Tränen". Die ersten 26 Tränen, machte ich 1990, für eine Ausstellung zum Thema Aids, die in der Dampfzentrale in Bern stattfand. Die Tränen waren zwischen 60 und 120 cm gross, aus Weidenholz geschnitten, geschliffen und mit Ölfarbe rot eingefärbt. Seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine habe ich zwei sehr grosse Tränen mit der Motorsäge aus Pappelholz geschnitten. Eine wird ab dem 7. Juli im Hiltibold in St. Gallen ausgestellt. Ich habe dort eine Präsentation, zusammen mit Genevieve Leong. 
Die zweite, um einiges grössere Träne werde ich im Kunstraum Reinart  in Schaffhausen zeigen. Diese Träne liegt auf einem  Papierbogen, auf dem die roten Spuren der Einfärbung der Träne zu sehen sind. 

Sonntag 29. Mai: Heute besuchten uns Petra Meyer und Simon Ryn, um meine kleinen Arbeiten zurückzubringen, die ich in der Ausstellung im "Helmhaus" in Beromünster gezeigt habe. Petra ist eine begnadete Korrekturleserin und Simon ein spannender und vielseitiger Künstler. Das war ein ganz tolles Zusammentreffen. 

Samstag 28. Mai: Wir verbringen täglich sehr viel Zeit im Garten. langsam werden wir zu Selbstversorgern. Wenigstens mit all dem vielfältigen Gemüse, den Salaten, den Beeren und im Herbst mit den Äpfeln. Es ist grossartig, welche Vielfalt an Pflanzen in unserem wilden Garten wachsen.

Freitag 27. Mai: Um 17 Uhr begann die Eröffnung bei Ronald und Felicitas. Es war eine wunderbare Atmosphäre, zusammen mit den geladenen Gästen. Ich habe mich selten so wohl gefühlt an einer Vernissage. Ich freute mich, so viele gute Freundinnen und Freunde an einem Anlass zu sehen. 

Donnerstag: Am Nachmittag sind wir nach Basel gefahren, um stöckerselig zu besuchen. Anette und Christian kenne ich schon sehr lange. Vor allem Christian. Die beiden arbeiten an einem sehr grossen Projekt, das sie zusammen mit dem Schlagzeuger Fritz Hauser realisieren. Für dieses Projekt nehmen sie von vielen Freunden und Bekannten die Herztöne auf. Ich hoffe sehr, dass ich dieses grossangelegte Musik-Kunst-Stück einmal in St. Gallen hören kann. Wir verbrachten einen wunderbaren Abend mit den Beiden. Sie verwöhnten uns mit einem wundervollen Essen und sehr guten Gesprächen.

Mittwoch 25. Mai: Heute war Haareschneiden angesagt bei Simone. Vor wichtigen Ausstellungsterminen ist das Zurückschneiden der Haare für mich immer sehr beruhigend. Ein neuer Zeitabschnitt kann dann auch optisch vollzogen werden.

Dienstag 24. Mai: Um halb Elf starteten wir zusammen mit einem Fachmann die Hängung der vier grossen Foto - Arbeiten, die ich vor kurzem von Sabet im Wald gemacht habe. Eigentlich habe ich fünf Fotos vergrössern lassen aus der riesigen Serie. Ich habe mich dann aber für vier Bilder entschieden.  Die einzelnen Plexiglastafeln waren sehr schwer und die Hängung war dementsprechend anspruchsvoll. Nun sieht alles sehr stimmig aus und ich freue mich schon sehr auf die Eröffnung am Freitag 27. Mai an der Rosengartenstrasse. Als Abschluss hängte ich noch eine frühe Zeichnung von mir aus dem Jahr 1973 über dem Korpus, auf dem eine Auswahl von meinen Katalogen und Büchern liegen. Die grosse Tuschzeichnung zeigt einen Mann und eine Frau, die grosse Insekten in den Händen halten. Mit diesen grossformatigen Zeichnungen habe ich 1975 begonnen als ich meine Berufslehre als Stickerei - Entwerfer antrat. Ich wollte ja schon immer Künstler werden...

Montag 23. Mai: Um neun Uhr wurden die grossen Waldfotos, die ich zusammen mit Sabeth Weibel gemacht habe, in die Loft an der Rosengartenstrasse geliefert. Ich bin etwas erschrocken über das Gewicht der Plexiglasplatten. Ronny hat mir angeboten, dass er einen sehr versierten Rahmenmacher engagieren wird, der die Hängung der Werke übernimmt. 

Samstag 21. Mai: Nach dem Frühstück trafen wir uns im Grossratssaal für die Delegiertenversammlung. Die Stimmung war sehr gut und alle Geschäfte sind von den Delegierten aus der ganzen Schweiz ohne Gegenstimmen angenommen worden. Für mich war das ein sehr schöner Abschluss meiner achtjährigen Präsidentschaft beim Berufsverband Visarte Schweiz. Christoph Doswald hielt eine wunderbare Abschiedsrede für mich, die mich sehr berührte. Christian Jelk übernimmt nun das Amt und er wurde mit grossem Applaus zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach dem Mittagessen hatten wir im Grossratssaal eine Podiumsdiskussion angesagt zum Thema  "Honorare für Künstlerinnen und Künstler". Als Grundlage hat Visarte Schweiz schon vor Jahren Honorarleitlinien erarbeitet. Der grösste Erfolg bei diesem wichtigen Thema war die Aufnahme dieses Anliegens in der letzten Kulturbotschaft des Bundes. 

Die Diskussion verlief sehr anregend und es scheint so, dass bei allen Akteuren in der Kulturvermittlung klar ist, dass Honorare für Künstlerinnen und Künstler bezahlt werden müssen. Wir hätten noch lange weiterdiskutieren können aber wir waren im Kunstmuseum eingeladen zu einer Führung mit dem Museumsdirektor Stephan Kunz, durch die eindrückliche Einzelausstellung von Ursula Palla.

Anschliessend habe ich mir in der Nähe des Bahnhofes einen Apero gegönnt und ich genoss meinen Abschied bei Visarte, mit meinem sehr schönen Blumenstrauss, den ich neben meinem Glas Weisswein auf dem Beizentisch platziert habe. Die Gäste dachten wahrscheinlich, dass ich mit meinem Blumenstrauss auf meine Liebste warte....

Freitag 20. Mai: Um neun Uhr hatte ich einen Termin im SWICA Gesundheitszentrum. Die Hautärztin, Frau Kalbacher begutachtete meine Hautläsionen, die mich seit längerer Zeit beschäftigen.

Am Mittag fuhr ich nach Chur, zu meiner letzten Sitzung mit dem Zentralvorstand von Visarte. Wir bereiteten den Ablauf der Delegiertenversammlung vor. Am Nachmittag trafen sich dann die Delegierten beim Schloss Haldenstein. Wir genossen die Führung durch das riesige Lager des Rätischen Museums. Es ist sehr eindrücklich, was da für Schätze gelagert werden. Münzen, Waffen, Schlitten, Kutschen, halbe Häuser, Kleider, Hüte, Trachten, Mobiliar, Textilien aller Art, Malereien, Wirtshausschilder, Schlitten, Truhen etc.

Anschliessend genossen wir den Apero im Schlosspark und dann ein sehr feines Nachtessen. Nach einem oder mehreren Schlummertrünken fiel ich im Hotel Chur in einen tiefen und traumreichen Schlaf.

Donnerstag 19. Mai: Am Morgen musste ich sehr früh auf den Zug, um rechtzeitig an der Hochschule in Bern zu sein. Fabiana Senkpiel erwartete mich an der HKB. Um 10 Uhr begann das Kolloquium zum Thema: "Publizieren von künstlerischer Forschung unter Open-Access-Bedingungen". Diese Forschungsarbeiten müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für Verlage ist das eine grosse Herausforderung. Nach der Begrüssung von Priska Gisler referierte Marina Belobrovaja, PhD (HSLU D&K) über ihre Arbeit: Das gute Gefühl, "Das ungute Gefühl. auf der richtigen Seite zu stehen. Engagierte Kunst aus der Schweiz heute" veröffentlicht zu haben. Diese Arbeit erschien bei "diaphanes". Anschliessend habe ich über den Vexer Verlag gesprochen und über unsere Ideen, wie wir mit Forschungstexten umgehen könnten. Persönlich finde ich, dass alle Hochschulen eigene Platformen einrichten sollten, wo alle Forschungstexte möglichst in Englisch, über das Internet veröffentlicht werden. Somit würde die geleistete Forschungsarbeit auch an den Orten der Entstehung weiter wirken. Diese Plattformen müssten natürlich international vernetzt sein. Die Verlage könnten dann einfache Printausgaben in der jeweiligen Ursprungssprache anbieten...

Ich fand das Kolloquium sehr spannend und anregend und das gemeinsame Mittagessen im Freien ermöglichte weiterführende Diskussionen. 

Mittwoch 18. Mai: Am Morgen konnte ich bereits die Einladungskarten bestellen. Gaston Isoz hat in der Nacht die Gestaltung in berlin vorbereitet und die daten an mich übermittelt. Am nachmittag waren dann die Einladungen bereits gedruckt , abholbereit und versandfertig. 

Dienstag 17. Mai: Heute organisierte ich die Gestaltung und den Satz für die Einladungskarte für die Eröffnung der Ausstellung in der Loft. Ich habe alles Material an Gaston Isoz nach Berlin geschickt...

Für die Vorderseite habe ich mich für die Skulptur "Selbst im Hasenkostüm" entschieden. 

Montag 16. Mai: Heute Nachmittag hat die Transportfirma Ebneter Bei Markus und Irene Comba meine Skulptur "Selbst im Hasenkostüm" abgeholt. Vier starke Männer haben das schwere Teil über die enge Treppe des Buchantiquariats an der Magnihalde heruntergetragen. Anschliessend holten sie das riesige Tryptichon und die Skulptur mit den zwei Liegenden bei mir im Atelier ab, um dann alles in der Loft von Ronny Rentsch zu platzieren. dazu mussten sie auch einen riesigen und schweren Schrank in einen anderen Raum transportieren. Es ist alles gut gegangen. Nun geht es in den nächsten Tagen um den Aufbau der Werke.

Sonntag 15. Mai: Krispin Hee hat am Nachmittag in der Bibliothek im Sitterwerk einen spannenden Einblick vermittelt zu ihrer buchgestalterischen Praxis. Sie hat auch für den Vexer Verlag einige sehr schöne Publikationen gestaltet. Krispin lebt und arbeitet in Zürich und Berlin. Das vereinfacht die Zusammenarbeit für Vera in Berlin sehr. Das Buch über Lilly Keller wurde 2016 zu einem der schönsten Schweizer Büchern auserkoren.

Freitag 13. Mai: Monika und ich haben eine kleine Reise geplant nach Ilanz. Meine Gotte lebt dort in einem Kloster und ich habe sie schon lange nicht mehr gesehen. Sie ist etwas vergesslich geworden und ich dachte es wäre sehr nett sie wieder einmal zu sehen, solange sie mich noch erkennt. Der Besuch war sehr schön. Meine Gotte wird von einer Mitschwester sehr liebevoll gepflegt und begleitet. Zum Abschluss haben wir noch einmal den Arbeitsplatz der leider verstorbenen Ikonenmalerin angeschaut und zwei kleine unfertige Bildchen ausgewählt als Erinnerung für diesen Tag. Unser Mittagessen haben wir dann auf dem Oberalppass genossen und sind anschliessend Richtung Luzern und dann zu Freunden nach Eggerswil am Sempachersee gefahren, wo wir ein sehr lustiges Wochenende mit feinem Essen, Jassen und einem erfrischenden Bad im See genossen haben. Als Abschluss habe ich vor der neuen Hecke auf dem Grundstück eine ca. 15 cm tiefe und ebenso breite und zehn Meter lange Schlangenlinie in die Wiese gegraben, die dann mit Kies und Sand gefüllt wird. Ich hoffe, dass hier mit der Zeit eine andere Blumenlora gedeiht. 

Mittwoch 11. Mai: Garten und Malen. Ernten und signieren, Essen und geniessen, am Schluss alles kompostieren --- 

Dienstag 10. Mai: Ich musste früh aufstehen heute Morgen. An der Lukasstrasse hat sich der neue Liftmonteur angemeldet für eine Kontrolle. Das war eine lustige Begegnung mit einem hochmotivierten Automechaniker, der sein Handwerk versteht und sich beruflich neu orientierte, weil bei Autos immer weniger Mechanik und immer mehr Computertechnologie angesagt ist. Da macht es natürlich Spass, alte Liftanlagen zu überprüfen. Der nette Mechaniker fand dann, dass er meinen  Hobbyraum sehr schön finde. Na ja  - das Hobby und die hohe Kunst. 

Montag 9. Mai: Steuerklärung ausfüllen... viele kennen das, gemeinsam die Steuererklärung ausfüllen. Der Freudentag des Jahres - OHO.

Sonntag 8. Mai: Sonntagsfrühstück mit der ganzen Familie Andrea Giuseppe und Gabriella Coriucolo und ihren zwei Kindern. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen und dann spontan bei uns zu einem Frühstück abgemacht. So ein grosser Familientisch am Sonntag macht richtig Freude. Anschliessend sind wir ins Riethüsli gefahren, um ihren Garten und das Haus anzuschauen. Ein richtig sonniger Sonntag...

Samstag 7. Mai: Diese Woche hake ich ab als Montage- und Renovationswoche, Kühlschrankfront montieren lassen, Wände ausmessen, alleine sein, Handwerker anrufen, blöd herumstehen, Bestellungen erledigen, nachfragen und abhaken....

Mittwoch 4. Mai: Um 9.30 Uhr hatte ich eine Skyp- vorbbesprechung mit Tanja Scartazini. Sie macht mit bei einer Podiumsdiskussion von Visarte Schweiz, zum Thema Künstler und Künstlerinnen Honorare, nach unserer Delegiertenversammlung am 21. Mai in Chur. 

Dienstag 3. Mai: Heute Abend habe ich eine Lesung im Lokal 1733 von Laura Vogt besucht. Mir haben die rhythmischen, sich langsam weiterentwickelnden Texte, über sehr intime Stimmungslagen und persönlich Erlebtes sehr gefallen. Ich hoffe, dass Laura einen sehr guten Verlag findet für ihren neuen Roman.

Montag 2. Mai: Ich habe mich sehr gefreut Roger Diener wieder einmal in St. Gallen zu sehen. Er hat einen sehr interessanten Vortrag im Square, an der Universität in St. Gallen gehalten zum Thema Kunst und Bau, die ich teilweise noch nicht gekannt habe. Ich bin sehr glücklich, dass ich zusammen mit dem Büro Diener & Diener in den letzten 13 Jahren sehr viele spannende Projekte entwickeln und realisieren konnte. Im Zusammenhang mit Architektur kann Kunst eine ganz andere Funktion übernehmen und Langzeitwirkung entfalten. Unabhängig und ausserhalb des stressigen Kunstmarktes.

Sonntag 1. Mai: Den Tag der Arbeit habe ich vorwiegend im Bett verbracht, mit meiner ziemlich verbogenen Brille. Bei einem guten Fest fällt halt oft auch etwas Kleines auf den Boden....

Samstag 30. April: Spontan habe ich mich am Abend entschieden im Quartier essen zu gehen. Als der Bus beim Grossacker anhielt hatte ich aber keine Lust auszusteigen. Spontan bin ich bis zum Marktplatz gefahren und habe mich für einen Abend im Engel entschieden. Wir sind seid Urzeiten Genossenschafter vom Engel und ich fand, dass ein Abend an diesem Ort sehr gut passt in der Nacht vor dem 1. Mai. Monika ist schon wieder in Berlin und ich hatte Lust, meinen Solofeiertag zu geniessen.

Die Entscheidung war super. Ich habe lustigerweise sehr viele alte Freunde getroffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. 

Freitag 29. April. Am Morgen war ich verabredet mit Fredi, zu einem von unseren regelmässigen Plauder- und Spaziergänger-treffen. Das ist immer sehr anregend und macht gute Laune.

Am Nachmittag besuchte mich Tom Schneider von der Galerie Reinart aus Schaffhausen. Er plant ein Ausstellungsprojekt, das er mit mir besprechen will. das war alles sehr sympathisch und am Abend besuchten wir dann gemeinsam die Vernissage von Ursula Palla in der Cabane im Garten vom Schloss Wartegg in der Nähe von Rorschach. Die Wolke aus feinem Draht von Ursula und das anwesende Publikum hat mich sehr froh gestimmt. 

Donnerstag 28. April: Am Morgen früh war ich bei meiner Hausärztin, um die Routinekontrolle meiner Blutwerte etc. zu besprechen. Ich bin sehr glücklich, dass alle Werte im grünen Bereich sind. Das hat mich richtig froh gestimmt und ich pfiff - oder ich versuchte es, einige fröhliche Weisen zu pfeifen auf meinem Nachhauseweg...

Mittwoch 27. April: Heute Morgen werden meine zwei grossen Bilder vom Museum an die Lukasstrasse geliefert. Ich habe die Wartezeit einmal mehr genutzt, um mein grosses Bücherlager zu optimieren. Das gibt sehr viel zu tun und ist ziemlich anstrengend. Bücher sind einfach schwer 

Montag 25. April: Am Nachmittag hatte ich einen Termin bei einer Hautärztin und gegen Abend musste ich im Kunstmuseum meine zwei Bilder "selbst im Regen" kontrollieren, die nun rund ein Jahr lang in der Portraitausstellung gezeigt wurden.

Sonntag 24. April: Die Tage in Loazzolo waren echt entspannend. Wir haben wunderbar gegessen, viel gelacht, nicht wenig getrunken und einige schöne Spaziergänge und Ausflüge gemacht. Auf einem nahegelegenen Weingut von Loazzolo haben wir unseren Lieblingswein entdeckt, den wir in den letzten Jahren immer in einer Weinhandlung in Orta gekauft haben. Forteto della Luja. LE GRIVE von 2020. Wir konnten nur Magnumflaschen kaufen, da in der Coronakriese keine kleinen Flaschen mehr erhältlich waren auf dem Markt. Ein grossartiger Wein.

Am Sonntag haben wir uns entschlossen, rechtzeitig in die Schweiz zurück zu fahren. Die Entscheidung war sehr gut. Es hatte fast keine Autos auf den Strassen. Erst kurz vor Ciasso wurde es  etwas stressig und eng. Monika hat es ab aber geschafft, mich in einer sehr guten Zeit nach Hause zu bringen. Ich geniesse diese langen Fahrten als entspannter Beifahrer.

Freitag 22. April: Heute fahren wir nach Loazzolo zu Freunden ins Piemont. Das wird ein Fest. Brigitte und Felix sind wunderbare Gastgeber und mit unseren Freunden Urs und Kathrin aus Bühler werden wir ein tolles Sextett.

Donnerstag 20. April: In den letzten Tagen habe ich viel nachgedacht, wie meine Werkpräsentation in der Loft unseres Nachbarn aussehen könnte. Der erste Entscheid viel gleich am Samstag nach der Besichtigung der Räume. Ich erinnerte mich spontan an die Skulptur "Selbst im Hasenkostüm", die ich vor rund 15 Jahren an Freunde als Leihgabe in Obhut gegeben habe. Ich besuchte Markus Comba um das zu besprechen und traf dann auf dem Flohmarkt auch noch seine Frau Irene. Nach diesem Gespräch visionierte ich zusammen mit Monika meine aktuellen Fotos, die ich von Sabet gemacht habe. Wir waren uns schnell einig, fünf grosse Fotografien mit Sabet im Wald vergrössern, und auf Plexiglas aufziehen zu lassen. Ich bin mehrmals in der Loft gewesen, um die Entscheidungsfindung zu überprüfen und habe dann gemerkt, dass mein rund neun Meter breites Tryptichon wie geschaffen ist für diesen Raum Die Masse stimmen perfekt. Ein riesiger Schrank muss dann einfach in einem anderen Raum platziert werden. Als weiteres Werk wählte ich die  Skulptur aus den 80er Jahren, mit zwei liegenden Männern aus. Die passen wunderbar unter die metallene Treppe zum Obergeschoss. 

Sonntag 17. April: Heute fliegen Vera und Soan wieder nach Berlin. Am frühen Nachmittag habe ich die Beiden im Zug nach Kloten begleitet. Wir werden sie sehr vermissen. 

Samstag 16. April: Heute Morgen besuchte ich Ronald Rentsch in seiner Loft. Er hat mich eingeladen, in seinen Räumen Kunst von mir zu installieren als "Gastkünstler". Ich habe die Räume ausgemessen und fotografiert, um dann ein Konzept zu erarbeiten. Die Werke werden dann bis Ende Jahr an diesem spannenden Ort zu sehen sein. Vor mir haben schon Stefan Rohner und Alex Hanimann ihre Arbeiten präsentiert. Das Konzept, Arbeiten von "Gastkünstlern" in Privaträumen zu präsentieren finde ich sehr spannend. Mal schauen was mir da einfällt.

Freitag 15. April: Heute haben uns Edith, Lorenz und Arlett aus Zürich besucht. Wir genossen ein ausgedehntes Essen mit allem Drum und Dran. Arlett und Soan mögen sich sehr. Sie benehmen sich fast wie Geschwister. Es gab für uns alle so viel zu erzählen und so viel zu erfahren über den Alltag, die Arbeit, die Zeit des Stillstandes wegen Covid und über all die Befindlichkeiten, Ängste, Hoffnungen und über all den angestauten Frust. Der sicherste Wert für uns wird immer mehr der Garten als Erholungs- und Erlebnisraum. 

Donnerstag 14. April: Die letzten Tage sind wie im Nu vergangen. Wir haben viel gespielt in unserem Garten. Soan liebt es mitzuarbeiten, Löcher zu graben, Steine zu sammeln und Unkraut zu jäten. Ich muss auch immer Holz bereit haben, damit wir zusammen sägen können. Gestern haben wir einen ausgedehnten Spaziergang im Guggeienwald unternommen. Als Höhepunkt bauten wir mitten im Wald aus Ästen, Moos und Steinen ein Zwergenhaus. Wir haben das schon mit Vera zelebriert, als sie noch klein war. 

Dienstag 12. April: Wir sind zusammen mit Vera und Soan zum Mittagessen nach Kriessern gefahren. Die Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern in Einem, haben sich sehr auf unseren Besuch gefreut. Das war ein wirklich schöner Nachmittag im Haus und im Garten. Die 90 jährige Mutter von Monika hat für uns alle wunderbar gekocht. 

Montag 11. April 2022: Um 8 Uhr früh sass ich bei Frau Dr. Faust in der Klinik Rehburg für einige Gesundheitstests. Das muss ja ab und zu sein. 

Am Nachmittag erwarteten wir in grosser Vorfreude Vera und den kleinen Soan aus Berlin.  

Sonntag 10. April: Heute besuchte uns Francis Zeischegg. Sie war in Ravensburg für ein Gespräch über ihre Arbeit, die sie in der Kunsthalle installiert hat. Ich wollte eigentlich mit dem Zug hinfahren aber die Rückfahrt in der Nacht wäre sehr lange und mühsam gewesen. Monika und ich werden das bei Gelegenheit an einem Wochenende nachholen. Francis kenne ich seit meiner Zeit 1991 in Berlin, als ich ein Jahr lang Gast des Künstlerprogramms DAAD war. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich mit der menschlichen Behausung und der Frage, wie viel Platz wir wirklich brauchen. 
1997 hat sie beim Symposium "Der hohe Kasten - Berg und Zeit", das ich zusammen mit Marion Thielebein organisiert habe, eine ihrer Behausungen auf dem Berg installiert. 

Samstag 9. April: Monika und ich erlebten einen wunderschönen, kulinarischen Abend im Corso mit Vanja, Ruth und André. Thomas, der Mitbewohner von Vanja arbeitet im Corso in der Küche. Der Test war grossartig, mit einer ausgewählten Weinbegleitung.

Freitag 8. April: Um 18.30 Uhr besuchten wir die Vernissage im Kunstmuseum. Die Ausstellung "Perfekt Love" ist sehr vielseitig und gelungen. Ich hatte u. A. lange und gute Gespräche mit Corinne Schatz, Monika Jagfeld und Albert Kriemler. Ein sehr inspirierender Abend mit vielen Zwischentönen und grossartigen Akkorden. 

Mittwoch 6. April: Um zehn Uhr war ich im Kunstmuseum St. Gallen verabredet, um meine grosse Paarskulptur aus den 80er Jahren in der Ausstellung "PERFECT LOVE  - Von Liebe und Leidenschaft" zu platzieren. Diese Skulptur stand lange Zeit in der Mitte des Wohnzimmers von Marc und Marlene Deweer in Belgien. Nun ist das Liebespaar wieder in St. Gallen in einer wunderbaren Privatsammlung  gelandet. Die Sammlungsausstellung wird sehr dicht. Es ist eine Zusammenführung von wunderbaren Werken. Heute habe ich in dieser Ausstellung vier der schönsten Bilder von Ferdinand Gehr gesehen.

Gross, bunt und frei von Symbolik. Jedes Bild eine Augenweide.

Am Nachmittag traf ich mich mit Fredi Altherr zu einem Stadtspaziergang. Der Austausch an der "frischen" Stadtluft tut immer sehr gut. Im Kaffeehaus im Linsenbühl haben wir uns lange unterhalten. Ich wurde von Fredi reich beschenkt mit einem kleinen, silbernen Sticker mit den Sekundärfarben Orange, Violett und Grün. Er hat diesen Sticker entworfen, um die Zwischentöne zu würdigen und zu feiern.

Am Abend waren wir zu Gast bei Freunden, um ein grosses Wasserbild auszuliefern und zu platzieren. Ein wunderbarer und intensiver Tag mit guten Gesprächen.

Dienstag 5. April: Heute erlebte ich zwei erholsame Stunden. Andreas, der Baumschneider war hier und hat in unserem Garten alle Obstbäume gepflegt und in eine gute Form gebracht. Auch der kleine Geburtstagsapfelbaum von Arlett mit der Apfelsorte "Arlett", dem wir letztes Jahr Gastrecht in unserem Garten gewährt haben wurde schön herausgeputzt. 

Bei uns wird im ganzen Quartier, rundherum seit zwei Jahren gebaut. Unser Garten entwickelt sich, umgeben von all diesen Neubauten, immer mehr zu einem kleinen Paradies und die Doppelgarage aus den fünfziger Jahren, bei der Zufahrt zum Grundstück, wirkt plötzlich wie eine moderne Parkskulptur.

Montag 4. April: Heute Abend erwarte ich Monika. Sie fährt mit dem Zug zurück von Berlin. Bei mir gibt es viel zu tun. Ich male immer wieder an meinem grossen Herbstbild, das ich schon vor zwei Jahren begonnen habe. Der Herbst ist anstrengend. Zudem plagt mich eine Hautallergie. Mit Ölfarben und Terpentin zu arbeiten ist unter diesen Umständen eigentlich sehr unvernünftig und schmerzhaft. Da sind die täglich eintreffenden Buchbestellungen eine gute Ablenkung, um meine Hände zu schonen, einen Spaziergang zur Post zu machen und den Kopf durchzulüften.

Freitag 1. April: Vor einigen Tagen habe ich begonnen, grosse Tränen aus ganzen Baumstämmen zu fräsen. Der Krieg in der Ukraine ist so furchtbar. Es ist alles so anstrengend und es ist schwierig, einen eigenen Weg der Trauer zu finden und in ein Bild zu fassen. Meine erste grosse Tränenserie habe ich in den 80er Jahren realisiert, um der damaligen Katastrophe AIDS etwas entgegenzusetzen.

Mittwoch 30. März: Heute brachte Isabell Ammann von "Ammann Raumgestaltung" vier sehr schöne, grüne Stühle "MOON von Tonon" zu uns an die Brauerstrasse. Nun werden die Besprechungen sicherlich noch konstruktiver und ergiebiger. Einfach wunderbar! Monika wird sich freuen.

Am Nachmittag bin ich zum Bahnhof gefahren. Ich musste nach Bern. Eine Veranstaltung an der Hochschule der Künste in Bern. Jaqueline Baum, Prisca Gisler, Felicity Lynn und Sally de Kunst werden da sein. Ich bin sehr gespannt. Es geht um das Thema von neuen Ausstellungsformaten und Programmideen von kleineren Kunsthäusern, Museen und Ausstellungsräumen auf dem Land. Wir haben im Vexer Verlag das Buch herausgegeben "Kunstvermittlung geht an Land", das von Studierenden der HKB Bern erarbeitet wurde. 
Ich war überrascht und sehr erfreut. im Vorfeld haben alle gemeint, dass eventuell nur 10 bis 15 Studierende an die Veranstaltung kommen werden. Es waren dann fast 70 Leute da. Am meisten Raum bekam Sally de Kunst. Sie ist Projektleiterin des Museumsgartens in Bern. Das ist eine geplante Zusammenarbeit und die Bildung eines Museumsquartiers durch viele unterschiedliche Museen in Bern, die gemeinsame Programmideen, Synergien und so weiter entwickeln möchten. Sally ist eine sehr gute und erfahrene Vernetzerin. Sie hat das Arc geleitet, eine Residency in Romainmôtier, das von der Migros unterstützt und dann leider geschlossen wurde. Bei diesem Projekt wurden viele künstlerische Ideen beim gemeinsamen Kochen und Essen entwickelt. Das Buch dazu haben wir im Vexer Verlag in Kooperation mit art&fiction zusammen herausgebracht. Der Titel: "Recipes for artistic collaboration"  
Der Abend hat sich gelohnt. Kunst und Forschung ist ein grosses Thema. Die Rückfahrt nach St.Gallen war aber sehr anstrengend. 

Sonntag 27. März: Ach wie traurig. Monika ist am Morgen früh zusammen mit Vera mit dem Zug nach Berlin gefahren. 

Samstag 26. März: heute wäre eigentlich die Hauptversammlung von Xylon in Näfels. ich habe mich sehr darauf gefreut. Ich musste leider kurzfristig absagen, weil ein grosser Transport angesagt worden ist. ich hätte die bunte Truppe von Holzschneiderinnen und Holzschneidern gerne wieder einmal gesehen.

Am frühen Abend hat Vera einen spannenden Vortrag gehalten in der Wiborada Bibliothek. Der Anlass war sehr gut besucht und der Vortrag von Vera über Kunst von Frauen, die erst heute die Anerkennung bekommen, die sie schon lange verdient hätten. Am Beispiel von Sophie Teuber Arp, ihren Briefen, Schriften und Werken und dem ganzheitlichen Denken in ihrer vielseitigen Kunst, schaffte Vera Verknüpfungen zu dem sehr schönen Text " Ich zeichne Kreise auf ein Blatt, der Stein fällt ins Wasser" von Sophia Remer, den sie im Vexer Verlag herausgegeben hat. Vera hat viele Bücher von Künstlerinnen auf dem Boden ausgelegt und die Inhalte gedanklich verknüpft. Es ist so schön zuzuhören, sich in Themen zu versenken, Wissen von geschätzten Menschen aufzusaugen und zu implementieren. 

Donnerstag 24. März: Heute kommt Vera wieder einmal in die Schweiz auf Besuch. Ich freue mich sehr. Es gibt immer so viel zu besprechen. 

Mittwoch 23. März: Unser Nachbar Toni hat angeregt, dass ich den zwei Meter hohen Gartenzaun dringend neu streichen soll. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich den ersten Anstrich mache und er den Zweiten. Es war ziemlich anstrengend aber es hat sich gelohnt. Eine saubere Sache...

Sonntag 20. März: Gestern hatten wir einen gemütlichen Abend bei Eveline und Ralph, mit einem feinen Essen. Heute feiern wir Sonntag. Ein Spaziergang wird sicher auch auf dem Programm stehen und am Abend bauen wir meine Fotoinstallation in der Fahnenfabrik wieder ab.  

Freitag 18. März: Am Nachmittag habe ich mir die Ausstellung "Flagge zeigen" mit Fredi Altherr zusammen angeschaut. Das war ein richtig ergiebiger Rundgang. Zu zweit sieht man viel mehr und beim Diskutieren über die Werke öffnen sich immer wieder neue gedankliche Räume. Ich habe viele Arbeiten ganz neu gesehen und einiges erst heute entdeckt. Die gute Stimmung von der Vernissage ist immer noch spürbar. Der Ideenreichtum in den unterschiedlichsten Werken ist richtig beglückend. Die Vernissage, gestern in der Fahnenfabrik, war super toll. Viele Kulturinteressierte pilgerten an die Lindenstrasse, um sich die Räume und die Kunst anzuschauen. Unsere Freundinnen von "Les Raines pro Chaines" spielten grossartig auf. Die Stimmung war wirklich einmalig. Ich freue mich auch auf das Wohnprojekt, das an diesem Ort entstehen wird und wo in Zukunft viele Bekannte von uns wohnen werden. Ich bin überzeugt, dass dieses Wohnprojekt eine grosse Aufwertung für das ganze Quartier werden wird. In einigen Jahren werden eventuell die ersten Rollator-Rennen an der Lindenstrasse stattfinden. das wird ein riesen Gaudi!

Spass beiseite, ich habe noch selten so viel gute, regionale Kunst gesehen wie gestern Abend an diesem Ort. Leider dauert die Ausstellung nur vier Tage, dann ist wieder Schluss und ich muss meine Schnecken wieder abholen, wenn sie nicht selber abschleimen...

Donnerstag 17. März: Monika ist am Morgen ins Bündnerland gefahren mit einer Freundin. Sie werden essen beim Spitzenkoch Caminada. Das ist ein richtiges kulinarisches Kulturunternehmen. Ich bin gespannt auf den Bericht von Monika. Wir treffen uns am Abend in der alten Fahnenfabrik an der Lindenstrasse, die für vier Tage dem "geilen Block" von Anita Zimmermann Gastrecht gibt. Über vierzig Künstlerinnen und Künstler zeigen dort ihre Werke in der ehemaligen Produktionsstätte.  

Dienstag 15. März: Um die Mittagszeit bin ich mit dem Zug nach Zürich gefahren. Ich hatte meine letzte Vorstandsitzung mit Visarte Schweiz. Ich bin nun acht Jahre Präsident vom Berufsverband visuelle Kunst und im Mai ist definitiv Schluss. In den nächsten Jahren muss ich mich dringend wieder 100 Prozent meiner eigenen Arbeit widmen.  

Montag 14. März: Am morgen hatte ich gemeinsam mit Monika eine vierstündige Gesundheitssitzung bei Frau Dr. B. am Rosenberg und am Nachmittag besuchte uns die persönliche Bankberaterin. Gesundheit und Kapital an einem Tag. Das ist ein richtig spannendes RENTNERDASEIN...

Sonntag 13. März: Das Literaturfestival in Luzern ist war interessant. der Neuanfang ist aber nicht in allen Teilen gelungen. Es gab einige wirklich überflüssige Lesungen und einige wunderbare Höhepunkte. Simone Lappert ist eine grossartige Performerin. Sie brachte am Sonntag wirklich eine super Stimmung und grossen Glanz ins Schwimmbad. Für die Verlage war es sehr schwierig. Während den Lesungen konnte an den Büchertischen nicht gesprochen, verhandelt und verkauft werden. Die BesucherInnen wussten auch nicht, dass der Besuch der Buchmesse gratis ist.
Ich persönlich war sehr verwundert, dass nur ganz wenige bildende Künstlerinnen und Künstler aufgetaucht sind. Das war früher, als die Buchmesse noch in der Kornschütte, vom Festival örtlich getrennt war, sehr viel besser. Aber es ist klar, das Neubad ist ein ganz toller Veranstaltungsort mit der Beiz und allem drum und dran... Mein Vorschlag wäre, Dass der Buchmarkt jeweils von 11 Uhr an bis 19.30 Uhr stattfindet, im Beisein von möglichst vielen Autorinnen und Autoren und dass ab 20 Uhr das Hauptprogramm mit den Lesungen stattfindet. Wer ab 19 Uhr kommt bezahlt Eintritt. Es ist doch ganz einfach - oder?

Am frühen Abend war der Spuk vorbei. Die Verlegerinnen und Verleger hatten ihre Tischchen im Nu geräumt und verschwanden in grosser Eile. Monika und ich haben auch alles zusammengepackt. Ob der grossen Menge von Büchern war ich aber ziemlich der letzte Verleger, der das Neubad verliess.

Monika hat uns und die Bücher sicher nach Hause gefahren.  Wir hatten eine wunderbare Zeit in Luzern, bei unserer Freundin Eri, die nur ca. 200 Meter vom Neubad entfern wohnt und die uns grossartig beherbergt hat.

Freitag 11. März: Heute Morgen verpacke ich alle Bücherschachteln im Auto von Monika. Das wird alles sehr schwer aber es klappt, das Auto ist wirklich gross genug. Am Schluss mussten wir noch ins Atelier fahren, um eine Lampe zu hohlen. Die Beleuchtung musste ich bis jetzt noch nie selber an eine Buchmesse mitbringen. 

Mittwoch 9. März: Ich war den ganzen Tag beschäftigt mit der Bücherauswahl für das Literaturfestival in Luzern, das in diesem Jahr im grossartigen Kulturraum "Neubad" durchgeführt wird. Monika lacht mich immer aus, weil ich seit Jahren immer sehr viele Bücher einpacke und an die Messen mitnehme.

In diesem Jahr habe ich zwei Tische bestellt, um möglichst viele Buchprojekte zu präsentieren, die in den letzten zehn - zwanzig Jahren entstanden sind. Die da unter Anderem wären: " Olga Zimmelova,  Anastasia Katsidis, Otto Heigold, Günther - Schill, Jeroen Geel, Sandra Ulloni, Benno K. Zehnder, Donato Amstutz, Klaudia Kübler, Rolf Winnewisser, Christoph Rüttimann, Karin Mairitsch, Camillo Paravichini, der Schönheitschirurg und Künstler Urs Burki und - und - und.  Dazu kommen natürlich auch noch alle neuen, aktuellen Titel.

Ja nun packe ich täglich neue Schachteln mit Büchern voll. 

Dienstag 8. März: Heute hatte ich per Zoom eine Besprechung mit den Revisoren von Visarte. Die Rechnung muss ja jedes Jahr von Profis geprüft werden. Das lief alles sehr gut und einvernehmlich ab.

Sonntag 6. März: Der Abend mit Anette und Christian war sehr angenehm. Monika hat ein wunderbares vegetarisches Gericht gekocht. Wir haben viel diskutiert und gelacht. Ein Hauptthema war die kulturelle Umbruchsituation in den frühen Achtziegern in der Schweiz und auch in St. Gallen...

Nach einem schönen und ausgiebigen Frühstück haben wir einen langen Spaziergang durch die nahegelegenen Wälder und über die Hügel gemacht. Ich konnte einige sehr schöne Fotos mit dem letzten Schnee machen. So kann ich im kommenden Sommer zur Abkühlung Schneelandschaften malen.

Am Abend waren wir verabredet im Westen der Stadt um drei Bilder in einem Wohnraum zu testen. Monika hatte bei Sprenger einen Bus gemietet, der aber leider nicht zur verabredeten Zeit am richtigen Ort stand. Wir waren ziemlich konsterniert. Monika kam dann ohne Bus zum Atelier. Zum Glück war ein Mitarbeiter der Schreinerei vor Ort. Er bot uns ganz spontan an, dass wir einen Bus der Schreinerei benutzen können. Das war natürlich super. Mit einer Stunde Verspätung trafen wir dann bei den interessierten Kunstfreunden ein. Dann folgte ein langes Austesten der Bilder vor Ort. Nach etwa drei Stunden waren sich alle einig, welches Bild an diesem Ort bleiben soll. Wir haben die Entscheidungsfindung dann gemeinsam mit Kaffee und Kuchen gefeiert.

Samstag 5. März: Ich bin sehr früh aufgewacht und habe schon zwei Zeitungen gelesen. Der Ukrainekonflikt rüttelt die ganze Welt durcheinander. Die serbelnden Börsen, die Geldsysteme, die Angst vor atomarer Verseuchung, die riesige Flüchtlingswelle... Es herrscht überall Angst und Entsetzen.

Ich habe die ganze Woche an meinem Herbstbild weitergemalt. Das gibt mir etwas Trost aber auch viel Zeit zum Nachdenken. 

Heute besuchen uns Anette Stöcker und Christian Seelig. Christian ist nur ein paar Häuser von uns entfernt aufgewachsen.

Dienstag 1. März: ich bin täglich damit beschäftigt, die neusten Nachrichten aus der Ukraine zu empfangen. Dieser Krieg ist eine riesige Katastrophe. Ich habe mich spontan entschieden, uns bei der Campax Initiative einzuschreiben, um bei uns zwei Flüchtlinge aufzunehmen. Monika unterstützt das natürlich auch.

Mich hat der Konflikt spontan an den Prager Frühling erinnert. Ich war damals in der ersten Sekundarklasse und habe mit einigen Mitschülern eine spontane Demonstration organisiert. Wir waren am Anfang ein kleines Grüppchen von Schülerinnen und Schülern und sind mit Transparenten durch das Dorf Oberriet marschiert mit dem Spruch "Dubcek Svoboda Tschechoslowakei". Die Meisten haben es dann aber vor dem Rathaus mit der Angst zu tun bekommen und sind abgeschlichen. Als ich merkte, dass ich nur noch alleine war habe ich mein Transparent kurz entschlossen beim Pfarrer in den Garten geschmissen und bin auch abgehauen.

Samstag 26. Februar: Monika hat fein gekocht für unsere Gäste Werner und Gabriela. Ein schöner Abend mit einer langen und unterhaltsamen Jasspartie.

Montag 21. Februar: Heute habe ich endlich wieder die Kraft und grosse Lust, nach einer langen Malpause, wieder an meinem 2020 begonnen Herbstbild weiter zu malen. Es ist alles sehr anstrengend aber das Malen erfüllt mich auch. Ich habe eine neue eingestellte Brille und ich sehe nun alles noch viel schärfer. Es ist zum Verzweifeln aber ich muss da einfach durch. 

Freitag 18. Februar:  Um elf Uhr hatten wir einen Besichtigungstermin und Schlüsselübergabe mit Anita Zimmermann, in der alten Fahnenfabrik an der Lindenstrasse, die schon bald für Wohnzwecke umgebaut werden wird. Anita wird hier eine weitere Ausstellung unter dem Label "geiler Block" veranstalten. Ich habe die Räume schon im Januar besichtigt und dann ein Konzept erarbeitet für das ehemaligen Entwurfsbüro. An einer Wand sind noch Entwurfskizzen aus alten Zeiten sichtbar. Als ehemaliger Stickereientwerfer hat mich das sehr berührt. ja nun hat mir Anita einen Schlüssel übergeben, damit ich am Nachmittag meine Arbeiten installieren kann.

Um eins besuchten uns Eva Caflisch und Reto Hänny. Sie brachten die letzten, noch verkäuflichen  Bücher "Frühling, Primavera, Spring Time, Printemps", für den Vexer Verlag zu uns, das Reto zu seinem fünfzigsten Geburtstag zusammen mit Felix Humm herausgegeben hat. Eine wunderschöne Rarität. Wir haben dann zusammen gegessen und viel gelacht. 

Kurz nach 14 Uhr bin ich dann zusammen mit Monika wieder in die Fahnenfabrik und habe meine Arbeit installiert. Ich bin sehr zu frieden mit meinem Gruss aus unserem Garten...

Montag 14. Februar: Monika wollte heute nach Berlin reisen. Daraus ist nun nichts geworden.

Donnerstag 10. Februar: Heute hatte ich ein langes Gespräch mit Helen Koriath. Wir haben vor Jahren zusammen ein sehr schönes Buch gemacht zu den Performancearbeiten von Monika Günther und Ruedi Schill. Nun war wieder ein Projekt in Planung, das nun zur Zeit leider nicht realisierbar ist.

Dienstag 8. Februar: Heute hatte ich ein spannendes Telefongespräch mit Fabiana Senkpiel von der Hochschule der Künste in Bern. Sie möchte mich einladen zu einer Diskussion zum Thema "Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten", die vom Nationalfond unterstützt werden. Es gibt eine Regel, dass solche wissenschaftlichen Werke frei verfügbar sein müssen unter Open Access Bedingungen. Für mich stellt sich hier natürlich auch die Frage des Urheberrechts. 

Samstag 5. Februar: Heute sind wir am späten Nachmittag nach Wil gefahren. Karl A. Führer und Daniel Stiefel feiern in der Kunsthalle Wil ihre Ausstellungseröffnung und das am Fasnachtsbeginn. Der Anlass war sehr gut besucht und wir haben viele alte Freunde nach langer Zeit wieder einmal gesehen.

Donnerstag 3. Februar: Um 14 Uhr war ich im Kunstmuseum verabredet mit Samuel Reller und Felix Falkner. Das Museum plant eine thematische Ausstellung zum Thema Liebe. "Perfect Love" beginnt im April und dauert ein Jahr. Von mir wird die frühe Skulptur "Paar" aus den 80er Jahren und Arbeiten auf Papier aus dieser Zeit präsentiert. Gemeinsam haben wir uns heute diese Arbeiten angeschaut. Für mich sind das immer wieder berührende Zeitreisen in die Vergangenheit. Bei mir sind viele Begegnungen mit Mark Deweer wieder wach geworden. Eine sehr lustige Geschichte war zum Beispiel, als Mark 1998 nach St. Gallen kam für einen Atelierbesuch. Ich arbeitete damals an der grossen Serie Farbe für das Volk. Ich schnitt hundert zwanzig kleine Menschenfiguren aus Pappelholz. Alle standen auf einem farbigen Sockel. Dieser Arbeit vorausgegangen war die grosse Farbtafel "Haut", die damals von der Stadt St. Gallen angekauft wurde. Ich untersuchte meine Haut und fand 3700 unterschiedliche Farben, die ich in kleinen Farbfeldern wie eine Musterkarte auf eine Holztafel malte. Ja, nun zurück zu Mark Deweer. Er kam also nach St. Gallen, um zu sehen, was ich in seiner Galerie ausstellen werde. Als er das grosse 120 teilige Volk sah, wollte er das unbedingt kaufen. Er nannte mir einen Preis und erwartete, dass ich sicher mehr verlangen würde. Ich hatte eine sehr spezielle Laune und sagte ihm, dass ich diese Arbeit nicht zu diesem Preis verkaufen werde und ich doppelte nach mit dem Angebot, dass ich zwanzigtausend weniger wolle. Ich habe den Teppichhändler Mark nie so konsterniert erlebt wie in diesem Moment. Dieser Handel hat bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen und uns zu speziellen Geschäftsfreunden gemacht...

Um mich wieder in die Jetztzeit zu transformieren bin ich dann vom Kunstmuseum zu Fuss nach Hause spaziert. 

Mittwoch 2. Februar: Monika und ich haben heute wieder einmal richtig eingekauft bei Mode Weber. Mit zwei riesigen Taschen haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht. Ich habe nun für jeden Wochentag ein neues Hemd vom Feinsten.  

Dienstag 1. Februar: Um 8.00 hatte ich einen Termin bei einer sehr spezialisierten Ärztin am Rosenberg. Monika hat mich dahin gefahren und "abgegeben". Die Sitzung dauerte drei Stunden. Es war alles sehr intensiv und ich fühlte mich sehr gut aufgehoben. Leicht schwebend kam ich dann gegen Mittag wieder zu Hause an. Zu Fuss natürlich.

Montag 31. Januar: Ich bin früh aufgestanden. Mein Zug nach Rapperswil fuhr kurz nach acht. Ich liebe diese Bahnstrecke. Um neun Uhr traf ich mich am Bahnhof in Rapperswil mit Cornel Dora und Gerold Späth für eine Besprechung. Gerold hat uns zu sich eingeladen. er wohnt mit seiner Frau in der Altstadt, nicht weit vom Bahnhof entfernt. Wir haben viele seiner Originalbücher angeschaut und diskutiert, wo all diese Schätze am Besten aufgehoben wären. Ich hoffe, dass zusammen mit der Stiftsbibliothek und der Vadiana eine gute Lösung gefunden werden kann. 

Sonntag 30. Januar: Ein ruhiger Sonntag mit dem dazugehörenden Spaziergang. Am frühen Abend sind wir nach Appenzell gefahren, um den Freundesabend zu geniessen in der Buchhandlung von Carole. Angesagt war der Autor Claudio Landolt mit seinem Buch: "Nicht die Fülle - nicht Idylle - die Dichte der Berg/ Vorderglärnisch, Bergportrait." ich habe das Buch mehrfach verkaufen können an der Messe in Basel. Ich habe dort ab und zu Matthias, den Verleger vom Verlag gesunder Menschenversand aus Luzern vertreten. Das kleine, feine Buch fand speziell bei Frauen grossen Anklang. Die Käuferinnen kannten auch den beschriebenen Berg. Glarus als Verkaufsargument.

Die Lesung mit Konzert im Buchladen war sehr stimmig. Eine feine und achtsame Wanderung mit Worten, Geräuschen und kraftvollen Orten für Besinnung und Rast. Die Besucherinnen und Besucher sassen mit ihren Masken wie verlorene Berggeister in ihren Sesseln und lauschten den Worten und Klängen. 

Donnerstag 27. Januar: Heute habe ich mich um 9 Uhr mit Ursula Badrutt im Kaffee in der Hauptpost getroffen. Es geht um die Originalbücher, die Gerold Späth zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern gestaltet hat. Ich habe mit einem Teil der Bücher in Zusammenarbeit mit Cornel Dora vor langer Zeit eine Ausstellung im Vortragssaal der Vadiana eingerichtet. Nun wird ein sicherer Platz für all diese Bücher gesucht. Alles soll digitalisiert und aufgearbeitet werden. Seit wir unser Vexer Verlagsarchiv digitalisiert haben, scheine ich zu den Experten in diesem Fach zu gehören. 

Am Abend wird in Basel in der Galerie Garzaniga die Buchpremiere von Coghuf gefeiert. Ich musste leider absagen. 

Dienstag 25. Januar 2022: Seit einiger Zeit bin ich wieder an der Arbeit an einem sehr aufwändigen Herbstbild. Ich konnte lange Zeit nicht mehr malen. Eigentlich glaubte ich schon, dass diese aufwändige Art der Malerei für mich vorbei ist. Ich mache das ja nun auch schon mehr als zwanzig Jahre. Es hat mich aber wieder voll gepackt. Ich habe eine neue Brille und nun sehe ich wieder viel mehr Details. Eigentlich ist es zum Verzweifeln aber trotzdem wunderschön und erholsam. 

Montag 24. Januar: Die Wochen seit Mitte Dezember sind für mich sehr streng geworden. ich habe noch nie so viele Buchpakete vorbereitet und zu Post gebracht wie im letzten Monat. Das neue Buch über den jurassischen Künstler Coghuf ist ein absoluter Bestseller geworden und täglich treffen neue Bestellungen ein. Auf der Poststelle staunen sie nicht schlecht wenn wir wieder mit einer riesigen Ladung von Paketen erscheinen. 

Sonntag 23. Januar: Heute um zehn Uhr waren wir zum Frühstück eingeladen bei Theo und Claudia.  Wir waren schon lange nicht mehr da. Die Pandemie hat in den letzten zwei Jahren vieles verhindert. nach dem ausgiebigen und wunderbaren Essen sind wir in die Stadt gefahren und haben Vanja und Thomas im Ausstellungsraum "Auto" besucht. Sie haben dort eine Postkartensammlung von allen Kunstschaffenden, die eine Eingabe für das Heimspiel gemacht haben ausgestellt. Die Karten konnte man auslesen und an Freunde versenden. das Angebot wurde rege benutzt. Die vielen jungen Leute generierten eine frische Atmosphäre im Raum.

Anschliessend sind wir zum Freudenberg, dann über die drei Weiern zur Notkersegg gewandert und von dort den Wald hinunter, bis zu uns nach Hause. Es war für mich ziemlich rutschig aber sehr erholsam. 

Samstag 22. Januar 2022: Um 14 Uhr war ich verabredet an der Lindenstrasse mit Anita Zimmermann. Sie plant eine Ausstellung unter ihrem Label "geiler Block von Leila Bock" in der ehemaligen Fahnenfabrik, die schon bald umgebaut und ausgebaut wird für Wohnungen und Lofts. Das ist eine sehr schönes altes Gebäude, das ich aber noch nie von innen gesehen habe. Monika ist auch mitgekommen und gemeinsam haben wir uns alles angeschaut. es hat noch viele Schachteln, Kartonröhren, Stoffe, Möbel etc. in den Räumen. Anita hofft, dass die eingeladenen KünstlerInnen damit arbeiten werden.

Ich habe mich sehr schnell für einen Platz für meinen Ausstellungsbeitrag entschieden. Ich habe ja als junger Mensch den Beruf Stickerei-Entwerfer gelernt und fühlte mich sofort wohl an der Stelle, wo die Fahnen entworfen worden sind. Es hat noch Muster und direkt auf die Wand gemalte Motive an diesem Ort. Hier werde ich meine Arbeiten installieren.

Freitag 21. Januar: Um 14 Uhr hat mir Simone die Haare geschnitten, mit Maske.... Das sind immer wichtige Momente. Haare-lassen. 

Donnerstag 20. Januar: Am Abend haben wir Anette Stöcker und Christian Seelig getroffen bei der Eröffnung beim Hiltibold. Sie haben eine sehr vielschichtige Installation geschaffen. 

Donnerstag 13. Januar: Am Morgen das wöchentliche Telefongespräch mit Regine zu den Ereignissen bei Visarte und am Abend das Treffen mit Fredi Altherr. Wir haben uns die Performance von Juliet Uzor und Eliet Autin in der Kunsthalle St. Gallen angeschaut. Das war ganz grossartig. Eine halbe Stunde Tanz von zwei Menschen, die versuchen das Gleiche zu tun. Einfache, synchrone Tanzbewegungen von einer männlichen und einer weiblichen Tänzer-in.   Zwei Menschen, zwei Welten, ein Konzept, das klar zeigt wie unterschiedlich wir Menschen sind in der Bewegung, im Rhythmus, in der Körpergrösse, im Einklang mit der Musik, in der Gestik, im Geschlechtlichen und vor Allem im Empfinden. Das war grossartig und erfüllend. 

Mittwoch 12. Januar: Heute sind die Bücher "KUNSTVERMITTLUNG GEHT AN LAND" eingetroffen, das Jaqueline Baum mit ihren Studis in Bern erarbeitet hat. Es geht um die Frage, wie Museen und Ausstellungsorte in der Zukunft betrieben werden könnten. Kunst braucht Raum, offene Herzen, Auseinandersetzungen, denkende und mitdenkende Menschen, ein Rückbesinnen auf die Sinne, Tasten, Riechen, Schmecken und echtes Lieben. Hacken, Pflanzen, wachsen lassen, ernten, teilen und geniessen. Könnte es sein, dass alles was uns ausmacht Kunst ist?

Samstag 8. Januar: Heute feiert unser neuer Mieter Mario Geburtstag. Er ist ein grosser Comic - Fan. Monika und ich haben uns vor einer Woche entschlossen je einen Comic für Mario zu zeichnen, zu malen etc. Die Aktion war für uns unheimlich lustig. Wir haben während dem Zeichnen gebrüllt vor Lachen. Unsere Werke waren aber für Mario nicht so einfach zu entschlüsseln. Eventuell müssen wir vor dem Zeichnen der nächsten Comics einen Kurs in der Migros Klubschule besuchen...  Simone hat uns dann am Samstagnachmittag trotzdem zu einem Drink eingeladen... Ich finde es wirklich lustig, wie jede Generation über andere Dinge lacht. Aber unter uns gesagt: "Wir lassen uns nicht unterkriegen- wir Comic-sen weiter!"

Am Abend haben wir dann friedlich gejasst mit Eveline und Ralph. (Wir haben sie natürlich gewinnen lassen, damit Freude herrscht...) Ho - Ho.

Donnerstag 6. Januar: Heute wurde ich das dritte Mal geimpft. Booster ist ein merkwürdiges Wort - oder? Ich fühle mich dabei auch ziemlich merkwürdig. Corona hat so vieles verschoben im Denken, in der Wahrnehmung und im Gefühlsleben. Die vorgeschriebene Distanz, die ständigen Kontrollen und die Abhängigkeit von der totalen Digitalisierung. Ohne Handy geht gar nichts mehr.  

Mittwoch 5. Januar: Heute morgen musste ich mich vorbereiten auf einen Besuch beim Augenarzt. Bei meinen Augen besteht ein gewisses Risiko für eine Netzhautablösung und einen zu hohen Augendruck. Im letzten Jahr habe ich meinen Termin vergessen. Das war sehr peinlich. Ich kenne und schätze Rolf Abraham seit vielen Jahren. Er interessiert sich sehr für Kunst und hat vor vielen Jahren einen Text geschrieben für das  Buch "Augenzeichnungen", das ich 1993 von Jochem Hendricks herausgegeben habe. Mit meinen Augen scheint alles OK zu sein. Ein Risiko besteht, dass ich einmal eine Augenoperation brauchen werde wegen einem möglichen grünen Star. Na ja - schauen wir mal...

Dienstag 4. Januar: Heute hatte ich Besuch von Jonas Niedermann und von Angela Lyn. Jonas gestaltet das sehr aufwändige und umfassende Buch-Werk von Angela, das sie für eine grosse Ausstellung in einer barocken Villa in der Nähe von Mailand plant. Jonas hat für uns schon das sehr schöne Buch über einen Text von John Berger gestaltet. (Geografie der Freiheit - John Berger Projekt) Ja jetzt freuen wir uns sehr auf dieses sehr imposante Werk. Das Buch erscheint in englischer Sprache und dokumentiert die spannende Geschichte der aus China stammenden Künstlerin Angela Lyn, mit viel Text, Bildmaterial und natürlich ihre Kunst. Kuratiert wird das ganze Projekt von Li Zhenhua. 

Sonntag 2. Januar 2022: An diesem Wochenende haben wir lange und erholsame Spaziergänge unternommen. Wir sind sozusagen ins neue Jahr hineingewandert. 

Freitag 31. Dezember 2021: Ich habe mir in den letzten Tagen versucht so viel Ruhe wie möglich zu gönnen. Heute Abend wäre bei Freunden, mit Freunden eine Silvesterfeier mit feinem Essen angesagt. Ich habe mich wegen meiner lädierten Haut entschlossen zu Hause zu bleiben. Monika ging alleine ans Fest und ich habe den Silvester ganz alleine zu Hause verbracht und viel und gut geschlafen. Ich freue mich auf das neue Jahr.  

Mittwoch 29. Dezember: Wir hatten eigentlich etwas ruhigere Tage geplant nach unserer Rückkehr. Im Moment stellt sich unser neustes Buch über Coghuf aber als der totale Renner heraus. Die Jurassier und Jurassierinnen beschenken sich in diesem Jahreswechsel gegenseitig mit Coghuf Büchern. Wir sind nur noch am Rechnungen schreiben, verpacken und versenden. So etwas habe ich noch nie erlebt in den letzten 36 Jahren als Verleger...
Am Abend waren wir eingeladen bei Freunden, die am Stadtrand in einem sehr idyllischen Weiler leben. Das war ein sehr schöner Abend mit feinem Essen und guten Gesprächen.

Dienstag 27. Dezember: Die Tage in Berlin mit Vera und dem kleinen Soan waren sehr erholsam. Keine Ausstellungsbesuche, keine Konzerte, keine Fressereien in Restaurants, einfach Familie pur. Wir haben viel gespielt, gut gegessen, viel geredet und ich habe sehr viel und gut geschlafen. Auftanken in der Grossstadt. 

Dienstag 21. Dezember: Ich erlebte ein aufregendes Aufstehen heute morgen. Ich musste mich vorbereiten auf einen Arztbesuch. Ich habe Probleme mit meiner Haut und traf mich heute mit Frau Burlein für eine Untersuchung am Rosenberg. Das war ein sehr spezielles und intensives, dreistündiges Treffen. Ich bin ja sehr gespannt, was da noch alles auf mich zukommt. 

Am Abend hatten wir noch ein Treffen mit Freunden geplant. Ein Feuer zur Sonnenwende bei uns zu Hause. Mir war dann aber alles zu viel. Ich wollte nur noch schlafen. Morgen fahren wir mit dem Zug nach Berlin. Ich muss noch packen, mich vorbereiten und endlich etwas ausruhen.

Donnerstag 16. Dezember: Wir sind recht früh aufgestanden und hatten dann den ganzen Frühstücksraum für uns alleine. Wir haben unsere Tagesroute geplant für unsere Bücherlieferungen im ganzen Kanton. Ursprünglich wollten wir dann in La Chaux-de-Fonds übernachten und die Stadt geniessen. Wir haben in dieser Stadt die schönste Buchhandlung gesehen, die man sich vorstellen kann. Sie heisst Payot und liegt an der Leopold Robert Avenue 25. Corona-bedingt war aber alles etwas traurig und wir haben uns dann entschlossen noch nach Biel zu fahren und uns dann direkt auf den Weg nach Hause zu machen. In Biel trafen wir vor, neben und hinter dem Museum Pasquart unsere Künstler- und Verlegerfreunde Barbara Meier und Rudolf Steiner. 
Mit der Rückfahrt hat dann auch alles wunderbar geklappt. 

Eigentlich war ja ursprünglich an diesem Wochenende auch unsere Teilnahme an der Edition in Biel eingeplant.  Na ja - es gibt ja zum Glück noch Anderes wie Bücher - oder?

Mittwoch 15. Dezember: In meiner Agenda war heute ein Termin in Bern eingetragen. Ein Treffen mit der parlamentarischen Kulturgruppe. Das sind eigentlich meistens ganz spannende Treffen mit überraschenden kulturellen Darbietungen, vielen Reden und üppigen Apero - Häppchen. Wegen Corona ist diese Veranstaltung abgesagt worden. Bin ich nun froh oder froh? Eigentlich bin ich sogar sehr froh. Wir fahren nämlich heute in den Jura für die Buchpremiere von Coghuf in Delémont. Ein Abstecher nach Bern wäre natürlich möglich gewesen. Es hätte aber unser Reiseprogramm um einiges erschwert. Und zwei Grossanlässe an einem Tag ist doch etwas viel. Wir sind also frohgemut nach Delémont zur Druckerei Pressor SA gefahren. Zufälligerweise waren auch unsere Kollegen von der Projektgruppe dabei, ihre Bücher von Coghuf abzuholen. Wir haben dann auch noch 200 Exemplare eingeladen, damit wir morgen alle Vorbestellungen der Buchhandlungen, Museen, Papeterien etc. im ganzen Jura beliefern können. Das gibt dann hoffentlich eine richtig spannende Fahrt bis nach Biel. Wir sind anschliessend ins Städtchen  gefahren und haben im Hotel National eingecheckt. Wir waren vor mehr als einem halben Jahr schon einmal hier für eine Vorbesprechung des Buchprojekts. 

Die Buchpremiere fand am Abend im Theaterfoyer in Delémont statt. Ich habe noch nie so viele Ansprachen gehört wie an diesem Abend. Bei meinen Französischkenntnissen war das wie ein abstraktes Vokaltheater. Zum Glück wusste ich ja um was es bei den Reden ging. Coghuf - Coghuf - Coghuf total und der Müller aus der Ostschweiz mittendrin. Die Überraschung des Abends war für uns Walter Tschopp aus Freiburg. Wir haben uns sehr gut unterhalten und haben anschliessend im Hotel National gemeinsam gegessen. 

Dienstag 14. Dezember: Ich bin am morgen früh aufgewacht. Heute ist der Transport des neusten Buches, die Monografie über den 1979 verstorbenen Künstlers Coghuf angesagt. Ich wartete bis 11 Uhr auf einen Anruf des Transporteurs. Um 11 habe ich es nicht mehr ausgehalten zu warten und fuhr zusammen mit Monika ins Lager an der Lukasstrasse. Eine riesige Palette mit Büchern stand vor dem Lift. Es ist immer wieder zum verzweifeln. Trotz ganz präzisen Vorgaben an die Transportfirmen klappt es selten, dass ich vorab über die Transporte informiert werde. Die Lastwagenfahrer haben oft nur ein privates Handy dabei und sie haben keine Lust auf eigene Kosten zu telefonieren. Vor allem wenn sie aus Polen, Tschechien oder wo auch immer her kommen. Es hat aber geklappt - ein guter Grund zum Feiern.

Zusammen mit Monika räumte ich die Bücher ins Lager und wir füllten den Kofferraum von unserem Auto, um genügend Bücher zu Hause zu haben, um all die bereits eingetroffenen Bestellungen zu erledigen. Ein tolles Buchprojekt, über einen Künstler, der Ende der 70er Jahre auch in der Ostschweiz grosse Werke realisieren konnte. Unter anderem an der Universität in St. Gallen und in der Kirche zum guten Hirten in Altstätten. Der Künstler arbeitete damals auch in der Werkstatt des Spenglers, Sammlers und Galeristen Alfons Keller. Ich wurde in den 80er Jahren auf den Künstler aufmerksam durch Walter Burger. 

Montag 13. Dezember: 19.30 Uhr - Monika ist wohlbehalten und gutgelaunt von Berlin zurückgekehrt.

Samstag 11. Dezember: Ich bin am Morgen früh aufgestanden und mit dem Zug nach Chur gefahren. Visarte Graubünden zelebriert heute ihre Jahresversammlung. Dabei habe ich einige sehr spannende Künstlerinnen und Künstler kennengelernt. Stephan Kunz vom Kunstmuseum Chur hat kompetent über die kulturpolitische Situation im Bündnerland referiert und die Visarte co - Präsidenten Lukas Bardill und Dominik Zehnder klagten über die von der Politik abgeschmetterten Transformationsprojekte. Ich habe mich in St. Gallen auch über den Umgang der Politik mit der Idee von den grossmundig angekündigten Transformationsprojekten genervt. Kurz vor Abgabeschluss wurden vom Kantonsrat die Vergaberegeln komplett geändert. Ein grosses Projekt, für das ich zusammen mit der Alltag Agentur wochenlang gearbeitet hatte, konnten wir über Nacht kübeln. Scheisse.

Na ja - am Nachmittag habe ich dann die Jahresausstellung im Kunstmuseum Chur besucht, viele Bekannte und Freund getroffen und gute Kunst gesehen. Das Museum zelebriert jedes Jahr die regionale Kunst vorbildlich und es sind immer wieder wunderbare Entdeckungen möglich.

Freitag 10. Dezember: Ich habe wie ein Grosser, ganz alleine meinen 66-zigsten Geburtstag gefeiert. Ups. Ich werde in den letzten Tagen reich beschenkt mit vielen Bestellungen für die im Vexer Verlag erscheinende Monografie von Yves Guygnard über den Jurassischen Künstler Coghuf. 

Donnerstag 9. Dezember: Die letzten Tage waren ziemlich einsam. Die Einladung von Ursina und Thomas zu einem gemütlichen Nachtessen war ein richtiger Stimmungsmacher. Wir haben viel über Berlin geredet und über die etwas unheimliche Stille, die zur Zeit über allen grossen Städten liegt. Ausser den Sirenen der Feuerwehr, der Polizei und der Notfalldienste herrscht gespenstische Stille, die nur ab und zu durch herumschreiende Suchtgeplagte jäh unterbrochen wird.  

Dienstag 7. Dezember: Heute sass ich von 10.15 Uhr bis 16 Uhr vor dem Bildschirm für zwei Zoom- Sitzungen mit Swissculture. 

Samstag 4. Dezember: Monika fährt heute mit dem Zug nach Berlin. Sie will Vera unterstützen und unseren Enkel Soan geniessen. 

Donnerstag 2. Dezember: Heute Nachmittag hat mich eine sehr sympathische, griechische Künstlerin besucht, um ein noch nicht existierendes Buchprojekt zu besprechen. Na ja, Fussballfans diskutieren ja auch enthusiastisch über Fussballspiele, die noch bevorstehen. 

Sonntag 28. November: Langer Spaziergang, viel Ruhe und Freude... plus feine Speisen und Getränke.

Samstag 27. November: Ich musste heute Morgen sehr früh aufstehen. Mein Zug nach Bern fuhr um 8.07 ab dem Hauptbahnhof. Ich hatte mich mit unserem Referenten Jaques Erlanger im Zug verabredet, um den Tagesablauf noch einmal zu diskutieren. Wir hatten eine Visarte Gruppenkonferenz im Vatter Businesscenter in Bern. Jaques ist ein versierter Kulturveranstalter und Finanzspezialist für die Finanzierungsplanung von Kulturanlässen aller Art. Der Anlass war gut besucht und ich denke, dass die Anwesenden Visartevertreter und Vertreterinnen aus allen Landesgegenden profitieren konnten vom fundierten Wissen von Jaques Erlanger. An solchen Anlässen geht es aber immer auch um die Kontaktpflege und den Austausch. 

Freitag 26. November: Nach einer eher ruhigen Woche haben wir heute Abend eine Bücherpräsentation im Kunstmuseum St. Gallen. Gloria Weiss, die Kommunikationsbeauftragte des Museums hat das wunderbar und stressfrei organisiert. Wir stellen die Neuerscheinungen von Christoph Rüttimann, Patrick Rohner und die in Bälde erscheinende Monografie über den Künstler Coghuf vor. 

Der Abend war sehr gut besucht, die Diskussion - und die von Gloria Weiss geführte Gesprächsrunde mit den Künstlern und dem Autor Yves Guignard war sehr lebendig. Roland Wäspe gab als Gastgeber und bestens  informierter Gesprächsanreger sein Bestes. Ein richtig anregender und erfolgreicher Abend.

Dienstag 23. November: Heute gegen Mittag sind meine drei Skandalbilder, nach der Ausstellung in der Kunsthalle Fribourg wieder zurück transportiert worden. Ein denkwürdiger Moment. 

Samstag 20. November. Die letzten Tage waren ruhig aber von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geprägt, die bei uns neue Bodenbeläge einarbeiten. Für mich wurden jeweils Laufstege improvisiert, damit ich noch in mein Büro und in die Küche gehen konnte. Gegessen haben wir meistens im Restaurant Blume. Unsere Küche konnte nicht benutzt werden. 

Heute gegen Mittag trifft sich meine Familie zu einem Apero und zum Essen. Ich kann leider nicht dabei sein. Ich muss am frühen Nachmittag losfahren nach Luzern und dann nach Emmenbrücke. Ich fuhr über Zürich und war dann kurz nach 16 Uhr in Luzern. Ich wollte unbedingt noch die Ausstellung von Vivian Sutter im Kunstmuseum sehen. Es waren viele Leute da und ich dachte, dass ich zufällig in eine Vernissage reingeraten bin. Dem war aber nicht so. Ein Musikensemble für neue Musik hatte sich in allen Räumen verteilt. Sie spielten, ohne sich zu sehen. Das war ein wunderbares Klangerlebnis. ich ersten Raum traf ich zufällig auf Dorothea Strauss und ihren ehemaligen CEO bei der Mobiliar Versicherung. Wir hatten nicht viel Zeit zum Plaudern aber es waren auf einen Schlag wieder alle Erinnerungen geweckt, an Dorothea und ihre tolle Arbeit als meine Nachfolgerin als künstlerische Direktorin der Kunsthalle in St. Gallen. Die unheimlich vielen, wild bemalten Tücher von Vivian und die von Raum zu Raum anders wahrnehmbare Musik passten wunderbar zu diesen Erinnerungen. Ein künstlicher, hängender Bildergarten und musizierende und herumgehende Menschen im Raum. Das war für mich wie ein mit Früchten behängter Garten in einem streng geführten Haus. Toll! 

Ich fuhr anschliessend mit dem Zug nach Emmenbrücke. Ich hatte einen Plan ausgedruckt, damit ich den Fest-Ort der Visarte Zentralschweiz problemlos finden kann. Als ich vor dem Bahnhof in Emmenbrücke auf der Strasse stand war ich aber schon ziemlich hilflos. ich fragte eine ältere Dame, ob sie mir helfen könnte. Sie schaute sich dann den Plan ganz genau an und wies mich ganz bestimmt in eine Richtung, wo ich dann links abbiegen müsse.

Als ich am Abbiegepunkt angelangt war, fragte ich einen Passanten, der mich dann an die Bedienung eines Restaurants verwies, die nicht deutsch sprechen konnte und auf eine andere Frau zeigte, die im Quartier wohne. Diese Frau war auch wieder etwas älter und schaute mich mit grossen Augen an. Sie wollte genau wissen, was das denn für ein Fest sei. Ich sagte ihr, dass die Visarte Zentralschweiz das 125 jährige Jubiläum feiere. Sie überlegte einige Takte und sagte dann, ja ist das denn ein Event? ich sagte etwas zaghaft ja. Sie wies mich dann klar in eine Richtung und sagte, dass genau dort eine Eventhalle zu finden sei.
Sie strahlte richtig und freute sich, dass sie mir helfen konnte. Bei der Halle angekommen sah ich sofort, dass das nicht die ehemalige Villa der Von Rolls sein konnte. Die suchte ich nämlich. Ich ging dann weiter, zu einem Landgasthof mit viel Aussenraum, mit vielen Bänken, die mit Schaffellen bestückt waren, Grills an allen Ecken etc. aber kein Mensch war da, den ich um Rat fragen konnte. Ich überquerte dann eine grosse Brücke, die schräg über den reissenden Fluss führte. bei einer Tankstelle versuchte ich erneut mein Glück. Die Tankenden verstanden mich aber nicht und zuckten nur mit den Schultern. Emmenbrücke ist nicht so einfach zu verstehen. Ich hatte nur die Wahl, erneut den Rückzug anzutreten und weiter zu suchen. Ich ging wieder zurück, über die Brücke und direkt ins Industriequartier. Nach einem zügigen Marsch von ca. 15 Minuten, kahm mir eine Fahrradfahrerin entgegen. Ich hielt sie hoffnungsvoll an und fragte, ob sie mir helfen könnte. Es stellte sich dann heraus, dass auch sie auf der Suche nach dem Festplatz war. Och - ich war so erleichtert. Leider hatte sie aber auch keine Ahnung. Gemeinsam gingen wir dann durch ein immer wilderes Industriequartier. Es dampfte und zischte aus allen Rohren, aber es waren keine Menschen zu sehen. Plötzlich standen wir auf einer Brücke, die eine enorme Wärme ausstrahlte. Ich sah dann, dass unter dieser Brücke lange, rotglühende und dampfende Stahlstäbe zur Auskühlung lagen. Als wir diese Brücke überquert hatten, sahen wir einen riesigen, panzerähnlichen Laster daher rollen, der eine enorme Hitze ausstrahlte. Es war ein Fahrzeug, das die noch extrem heisse Kohlenmasse wegtransportierte, die zur Stahlschmelze gebraucht wurde. Das riesige graue Fahrzeug puffte und zischte wie ein Urwesen, das nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte. Es war etwa so wie ich mir als Kind den Krieg vorgestellt hatte. Erschaudernd und unheimlich, wie von Geisterhand gelenkt.

Nach diesen eindrücklichen und verstörenden Bildern sahen wir bei einer schmalen Brücke plötzlich einen gelben Ballon hängen. Es musste also Menschen in der Nähe geben... Von hier aus war der Weg gut markiert und bald war auch Musik zu hören. Nach einem leichten Anstieg standen wir vor der verlotterten Villa der Familie von Roll. Es wirkte ein bisschen wie eine kolonialistische Herrschaftsvilla in Afrika.

Corona-bedingt war ich schon lange nicht mehr an einem Fest. Die Stimmung war etwas gedämpft aber die Anwesenden freuten sich sichtlich auf diesen Abend mit Essen, Trinken und Musik. Ich konnte mit vielen, mir bekannten Künstlerinnen und Künstlern plaudern. Bettina Staub, die neue Präsidentin von Visarte Zentralschweiz stellte mich vielen Kunstschaffenden vor. Wir besprachen kurz den Ablauf des Abends und der geplanten, kurzen Reden. Es wurden Projekte vorgestellt, das Abendprogramm angesagt und ich wollte als Präsident von Visarte Schweiz eine kurze Begrüssung machen. Irgendwie kam ich dann in einen unverhofften Redefluss und las am nächsten Tag im Internet, dass ich an diesem Fest eine fulminante Brandrede gehalten hätte.

Ich konnte leider nicht sehr lange bleiben und wurde vom sehr sympathischen Lebenspartner von Bettina zum Bahnhof Emmenbrücke begleitet. Ich fuhr mit dem Bus nach Luzern und konnte dann stressfrei in den Voralpenexpress steigen. Der Zug war streckenweise komplett leer. Nach zweieinhalb Stunden einsamer Fahrt durch die Nacht war ich dann in St. Gallen. 

Mittwoch 17. November: Bei uns wird renoviert. Es gibt neue Bodenbeläge auf den Treppen, im ganzen Flur, der Küche und im Badezimmer. Wir müssen täglich planen, wie wir uns noch im Haus bewegen können. Es ist erstaunlich, was neue Materialien und neue Farben bewirken können. Ich freue mich darauf bis alles fertig ist. Wir haben uns für schwarz entschieden.

Dienstag 16. November: Am Mittag bin ich wieder zum Bahnhof gefahren. Heute haben wir eine Sitzung mit dem Zentralvorstand von Visarte Schweiz in Zürich. Ich fahre immer im Speisewagen, damit ich keine Maske tragen muss. Heute war es aber sehr unangenehm, weil in Wil eine völlig psychotische Frau zugestiegen ist, die den Kellner aufs übelste beschimpfte und die mit ihren Tiraden nicht mehr aufhören konnte. Wir Gäste mussten das alles erdulden, bis die Frau dann in Winterthur vom Sicherheitsdienst aus dem Zug geholt wurde. Diese Fahrt war alles andere als erholsam. Um 14.15 Uhr traf sich der Vorstand von Visarte in einem Sitzungsraum in der Helferei an der Kirchgasse. Es war etwas anstrengend. Zwei Mitglieder waren entschuldigt und drei kamen zu spät wegen Zügen, die ausgefallen oder stehen geblieben sind.

Die Sitzung war dann aber doch sehr ergiebig und wir konnten viele Sachgeschäfte erledigen. Am Abend hatten wir ein sehr schönes Abendessen bei einem Italiener, zu Ehren von unserem langjährigen Finanzfachmann Sergio, der nicht mehr Vorstandsmitglied ist.

Anstrengend ist nach so einem Fest immer die Rückfahrt. 

Montag 15 November: Am Mittag bin ich mit dem Zug losgefahren nach Bern. In Zürich ist dann Regine eingestiegen. Wir waren beim Bundesamt für Kultur zum Jahresgespräch eingeladen.

Das Treffen war sehr freundschaftlich, nett und anregend. Corona hat in der Kultur sehr viel verändert und alle Beteiligten sensibilisiert.

KULTUR HAT PLÖTZLICH EINEN HÖHEREN STELLENWERT WIE DER SPORT.

Das empfinde ich jedenfalls so. 

Sonntag 14. November: Susi und Hugo waren an diesem Wochenende bei uns zu Besuch. Wir haben sehr gut gegessen, getrunken und viel geredet. 

Freitag 12. November: Ich habe mich vorbereitet auf das Performancetreffen im Raum für Literathur in St. Gallen und habe eine Liste aufgestellt von allen Performances die ich in der Region erlebt oder selber durchgeführt habe. Als erstes ist mir der Künstler Mädi Zünd eingefallen, der in den Sechzigerjahren in Rebstein/Marbach regelmässig mit seinem ausgewachsenen Schwein Restaurantbesuche gemacht hat. Oder die beiden Bürgerheimbewohner Hansli und Herrmann, die an jedem Samstagabend ihre Gesangsperformance als singende Skulpturen in den Wirtschaften von Oberriet und Umgebung vorführten, um ihr Bier  bezahlen zu können. Sie schwankten dann spät in der Nacht immer ziemlich betrunken zurück ins Bürgerheim. 

Der Abend mit vielen performativ arbeitenden Künstlerinnen und Künstler war sehr unterhaltsam, informativ und immer wieder überraschend.

Donnerstag 11. November: Am Mittag bin ich mit dem Zug nach Zürich gefahren für ein Meeting an der ZHDK zum Thema "Entwicklung der Saläre von Kulturschaffenden." das war spannend. Viele Bekannte aus allen Kultursparten waren anwesend bei dieser lebhaften Diskussion. Das Thema von gerechten und fairen Honoraren von Kunstschaffenden ist ein grosses Thema. 

Dienstag 9. November: Am Nachmittag hatten wir eine Anlageberatung bei der Raiffeisenbank. Es ist gar nicht so einfach, die angesparten Gelder für die private Altersvorsorge richtig anzulegen. Wir haben uns dann aber ziemlich schnell für eine interessante Variante entschieden. 

Am Abend nahmen wir teil am Freundesessen der Kunsthalle St. Gallen. Das sind immer sehr spannende Treffen mit vielen Kunstinteressierten, die man nicht alle Tage sieht. 

Samstag 6. November: Heute morgen hatte ich sehr netten Atelierbesuch an der Lukasstrasse und um 14 Uhr erwartete ich die junge Künstlerin Sophia Remer an der Brauerstrasse. Das war sehr nett. Sophia ist eine sehr feine Person und eine spannende Künstlerin. Sie signierte die ganze Auflage ihres ersten Buches mit dem Titel: "Ich zeichne Kreise auf ein Blatt, der Stein fällt ins Wasser." Ein wunderbarer und feiner Text zum Thema Wahrnehmung.

Mittwoch 3. November: Heute habe ich spontan den Ofenbauer Erich Schuess angerufen, damit er den Lehmofen kontrolliert. Ich war nicht sicher, ob das Kamin richtig zieht. Beim ersten Heizen hat alles ziemlich nach Rauch gestunken. Eventuell habe aber ich einen Fehler gemacht...

Am Abend hat sich Monika die Zauberflöte angeschaut und angehört im Provisorium des Stadttheaters. Sie war ziemlich entsetzt von der Inszenierung und vom Verhalten eines Besucherpaares. Die Beiden scheinen sich so ins Thema der Zauberflöte hineinversetzt haben, dass sie sich fast paarten vor dem ganzen Publikum. Och - och und das in St. Gallen...

Dienstag 2. November: Mouvements" abzuholen. Das war eine sehr angenehme Begegnung. Ich bin sehr glücklich über dieses spannende Buchwerk, mit Texten von Konrad Bitterli, Katja Blomberg, David N. Bresch, Annette Gigon, Johannes M. Hedinger, Invar Torre Hollaus, Peter Hubacher, Patrick Rohner, Hans-Jakob Schindler, Yael Schindler Wildhaber, Ruben Alexander Schuster, Cornelia Schwierz Lucie Tuma, Helmut Weissert und Roland Wäspe. Das Projekt hat Vera von Berlin aus begleitet.

Die 200 Exemplare für Patrick füllten sein ganzes Auto. Eine sehr schwere und gewichtige Fracht...

Montag 1. November: Heute an Allerheiligen hatten wir das traditionelle "Huttersche"- Familientreffen bei Marian und Oreste in Kriessern. Die beiden haben wunderbar gekocht und eine sehr angenehme Stimmung geschaffen.

Sonntag 31. Oktober: Nach einem wunderschönen Spaziergang musste ich im Atelier die Bücher für Patrick Rohner in Schachteln verpacken und für die Abholung vorbereiten. Bücher sind extrem schwer. Vor allem das neuste Werk von Patrick mit dem Titel Massenbewegungen. 

Freitag 29. Oktober: Um neun Uhr war ich verabredet mit Fredi A. zu unserem Wochentreff. Das ist immer ein sehr spannender Austausch. Am Mittag fuhr ich dann in den Osten, um die Wohnung eines an Kunst interessierten Ehepaars zu besichtigen. Das war sehr sympatisch und spannend. Am Abend besuchte ich die Vernissage im Kunstmuseum von der dänischen Künstlerin Marie Lund. Nadia Veronese hat einmal mehr eine sehr beeindruckende Ausstellung kuratiert. Ein guter Abend mit vielen spannenden Begegnungen.

Mittwoch 27. Oktober: Am Morgen wollte ich mit dem IC nach Zürich fahren. Der Zug ist wieder einmal ausgefallen und ich musste mit dem Regionalzug 90 Minutenlang durch die Landschaft bummeln... Ich bekam ziemlich Stress weil ich mich um 11 Uhr beim Helmhaus mit der Genfer Künstlerin Sylvie Wozniak verabredet hatte. Ich habe die Strecke vom Bahngleis im UG des Bahnhofs bis zum Helmhaus in einer Rekordzeit von zehn Minuten geschafft. Wir haben uns die Ausstellung "Wohin? Künstlerische Investigationen" angeschaut. Es werden starke künstlerische Arbeiten präsentiert. Teilweise ist es schwierig all die vielen englischen Texte zu verstehen. Für mich war das schon fast wie eine mühsame Prüfungsaufgabe. Nach dem Essen schauten wir uns alle Ausstellungen in den Galerien an der Rämistrasse an. Am stärksten beeindruckt hat mich die Einzelausstellung des Künstlers Francis Alys "Grenzbarrieren Typologie" in der Galerie Peter Kilchmann. In rund 20 kleinen Bildchen, sind verschiedene Typen von Grenzzäunen, mit weisser Farbe auf kleine, braune Bildtäfelchen gemalt. Die feine Malerei der Zäune erinnert an alte Stickereien oder Dessous. Ein Gegensatz, der betroffen macht.

Wir spazierten dann noch zum renovierten und weitergebauten Kongresshaus am See. Ich wollte Silvie noch die Fassade des Gartensaals zeigen, die ich entworfen habe. Ich musste dann wieder zurück nach St. Gallen. Um halb fünf hatte ich wieder eine der anstrengenden Zoomsitzungen mit swiss culture. Am Abend besuchte ich zusammen mit Monika ein beeindruckendes Orgelkonzert in der Kathedrale St. Gallen.  

Montag 25. Oktober: Pünktlich um neun Uhr besuchte mich Stéphanie Bächler. Sie arbeitet an mehreren spannenden Projekten und hat viele Jdeen, die sie teilweise in St. Gallen realisieren und präsentieren will. Sie hat mir ein wunderschönes Buch mitgebracht "DEAR CLAY,", das im letzten Jahr vom Bundesamt für Kultur ausgezeichnet wurde als eines der schönsten Schweizer Bücher. Erschienen bei: buildingfictions.com

Um 14 Uhr hatten wir Besuch von unserer Bankberaterin. Das Alter macht uns als Kunden interessanter... so lange es noch etwas zu beraten gibt ist das ja OK.

Am späteren Nachmittag bin ich dann für mein Referat bei der Bidschulkonferenz nach Zürich gefahren. Das Treffen im "Karl dem Grossen" war sehr angenehm und interessant. Corona bedingt war die Teilnehmerzahl überschaubar. Die Anwesenden waren aber sehr engagiert. Unsere Visarte Broschüre mit den Honorarleitlinien werden nun an alle Bildschulen in der Schweiz verschickt.  

Sonntag 24. Oktober: Ein ziemlich fauler Sonntag. Am frühen Abend sind wir in die Stadt spaziert und haben uns die Ausstellung von Stéphanie Bächler im Ausstellungsraum von Nina Keel im Linsenbühl angeschaut. Die Künstlerin hat letztes Jahr im Saurer Museum in Arbon auf einer alten Stickmaschine eine interessante künstlerische Arbeit gestickt und hat auch im Sitterwerk gearbeitet. Anschliessend waren wir zu einem Apero eingeladen bei Trix und Beat. Sie haben vor einiger Zeit eine fünfteilige Biotop - Arbeit gekauft. Ich habe die Bilder auf Holzplatten gemalt vom Mammutbaum, den ich für das Stadtmuseum in Aarau für meine Menschenbilder verarbeitet habe. Bei einem Bild war ein winziges Teilchen am Rande nicht bemalt. Ich habe Farbe mitgenommen und das ein mal fünf Millimeter grosse Teilchen hell bemalt. Nun ist das Werk vollendet...

Samstag 23. Oktober: Heute habe ich einen Termin um meine neue Brille bei Fielmann abzuholen. Das war wirklich super. Die Brille mit Gleitsichtgläsern stimmt perfekt, die Fassung von Saint Laurent war nicht billig aber sie passt. Ich stand nach zehn Minuten schon wieder auf der Strasse ohne zu stolpern. 

Freitag 22. Oktober: Am Morgen schrieb ich einen Text zur gerechten Honorierung von Kunstschaffenden, wenn sie unterrichten. Ich werde am nächsten Montag in Zürich, bei der Konferenz der Bildschulen, ein Inputreferat halten zu diesem Thema. 
Am nNchmittag brachte ein Monteur unser neues Kellerfenster. Das alte war total vom Holzwurm zerfressen. Unser Haus wurde 1955 erbaut und der Naturkeller diente auch als Luftschutzkeller. Der Schutz wäre sicher ungenügend gewesen. Schwere, aus Massivholz geschreinerte Eichenläden und eine dicke Eichentüre mit eisernen Verstärkungen sollte die Bewohner vor Angriffen schützen. Nun haben sich die Holzwürmer als Auffresser des Luftschutzkonzepts verlustiert...

Mittwoch 20. Oktober: Heute Morgen besuchten wir einen Baufachmann in Gossau. Wir möchten unsere geplättelten Böden erneuern. Leo Sutter wird es richten. Anschliessend haben wir noch das Heilsarmee Brockenhaus im Westen der Stadt besucht. Mir wurde es richtig schwindlig bei diesen vielen Sachen, die alle einmal in unterschiedlichsten Haushalten herumgestanden sind. Hunderttausende von Geschichten in einem riesigen Laden. Ich stellte mir vor, wie all die Gläser, Kleider, Kübel, Spielsachen, Möbel, das Essgeschirr und alle Tassen anfangen zu erzählen von ihrem ehemaligen Leben, umgeben von Menschen mit ihren Problemen und Fragestellungen. Mir wurde es ganz schummerig und ehrlich gesagt ziemlich "chröpelig".

Dienstag 19. Oktober: Gegen Mittag besuchte uns unsere Freundin Conny aus Schaffhausen. Monika hat wunderbar gekocht. Einen bunt gemischten Salat aus unserem Garten und Linghuini mit einer feinen Steinpilzsauce. 

Sonntag 17. Oktober: Eveline und Ralph haben uns zum Mittagsschmaus eingeladen. Die wunderschöne Stadtwohnung ist nun frisch herausgeputzt, neu eingerichtet und renoviert. Alle Kunstwerke sind neu gehängt. Mein grosses Berg-Bild mit der Venus hängt im Wohnraum und links davon ist eine sehr schöne Fotoarbeit mit Blumen von Regula Engeler platziert. Es ist eine Freude. Gute Stimmung, feines Essen, inspirierende Gespräche und einige spassige Jasspartien zum Schluss. Das war ein richtiger Sonntagsspass.

Samstag 16. Oktober: Am Mittag wollte ich eigentlich nach Bern fahren. Vincent Chablet organisiert in seinem Atelier in Bern eine Performance von einer jungen Künstlerin. Ich musste leider kurzfristig wieder absagen. Ein überraschender Besuch hat meine Reise verunmöglicht...

Freitag: 15. Oktober: Am Nachmittag sass ich drei Stunden mit Fredi Altherr im Garten. Wir treffen uns regelmässig, um uns auszutauschen, zu diskutieren, irgendetwas anzuschauen, Projekte zu besprechen etc. Heute wollten wir in die Stadt spazieren und durch den Jahrmarkt der Olma flanieren. Es gab aber so viel Gesprächsstoff, dass wir drei Stunden im Garten sitzen geblieben sind. 
Am Abend habe ich dann für uns und unsere neuen Nachbarn Mario und Simone auf dem offenen Feuer Maroni aus Italien gebraten. Dazu tranken wir ausgelesenen Wein, bis die Stimmung ziemlich ausgelassen wurde. Es hat Spass gemacht und wir waren alle sehr inspiriert.

Donnerstag 14. Oktober: Nach dem Heckenschneiden kommt das Haareschneiden. Simone hat das gut gemacht. 
Am Nachmittag habe ich mich spontan entschieden, den ersten Teil des neuen Hochbeetes zu bauen mit Mammutbaumholz. Ausmessen, Holz auswählen, graben, Steinfundament auslegen, Holz zuschneiden, alles zusammenfügen, mit der Motorsäge eine Karotte in einen Stützpfahl fräsen und fertig ist die Kiste... 

Mittwoch 13. Oktober: Am Morgen hatte ich einen Termin bei Fielmann. Ich brauche dringend eine neue Brille. Warten, Augentest, warten, Brille auswählen. Die junge und sehr engagierte Frau war sehr exakt und kontrollierte jeden Arbeitsschritt in einer bewundernswerten Ruhe. Ich glaube sie liebt ihre Arbeit mit Menschen und auch all die Brillen. Ich habe mich für ein Modell von Yves Saint Laurent entschieden. Die Schönste und die Teuerste... Das hat Spass gemacht. Ich war zweieinhalb Stunden in diesem Laden... Als Belohnung habe ich mir ein Sankt Galler Brot mit heissem Fleischkäse spendiert. Nach dem Brillen Fielmann kommt die Metzgerei Rietmann... Mann oh Mann...

Montag 11. Oktober: Angeregt durch die Waldarbeit in Italien habe ich heute unsere Linguesterhecke geschnitten. Ganz schön anstrengend.

Sonntag 10. Oktober: Die Tage in Italien waren sehr schön. Zuerst besuche ich immer meinen kleinen und immer grösser werdenden Mammutbaum Felice. Nun habe ich ihn befreit von vertrockneten Ästen im unteren Stammbereich. Der Baum ist nun sicher schon vier Meter hoch. Rund um den Baum verstärke ich bei jedem Besuch den Schutzring, den ich mit Ästen gebaut habe, um den Wildschweinen keine Chance zu geben, sich an meinem Baum zu laben. Am zweiten Tag habe ich begonnen, einen ganzen Hang auszuholzen, um die Quellleitung zu schützen. Es waren strenge aber gute Tage, mit feinem Essen, viel Gemüse aus dem Garten, frisch gebrautem Bier und Wein. Wir haben auch einen ausgedehnten langen Spaziergang durch die Wälder gemacht, um Pilze zu suchen. Alleine würde ich verhungern aber Monika und die Anderen haben einen ganzen Korb mit feinsten Pilzen füllen können. 

Unsere Rückfahrt war auch dieses Mal problemlos. Wir haben im Rheintal noch die Eltern von Monika besucht und waren am Abend wieder zu Hause.

Mittwoch 6. Oktober: Am Morgen sind wir ziemlich früh aufgestanden. Wir müssen unsere Koffer packen - wir fahren nach Italien, nach Agrano, um zusammen mit Freunden das Herbstheuen zu geniessen. Punkt 12 Uhr sind wir losgefahren. Alles ist gut. 

Dienstag 5. Oktober: Heute besuchte uns Hansjörg Bachmann. Er hatte in St. Gallen zu tun und schläft bei uns. Es gibt immer viel zu erzählen in Sachen Kultur und Kulturpolitik, über neue und alte Projekte. Wir kennen uns schon seit Ende der siebziger jahre, da kommen viele alte und neue Geschichten zusammen.

Sonntag 3. Oktober: Ein ruhiger Sonntag mit einem schönen, erweiterten Spaziergang zum Atelier. Eigentlich wollten Monika und ich drei sehr grosse Bilder einen Stock höher - in das Dachgeschoss transportieren. Leider funktionierte der Lift nicht. Der steckte im Keller fest. das ist mir nun innerhalb von drei Tagen schon das zweite Mal passiert. Ärgerlich...Am Abend waren wir bei Ursina und Thomas Cerny eingeladen. Feines Essen, gute Gespräche, ausgelesene Weine und viele Neuigkeiten. Es geht was in unserem Quartier. Überall Baustellen, Baulärm, aufgerissene und gesperrte Strassen. Da freut man sich auf ruhige Sonntagabende mit Freunden.

Samstag 2. Oktober: Heute fuhr ich mit dem Zug nach Zürich, um die Ausstellung von Lorenz Oliver Schmied zu besuchen beim Büro König an der Birmensdorfer Strasse 299. Wir haben im Letzten Jahr das zweite Buch von Lorenz im Vexer Verlag herausgegeben. Die Anthologie Bd. 1 entstand 2009 und Band 2, Skonogramme 2020, mit Texten von Anne Mueller von der Haegen, Georges Didi-Hubermann und Isabel Zürcher. Susanne König ist sehr kompetent als Beraterin in Sachen Kunst. Das war ein sehr informatives, überraschendes und fröhliches Zusammentreffen, in einer beeindruckenden Ausstellung.

Am Abend besuchte uns Vanja - ein schöner Abend.

Freitag 1. Oktober: Heute Abend hatten wir ein schönes und lustiges Treffen mit Lucie Schenker und Kurt Huber im Restaurant Blume. Gülüstan hat wunderbar gekocht und Ali hat serviert mit viel Charme und Humor. Gute Weine, tolles Essen und wunderbare Gespräche. 

Donnerstag 30. September: Heute machte ich mit der Architektin Eva - Maria Simon einen Ausflug ins Rheintal, um ein Kunststeinwerk zu besuchen. Die Besprechung war sehr professionell und angenehm. Ich bin gespannt, ob die seit langer Zeit geplante Arbeit ausgeführt werden kann. 

Am Abend besuchte ich die Eröffnung im Präsentationsraum von Felix Boekamp in St.Fiden. Das ist ein spannender, unkommerzieller Ausstellungsort.  

Mittwoch 29. September: Am frühen Nachmittag hat die Papyrus Spedition zwei riesige Paletten mit den frisch gedruckten Büchern "Massenbewegungen" von Patrick Rohner angeliefert. Das sind immer ganz spezielle und aufregende Momente. Dieses Buchprojekt hat Vera von Berlin aus betreut. Entstanden ist eine grossartige Werkmonografie mit fundierten Texten von Konrad Bitterli, Katja Blomberg, David N. Bresch, Anette Gigon, Johannes M. Hedinger, Invar-Torre-Hollaus, Patrick Rohner, Hans-Jakob Schindler, Yael Schindler Wildhaber, Ruben Alexander Schuster, Cornelia Schwierz, Lucie Tuma, Helmut Weissert und Roland Wäspe.  Die erste Buchpräsentation hat am Samstag 25. September im Hotel Alpenblick in Tegna stattgefunden. Johannes M. Hedinger hat dort die Ausstellung von Patrick eröffnet und das Buch gewürdigt. Ich war leider nicht dabei, weil ich an der Messe in Basel engagiert war.

Wir planen nun aber eine Buchpräsentation mit den neuen Büchern von Christoph Rüttimann, Patrick Rohner und der ersten, umfassenden Monografie von Coghuf im Kunstmuseum St. Gallen am Freitag 26. November um 18.30 Uhr.

Montag 27. September: Heute war ich am Vormittag mit der Messeaufarbeitung beschäftigt. Rechnungen schreiben, Bücher versenden, Kontakte und Adressen speichern. etc. Am Mittag war ich mit einem Fensterbauer verabredet, der ein neues Kellerfenster ausmessen und offerieren muss. Am Nachmittag sortierte ich die liegengebliebene Post der letzten Woche. Dann brachte ich alle Bücherpakete, die ich heute vorbereitet habe mit meinem stetigen Begleiter, dem rollenden Koffer  anderson.shopper zur Post.

Am Abend wurde ich dann belohnt mit einem wunderbaren Nachtessen in der Militärkantine. Alle beteiligten Projektleiter und Projektleiterinnen, die ein Buch machen konnten mit der Unterstützung von Litherathur-Ost, trafen sich dort zusammen mit den engagierten Kulturbeauftragten aus der ganzen Ostschweiz. Das war seit langer Zeit meine erster Restaurantbesuch. Es gab rege Diskussionen zu den verschiedenen Projekten. Ich konnte 2019, dank dieser Unterstützung, mit dem Vexer Verlag das John Berger - Projekt "Geografie der Freiheit" realisieren. Nun ist an diesem Abend angeregt worden, dass ein gemeinsamer Anlass für alle entstandenen Projekte geplant wird. Corona hat ja eine breite Vermittlung durch öffentliche Veranstaltungen verhindert.

Sonntag 26. September: Kurz vor Schluss habe ich an der Buchmesse "i never read" viele Bücher getauscht und alle restlichen Bücher in Schachteln verpackt, die dann von Eveline wieder mit der Post nach St. Gallen geschickt werden. Ich konnte recht gut verkaufen. Ich habe sehr viele neue Bekanntschaften gemacht und interessante Menschen kennengelernt. Es war eine intensive Woche mit sehr bereichernden Gesprächen und vielversprechenden Begegnungen. Viele Verlegerinnen und Verleger waren unzufrieden mit der Messe.
Das liegt auch an der sehr langen Messezeit.
Sieben Tage Basel, mit täglich neun Stunden Präsenzzeit ist sehr anstrengend.
Zudem war die Verpflegung in der Halle sehr dürftig.
Die Tage in Basel habe ich aber trotz allem sehr genossen und habe keine einzige Ausstellung besucht. Ich war nicht an der Art Basel und an keiner Nebenmesse.
Aber ich habe mir viele Berichte von interessanten Menschen angehört und hatte am Sonntagabend das Gefühl, eine stimmige Analyse vom Kunstmarkt erarbeitet zu haben. Die Kunstwelt hat sich sehr weit von den Menschen entfernt. In den 70er Jahren war die Art Basel ein richtiges Volksfest für und mit der Kunst. Heute ist dieser Anlass nur noch eine anonyme und elitäre  Kapitalumschichtungsmaschinerie. Was solls. Kunstinteressierten Menschen empfehle ich schon lange, direkt in die Ateliers und Werkstätten von Künstlerinnen und Künstlern zu gehen. Dort findet die künstlerische Denkarbeit statt.  
Für mich ist Basel immer eine Reise wert. Es ist nicht nur die Stadt, es sind vor allem die Menschen. Auf der Zugfahrt nach St. Gallen hörte ich von Reisenden dauernd die neusten Resultate der Wahlen in Deutschland und in Zürich setzte sich eine Familie in historischen Kostümen neben mich. Sie berichteten von ihren Erlebnissen in einer eigentümlich klingenden Sprache, gekleidet in selbstgeschneiderten Kostümen aus Ziegenleder, Schafspelz und selbst gewobenem Leinen. Die kleine Reisegruppe reflektierte intensiv das verregneten Mittelalterwochenende im Irgendwo - neben einem Maisfeld auf einem Bauernhof. Diese Zugfahrt war eine echte Zeitreise.

Dienstag 21. September: Die Wohnung von Ute und Walter im 18. Stockwerk ist wirklich sehr beeindruckend. Der Ausblick über die ganze Stadt hat mir Basel noch einmal näher gebracht. Ich habe wunderbar geschlafen und bin hochmotiviert. Heute musste ich früh aufstehen. Ich hatte einen Baustellentermin und wollte vorher noch einen Kaffee trinken und die Zeitung lesen. Das gehört zu meinen täglichen Ritualen... Ich war gespannt auf den Rohbau des Mehrfamilienhauses, für das ich vor längerer Zeit ein Kunst am Bauprojekt entwickelt habe. Das Haus steht in einem interessanten Stadtteil, mit viel Grün und einer sehr durchmischten Baukultur. Grosse, altehrwürdige Wohnbauten mit grossen Gärten und altem Baumbestand wechseln sich ab mit mehr oder weniger geglückten, neueren Mehrfamilienhäusern. Der Augenschein vor Ort hat mich in meinem Vorhaben bestätigt. Ich denke, dass mein geplanter Beitrag eine unaufgeregte Bereicherung und Aufwertung des Gebäudes werden kann.  Es wäre schön, wenn ich die Arbeit realisieren könnte. Ich bin guten Mutes...

Montag 20. September: Ich habe mich gut vorbereitet für den heutigen Tag und für die Messe in Basel. Schon vor einer Woche schickte ich per Post vier riesige und schwere Schachteln mit Büchern nach Basel. Meinen Rollkoffer habe ich gestern vollgepackt. Nun kann es losgehen. 

Ich war rechtzeitig um halb Zwölf  bei der Messe. Matthias Burki vom "Verlag der gesunde Menschenversand" hat am Wochenende den Büchertisch für mich eingerichtet. Das war eine grosse Erleichterung für mich. Es ist immer sehr spannend an diesen Messen, alle Verlegerinnen und Verleger zu treffen und sich auszutauschen. Der erste Tag war etwas harzig. Ich freute mich am Abend meine Freunde Ute Schendel und Walter Morgentaler zu treffen. Ich kann die ganze Woche bei ihnen im Hochhaus wohnen und ich bin sehr gespannt auf die Wohnung im 18. Stock. Das Haus ist von der Messe aus zu Fuss in weniger als 10 Minuten erreichbar. 

19. September: Bin in Eile. Monika kommt von Berlin zurück. Ich koche einen Willkommensschmaus und ich muss mich noch vorbereiten für die Messe in Basel. Ich bin ab Morgen eine Woche lang an der "i never read" Buchmesse , die in diesem Jahr auf dem Messegelände, gleichzeitig mit der Art Basel stattfindet. Ich freue mich auf gute Gespräche und auf viele Buchfreundinnen.

Samstag 18. September: Ein schöner Tag mit vielen Überraschungen. Am frühen Nachmittag habe ich mit Edith, Lorenz und mit ihrer Tochter Arlette abgemacht. Das Mädchen hat zu ihrer Geburt einen kleinen Apfelbaum in einem Topf geschenkt bekommen. Der Baum ist gewachsen, aber der Topf nicht. Als ich den zu grossen Baum im zu kleinen Topf in Zürich bei einem Besuch sah, habe ich vorgeschlagen, dass der Baum bei uns im Garten gepflanzt werden könnte. Heute ist es so weit. Arlette bringt mit ihren Eltern den Apfelbaum der Sorte Arlettte (mit einem t) zu uns nach St. Gallen. Gestern habe ich im Garten viele Blumen umgepflanzt, um Platz zu schaffen. Ja und nun haben wir das Ritual vollzogen. Arlette hat viele Sachen aus ihrer Schatztruhe mitgebracht, die ins grosse Loch gelegt werden, wo dann der Baum gepflanzt wird. Münzen, Karten, ein Knochen, Erinnerungsstücke, Murmeln? Ja und vieles mehr hat Arletet in das Pflanzloch geworfen. Dann haben wir den Baum mitsamt dem Stützpfahl gepflanzt. Ich hatte ein Feuer vorbereitet für die St. Galler Bratwürste und einen gemischten Salat aus unserem Garten. Ein schönes kleines Pflanzfest für Arlette und ihren Apfelbaum.

Anschliessend konnte ich zusammen mit der Apfelbaumfamilie nach Zürich fahren. Ich feierte dann die Buchvernissage an der Marktgasse 24 zusammen mit Livio Baumgartner, seinem Vater, Simone Lappert, mit den Buchgestaltern, vielen Gästen, einem wunderbaren Musiker, alten Bekannten etc. in einem Haus, das noch den unmittelbaren Duft und die unrenovierte Erscheinung (kann man das so sagen?) eines vergangenen Jahrhunderts zeigt. Es gibt Tage, die kaum zu beschreiben sind. Simone hat wunderbar gelesen, Livio hat sich, seinen Vater und das Buch vorgestellt und ich fühlte mich umringt und geborgen im Kreis von wunderbaren, vielseitig interessierten Menschen. Ein Toller Tag. 

Freitag 17. September: Kurz vor dem Mittag traf ich im Kunstmuseum Gloria Weiss. Sie ist zuständig für Anlässe und Öffentlichkeitsarbeit. Wir planen unsere neusten drei Bücher mit einem regionalen Bezug im Museum zu präsentieren. Patrick Rohner, Christoph Rüttimann und die Monografie über Coghuf. Das Gespräch war sehr gut und Gloria hat mich durch die Ausstellung von Martina Morger geführt, die in diesem Jahr mit dem Manor Preis geehrt worden ist. Eine spannende und hintergründige Ausstellung.  Die Liechtensteiner Künstlerin war zufällig auch im Haus. Die junge Frau wirkt ganz anders wie in ihren Videos. Mir gefällt ihr ausgesprochen feines Gespür für das Begehren und ihr Engagement für vernachlässigte Kunst im öffentlichen Raum von St. Gallen. Tolle Arbeit!

Mittwoch 15. September: ich bin sehr gespannt. Ich warte auf den Transport vom neuen Buch von Livio Baumgartner, mit einem grossartigen Gedicht von Simone Lappert. Kurz vor 12 Uhr wird die Ankunft des Lasters gemeldet. Zum Glück bin ich in wenigen Minuten mit dem Fahrrad im Atelier. Alles hat geklappt. Die Bücher sind unversehrt und wunderschön. Als gute Tat des Tages habe ich dem ausländischen Fahrer zwanzig Franken zugesteckt, damit auch er etwas Glück empfinden kann. Von meinem guten Freund Paul Gruber von der Alltag Agentur habe ich gelernt: "Jeden Tag eine gute Tat". Das ist manchmal gar nicht so einfach - aber ich versuche es immer wieder. Gestern habe ich einem Autofahrer, der mich fast über den Haufen gefahren hat die Zunge rausgestreckt. Das war blöd und ich schäme mich ein bisschen. 

Dienstag 14. September: Am Morgen ist Monika mit dem Zug nach Kloten gefahren, um dann nach Berlin zu fliegen. Vera hat einige Anlässe und Buchpremieren organisiert in ihrem Vexer Büro in Berlin und Monika möchte sie dabei unterstützen. Ich halte hier die Stellung, sammle Schnecken ein, zupfe Gräser aus dem Kiesplatz und ich kümmere mich um die tägliche Ernte im Garten. 

Montag 13. September: Heute Nachmittag besuchten mich Bea Maritz und Esther Jungo. Wir sind schon lange beschäftigt mit einer Buchidee von Bea. Nun möchte ich das gerne endlich zu einem guten ende bringen. Wir haben zuerst einen Spaziergang zu meinem Atelier gemacht und uns geistig etwas aufgewärmt. Bei uns im Garten haben wir dann intenssiev diskutiert und ich bin überzeugt, dass wir nun auf einen sehr guten Weg gekommen sind. Die langen Gespräche und das angedachte Buchkonzept für die Aufwachbilder machen mich wirklich glücklich. 

Sonntag 12. September: Nach dem Frühstück sind wir schon um 9 Uhr losgefahren nach Aarau. ich wollte dort unbedingt die Skulpturenausstellung im Kunsthaus Aarau anschauen. Ich habe im Vorfeld schon viel von dieser Grossausstellung gehört. Ein befreundeter Museumsdirektor bezeichnete die Show als erweiterte Depotausstellung. Viel zu viel, viel zu eng, unübersichtlich und masslos... eine andere Ausstellungsmacherin und Kunsthistorikerin fand, dass alles ausserordentlich gut recherchiert sei. 

Ich war also sehr gespannt und musste mich auch an die extreme Vielfalt und an die Zusammenstellung der unterschiedlichsten Stile und Arbeiten gewöhnen. Von mir wird eine der ganz wenigen Sandsteinskulpturen präsentiert, die ich 1983 gemeisselt habe für die Skulpturenausstellung im Merian- Park, die 1984 in Basel stattgefunden hat. (Skulptur im 20. Jahrhundert) ich habe diese Arbeit sicher schon 30 Jahre nicht mehr gesehen. Ich war überrascht, wie frisch die heute noch aussieht. Die Ausstellung ist wirklich sehr dicht und dadurch in einigen Bereichen kaum mehr wahrnehmbar. Es hat aber auch viel Überraschendes. Ich habe zum Beispiel die allerbesten Skulpturen von Lucie Schenker gesehen. Ich dachte immer, dass ich ihr Werk sehr gut kenne und wurde in dieser Ausstellung im positiven Sinne richtiggehend überrumpelt.   

Das Buch zur  Ausstellung wird sicher zu einem wertvollen Standartwerk zur Schweizerskulptur.

Samstag 11. September: Heute ist das grosse Fri - Art Fest in der Kunsthalle Fribourg. Meine drei Bilder hängen nun schon eine Woche. Heute wird aus der Kunsthalle ein richtiger Festsaal, mit feinem Essen und Trinken. Bei diesen Feiern ist es üblich, dass alle Gäste eine Flasche Champagner mitbringen. Monika hat zwei Flaschen St. Galler Champagnier bei Martel gekauft. Die Autofahrt war unterhaltsam und wir haben unser Ziel gut erreicht. Monika hat zufälligerweise ein Zimmer gebucht in einem Hotel ganz in der Nähe der Kunsthalle. Das Fest war grossartig. Viele sehr interessante und schöne junge Menschen. Ich habe mich beim Essen wunderbar unterhalten mit einer SP Stadträtin, die auch mein Gespräch vor einer Woche mit Walter Tschopp miterlebt hat. Ein wirklich wunderbarer Anlass.

Donnerstag 9. September: Am Nachmittag bin ich mit Fredi Altherr mit dem Auto nach Gais gefahren, um alle Klanginstallationen auf dem Hochmoor anzuschauen. das war ein unterhaltsamer und anregender Nachmittag. Am Abend wäre noch die Verleihung des Manor Kunstpreises im Kunstmuseum an Martina Morger. Ich mag da aber nicht mehr hingehen. Ich bin zu müde und habe keine Lust auf eine Menschenansammlung.

Mittwoch 8. September: Um 16 Uhr spielt Julian Sartorius auf dem Hochmoor in Gais, anlässlich der Ausstellung "Moor Schopfe". Zum Glück habe ich noch auf der Homepage nachgeschaut. Beide Konzerte waren bereits ausgebucht. Als Konzertersatz machte ich Büro- und Gartenarbeit. Zur Zeit sind die wilden Brombeeren reif. Ich esse jeden Tag eine kleine Portion, um meine Glückshormone anzuregen.

Dienstag 7. September: Heute habe ich zwei grosse und eine sehr grosse Schachtel mit Büchern vollgepackt für die Buchmesse in Basel. Monika hat mich und die schwere Fracht zur Post gebracht. Die Schachteln waren so schwer, dass ich eine junge Postangestellte um Hilfe bitten musste. Sie brachte mir dann einen wagen, auf den ich die Bücherladen konnte. Ich habe ihr dafür aus Dankbarkeit den besten Platz im Himmel versprochen. Als ob ich da überhaupt einen Einfluss hätte... Aber es hat geklappt. 

Montag 6. September: Heute konnte ich mir einen Jugendwunsch erfüllen. Als Kind dachte ich, dass mein Traumberuf Wegmacher sein könnte. Beim Viehauftrieb zur Alp hinter dem Sämtissersee oder bei Wanderungen im Alpstein bewunderte ich immer den sehr speziellen Rytmus der Wanderwegstufen. Die Sorgfalt und Improvisationskunst der Wegmacher. Heute hatte ich die Gelegenheit mit Andreas, dem Sohn von Sebastian diesen Traum zu erfüllen.

Wir trafen uns um 9 Uhr beim Bahnhof Appenzell und fuhren dann los zum Seealpsee. Nach einer kurzen Wanderung zum vorgesehenen Arbeitsplatz legten wir los und ersetzten Holzschwellen um den Wanderweg zu sichern und um den Wasserabfluss auf dem Weg zu verbessern. Das war ein super inspirierender Tag für mich.

Samstag 4. September: Um 13. 28 wollte ich den IC nehmen, um nach Fribourg zu fahren. Es War wie verhext. Der reguläre Schnellzug ist ausgefallen und ich musste mit dem Regionalzug nach Zürich. 1,5 Stunden. ich bin dann aber doch noch rechtzeitig in Fribourg angekommen. ich war verabredet für ein Künstlergespräch mit Walter Tschopp in der Kunsthalle. Für mich war das eine sehr emotionale Sache. Ich sah endlich meine drei Bilder von 1981, die damals in Fribourg beschlagnahmt wurden, wieder einmal in einem sehr würdigen Ambiente in der Kunsthalle Fri - Art. Es kommt selten vor, dass ich über meine eigene Arbeit gerührt reagiere. In diesen drei Bilden steckt aber so viel Erinnerung, meine Jugend, sehr viele Emotionen, Angst, Wut und auch sehr viel Lebensenergie. Ich war ja so beruhigt, über die Strahlkraft, die diese Bilder mit der Zeit entfaltet haben.

Ja das Gespräch mit Walter war sehr spannend. Ich konnte mein ganzes Leben erzählen, meine Jugend im Altersheim, meine Verliebtheit in Monika, mein Vaterwerden und meine damaligen Gefühle und meine Sicht auf die gesellschaftlichen Realitäten von damals. Walter hat sehr professionell und lebendig übersetzt. Ich hatte immer wieder Atempausen und die Stimmung hat sich sehr gut aufgebaut und ich glaube auch sehr positiv auf das spannende und sehr interessierte Publikum übertragen.

Das war ein richtig erfüllender Anlass. Ich habe dann mit mir alleine ein kleines und stimmiges Fest gefeiert im Speisewagen. 

Donnerstag 2. September: Am Morgen bin ich mit dem Zug nach Luzern gefahren über Rothenburg. Diese Bahnstrecke ist wunderschön. Ich hatte eine Sitzung mit dem Vorstand von Visarte Zentralschweiz. Das Gespräch war sehr angenehm. Die Visarte Gruppe ist sehr aktiv. Das braucht Zeit, Geld und gute Nerven. Im Moment muss sich der Vorstand nach vielen Wechseln wieder neu aufstellen und neu organisieren.

Anschliessend besuchte ich die Ausstellung im Kunstmuseum. ich habe gestaunt über so viele romantische Malereien. Die Luzerner Künstlerin Josephine Troller war für mich eine sehr grosse Überraschung. Ich kannte diese Künstlerin nicht.

Mittwoch 1. September: Die zwei Tage im Berneroberland waren sehr ergiebig. Wir konnten viele Themen bearbeiten. Das Hotel war angenehm und das Essen üppig. Berühmt ist der Ort für die riesigen Meränggen. Nach diesen zwei Tagen muss ich ernsthaft ans Fasten denken. 

Heute um 11 Uhr war der Transport meiner drei Skandalbilder von Fribourg angesagt. Ich habe alles vorbereitet. Die Bilder sind aufgerollt und liegen bereit. Für mich ist es schon ein sehr spezielles Gefühl, die Bilder, die 1981 in der ersten Fri-Art Ausstellung beschlagnahmt wurden, nach 40 Jahren wieder in Fribourg auszustellen. Dieses Mal in der Kunsthalle. Ich hoffe dass das keine Probleme gibt.

30. August: Am Morgen sind wir über den Jura ins Berneroberland gefahren. Ich habe mit Visarte Schweiz die diesjährige Retraite im Landgasthof Kemmeribodenbad. In Bad - Sörenberg. Ich kannte diese Gegend überhaupt nicht. Die Fahrt war richtig toll und die Retraite hat viel gebracht. Alle sind satt. Hier wird noch richtig Fleisch gekocht. Alles sehr üppig und am Schluss werden die Menus mit den legendären, riesigen Merenggen mit Schlagrahm abgerundet. Hier sieht man viele Hosenträger über prallen Bäuchen von zufriedenen Männern und prall gefüllte Handtaschen von strahlenden Damen, voll von Merenggen...

Sonntag 29. August: Strenge Tage. Heute fahren wir mit dem Auto nach Bellelay zur Ausstellung von Christoph Rüttimann. Um 15 Uhr gibt es ein Gespräch mit dem Künstler und dem Kurator Stephan Berg aus Bonn. Das wird die letzte Ausstellung in Bellelay sein, die von Marina Porobic kuratiert wird. Sie hat einen neuen Job beim Bundesamt für Kultur in Bern. Wir haben in den letzten Jahren immer die Katalogbücher für ihre Ausstellungen herausgegeben. Es sind wunderbare Publikationen  entstanden. 

Der Anlass in Bellelay und das Künstlergespräch waren sehr eindrücklich. Die Ausstellung von Christoph ist dadurch viel klarer und verständlicher geworden für mich. Anschliessend waren wir zu einem Schlussessen eingeladen und wir konnten uns sehr gut unterhalten. An diesem Abend habe ich auch endlich die Künstlern Pia Fries persönlich kennengelernt. 

Monika hat für uns ein sehr schönes Hotel gefunden.  Wir haben grossartig geschlafen.

Samstag 28. August: Am Morgen habe ich meinen Bücherkoffer gepackt und bin mit dem Zug nach Zürich gefahren. Am Syhlquai 274 findet die kleine Buchmesse Volumes statt. mein Rollkoffer war so schwer, dass ich nur mit grosser Anstrengung in den Zug einsteigen konnte. 

Der Anlass war sehr angenehm. In der offenen grossen Halle präsentierten sich rund 20 Verlage aus ganz Europa. Ich hatte viele gute Gespräche und traf viele Freunde und Bekannte. Zum Glück habe ich gut verkauft. Der Tag hat sich gelohnt.

Freitag 27. August: gegen Mittag wird ein grosses Bild von mir abgeholt. Die Quelle ist eins meiner Lieblingsbilder. Am Abend besuchten wir die Ausstellung in der Kunstzone Lockremise. Der Amerikaner Michael Williams zeigt neue Malerei in einer beeindruckenden Collagetechnik. Der Abend war sehr unterhaltsam. Das Essen im neu umgestalteten Restaurant war sehr gut. Der Raum wurde von John Armleder neu gestaltet. Das ist wirklich ganz toll geworden. 

Donnerstag 26. August: Am Abend habe ich mir die Ausstellung von Nora Rekade und Anina Frehner im Ausstellungsraum von Visarte Ost angeschaut. Tolle Arbeiten machen gute Laune.

Montag 23. August: Das waren sehr intensive Tage in Sumvitg im Bündnerland in der legendären Casa Lechmann. Wunderbare Konzerte, Lesungen, Vorträge, Kunst, Installationen, Diskussionen etc. in der legendären Casa Lechmann unter anderem von Corinne Currtschellas, Evelina Cajacob, Anna Schikat, Julian Sartorius, Norbert Möslang, Michael Bartell und vielen Anderen. Kuratiert wurde der Anlass von Natalia Huser und von unserer Tochter Vera Jda Müller. Detaillierte Informationen finden sich im Netz unter www.imaginaziun.ch Es ist zu hoffen, dass hier ein neuer Kulturort im Bündnerland entsteht, initiiert von der Architektin Flurina Cohannes, mit Hilfe von vielen Freundinnen und Freunden. 

Für Monika und mich war es sehr schön den ganzen Anlass zusammen mit unserem quicklebendigen und sehr neugierigen Enkel Soan zu erleben. Nach dem Konzert von Anna Schimkat wollte er zum Beispiel unbedingt die Kirchenglocken sehen. Monika hat das ermöglicht und ihm ein eindrückliches Erlebnis geschenkt. 

Freitag 20. August: Am Nachmittag fahren wir nach Sumvitg und geniessen die Kultur und die Berge.

Dienstag 17. August: Heute hatte ich ein spannendes Gespräch mit Vertreterinnen des Vereins ureza famos, im Kaffee Oskar beim Hauptbahnhof in Zürich. Der Verein möchte sich für Künstlerinnen und Künstler einsetzen und planen eine Onlinegalerie. Ich bin gespannt was daraus wird.

Samstag 14. August: Wir erleben zur Zeit dichte Tage und air arbeiten viel im Garten. Heute geniessen wir das Sommerfest bei Brigitte und Felix mit Musik vom Kim Trio.

Sonntag 11. August: Am Mittag sind wir nach Zürich gefahren, um Vera und Soan bei Freunden abzuholen. Vera wird bis Freitag bei uns bleiben, um dann das Kulturfestival in Sumvitschg vorzubereiten. 

Mittwoch 7. August: Heute kommen die Baufachleute vorbei, um die Risse in unserem Teerbelag zu begutachten. Durch die tiefe Baugrube im Nachbargrundstück hat sich unser Zufahrtsweg um ca. 20 Centimeter abgesenkt...

Montag 5. August: Ab nach Biel. Wir sind bei Hansjörg Bachmann verabredet mit Anita Hohengasser und ihrem Lebensgefährten für ein Erlebniswochenende im Jura. Schöne Landschaften, Seen, ein wilder Fluss und wunderbare Forellen als Abendmahl. Eine richtig schöne und erholsame Zeit mit guten Gesprächen und vielen aufgefrischten Erinnerungen aus den gemeinsamen St. Galler-Zeiten. Wir haben uns auch die Ausstellung von Christoph Rüttimann in Bellelay angesehen. Eine sehr eindrückliche Installation. 

Erste Augustwoche: Viele Begegnungen in der Stadt und im Quartier, Hübi hat mir Steinwerkzeuge gebracht, damit ich den Haussockel renovieren kann, Fredi hat mir einen Tipp gegeben, dass ich den Sockel stocken soll und Monika fand meinen Arbeitseinsatz eindeutig übergriffig und zu laut. Aber trotzdem - gestockt ist. Ich habe meine laute Arbeit zu Ende gebracht. 

Samstag 31. Juli: Ein wunderbares Essen bei Urs und Kathrin mit Brigitte und Felix in Bühler. Vorab haben wir uns noch das Kunstaustauschprojekt im Dorf angeschaut und einen Apperitiev getrunken...

Der Abend war lang und ergiebig, das Essen und die Weine vom Feinsten, die Gespräche vielseitig und in keinem Fall ausufernd... Einfach toll wie immer.

30. Juli: Nach intensiven Gartenarbeiten genossen wir am Abend einen Besichtigungs-apero bei Ralph und Eveline. Sie überlassen bei der Einrichtung und dem Umbau von ihrer Wohnung nichts dem Zufall. Das wird richtig schön.

Dienstag 27. Juli: Am Nachmittag fuhren wir nach Kriessern zu Andre und Ruth und dann gemeinsam nach Dornbirn. Es gibt dort in einer grossen Industriehalle ein Modell der geplanten Rheinkorrektur. RESI heisst das Projekt, an dessen Planung die ETH Zürich, eine Uni in Wien und viele Baufachleute mitarbeiten. Es ist zu hoffen, dass der Alpenrhein in einigen Jahrzehnten wieder in einem viel grösseren Raum frei fliessen kann. Ich habe die Rheinverbauung schon als Kind immer als ein militärisches Bauwerk - als ein richtig brutallistisches  Bollwerk empfunden. 

Ein toller Ausflug in die Zukunft, mit einem wunderbaren Essen und gutem Wein bei Ruth und Andre.

Montag 26. Juli: Um 14 Uhr hatten wir ein weiteres Gespräch mit den Bauleitern vom Grundstück Brauerstrasse 25. Eine komplexe Baustelle, mit vielen Akteuren. 

Samstag 24. Juli: Am Morgen früh gab es eine weitere Fotorunde bei Stefan Rohner mit all den Multiples und Editionen vom Vexer Verlag für unser Archivprojekt. 

Freitag 23. Juli: Bei wunderbarem Sommerwetter feiern wir spontan die "Austrinkete" am Bodensee, zusammen mit Elisabeth und Thomas im Badehüsli von Elsbeth und Hansueli. Ein wunderbarer Abend am See. Ich habe noch nie einen so hohen Wasserstand an diesem Ort erlebt. Das Schwimmen im See war sehr belebend, das Essen vom Feinsten und der Wein durchaus berauschend. 

Mittwoch 21. Juni: Am Abend feierten Monika und ich, bei Jrene und Max,  zusammen mit Eri den Abschied von Notker Helfenberger. Jrene, Monika und Eri besuchten an den letzten Weihnachten Nok in seinem wunderschönen Haus in Thailand. Ich wollte nicht fliegen und ich flog auch nicht. Einer musste ja Schneeräumen - oder! Ja und nun wandert Nok definitiv aus nach Thailand. Einen schönen Effekt hatte das auch für meine Sammlung. Nok wollte unbedingt ein grosses Schlangenbild von mir mitnehmen nach Thailand, das ich ihm vor langer Zeit als Leihgabe übergeben habe. Nun tauscht er mit mir das Bild ein für eine Skulptur von Peter Kamm mit dem Titel: NIEMALS, NIE, Nein. Mein Bild kann er aufgerollt mitnehmen und die Steinskulptur nicht.

Mich erinnerte das an die 80er Jahre. Da ist der Galerist Ernst Hilger tatsächlich von Wien aus, zusammen mit einer grossen Holzskulptur von mir - neben sich - nach Amerika geflogen. Wau...

20. Juli: Gegen Mittag hatte ich einen wunderbaren Atelierbesuch. Tolle und überraschende Ankäufe einer Stiftung. Eines meiner Lieblingsbilder, die Quelle Nummer 1 von 2004 und einige kleine Skulpturen sind nun gut aufgehoben in dieser Stiftung.

Montag 19. Juli: Alles geht so schnell. Am Mittag waren Simone und Mario mit Sack und Pack und der schönen Katz bereits im Haus. Alles wird gut.

14. Juli: Rückfahrt nach St. Gallen. Unsere Mieter Eveline und Ralph ziehen Morgen aus dem Haus. Es gibt dann einiges für uns zu tun im und ums Haus. Die neue Mieterin Simone wünscht sich ein helles Grau anstelle des dunklen Grüns. Ich werde also die Schränke, Türumrandungen und das Treppengeländer überstreichen. ich habe gerade mal drei Tage Zeit. Veränderungen halten fit und die notwendige Flexibilität kann immer wieder neu eingeübt werden. Ich muss eingestehen, die Farbe macht sich sehr gut, die Zeit hat sich gelohnt.

Dienstag 13. Juli: Wir haben die Zeit in Italien sehr genossen, das Nacktschwimmen im Teich, das Spazieren im Wald, das feine Essen und die enorm starken Regengüsse, die wir im Schlafgemach im Trockenen erleben konnten.

Samstag 10. Juli: Am Morgen früh sind wir losgefahren Richtung Val Müstair in Graubünden. Die Visarte Graubünden organisiert eine Führung, einen Kunstspaziergang in Santa Maria. Ich habe mich sehr gefreut, Vera Malamud und Pascal Lappert wieder einmal zu sehen. Vera Malamud kenne ich noch aus meiner Zeit von 1990 in Berlin, als ich mein DAAD Stipendium genoss. Sie malte damals vor allem Kühe. Nun lebt sie schon lange an diesem abgeschiedenen Ort. Der Ich hoffte eigentlich auch die St. Galler Schriftstellerin Micha Friemel, ihre Kinder und ihren Mann Tim Krohn zu treffen. Die waren aber anscheinend alle sehr beschäftigt mit inneren Angelegenheiten. Micha hat für das Buch "Geografie der Freiheit" einen sehr engagierten Text geschrieben zum Thema Kunst und Kinder im Kunstbetrieb. Es gab einige schöne Arbeiten zu bestaunen. Der geschmolzene, steinerne Schneemann von Dominik Zehnder, die Pferde von Vera Malamud, die sie mit Kreide auf Schiefertafeln gezeichnet hat, die Siebdrucke von Esther Schena und vieles mehr. Wir hatten dann ein schönes Mittagessen in der alten und sehr eindrücklichen Getreidemühle im Dorf. Anschliessend machten wir einen wunderbaren Spaziergang, dem wilden Fluss entlang zum Dorfmuseum. Am frühen Abend sind wir weitergefahren über St. Moritz, Richtung Jtalien und haben dann in Castasegna übernachtet.

Das Städtchen ist sehr sympathisch, das Essen im Hotel hat geschmeckt und wir konnten uns sehr gut erholen. Am Sonntag sind wir dann weitergefahren zu unseren Freunden oberhalb von Agrano am Ortasee. Silvia ist immer für eine Überraschung gut. Sie beschäftigt sich mit einer neuentdeckten Pflanze mit enormer Heilwirkung. Schmeckt sehr bitter, wie vieles, das gesund machen soll.

Freitag 9. Juli: Um 11.30 Uhr stand Fredi pünktlich vor meiner Haustüre. Wir haben zu einem Seniorenzmittag abgemacht. Zu Fuss spazierten wir zum Grossacker und genossen je eine grosse Pizza. Wir haben uns lange unterhalten über alte Bautechnick bei historischen Häusern. Holzschindeln waren auch ein Thema. Ich habe dann überlegt, wie wohl abgerundete Schindeln hergestellt werden können. Ich habe dann als einzige Lösung das rundabschleifen des Holzklotzes gesehen, bevor die dünnen Schindeln aus dem Klotz gehauen werden... ich wurde der Sache nachgehen. Stanzen scheint mir unmöglich zu sein.

Mittwoch 7. Juli: Monika hat heute morgen früh, nach mehreren Versuchen, den Bauführer telefonisch erreicht, der für die Baustelle an der Parketterie Strasse zuständig ist. Die Risse in unserer Teerstrasse nehmen langsam beängstigende Ausmasse an. Es werden nun auf der Baustelle zwei weitere Messpunkte installiert, damit die Erdbewegungen besser kontrolliert werden können. Das Treffen mit dem Bauführer und dem Ingenieur war sehr kooperativ und professionell. 

Dienstag 6. Juli: Ich machte wie jeden Morgen eine "Schneckentour" durch den Garten. Heute musste ich eine Erdkröte retten. Ich glaube das war die erste Kröte, die ich auf Händen getragen habe. Es war ein gutes Gefühl, ein so kostbares und wichtiges Urtier in seiner  pulsierenden Wärme zu spüren. Vor ein paar Tagen habe ich die erste grosse Eidechse in unserem Garten gesehen. Das Auslegen von grossen Flusssteinen am Gartenrand und beim kleinen Restteich, der von Regenwasser gespeist wird  hat sich gelohnt. Hier fühlen sich auch die Salamander sehr wohl. Es macht grosse Freude. Garten heisst ja nicht nur Zwiebeln, Knoblauch und Salat. Der Garten ist auch ein wunderbarer und vielfältiger Lebensraum. 

Montag 5. Juli: Am Morgen war wieder sehr viel los auf der Baustelle an der Parketterie Strasse. Ein riesiger Krater, umgeben von betonierten Rühlwänden. Seit einiger Zeit haben sich Risse in unserem geteerten Zufahrtsweg aufgetan, die täglich grösser werden. Wir haben das der zuständigen Baufirma bereits mitgeteilt und warten auf eine Reaktion.
Ich bin ins Atelier gegangen, um meine grossen Holzdrucke zu präparieren und die alten Skandalbilder von Fribourg auszumessen. Ich musste letzte Woche lange suchen bis ich das wichtigste Bild gefunden habe. Ich bekam etwas Panik als ich alle Bilderrollen ausgebreitet hatte und das Bild nicht dabei war. Schlussendlich war es sehr dick verpackt auf einer dünnen Rolle. Ich war total glücklich und berührt. Die frühen Bilder habe ich vor vierzig Jahren gemalt und die meisten wurden schon dreissig Jahre nicht mehr präsentiert. Die Farbwirkung ist erstaunlich frisch und die Inhalte sind immer noch sehr brisant.

Samstag 3. Juli: In den letzten Wochen habe ich viel aufgeräumt und geordnet. Ich habe viele Anfragen für thematische Ausstellungen und viele Menschen interessieren sich plötzlich auch wieder für meine alten Werke aus den 80er Jahren. Ich muss nun endlich ein gutes Lagersystem entwickeln und anfangen alles zu beschriften. Das ist nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung. 

Nun ist aber ein Spaziergang und Schwimmen angesagt. Wir sind zu Fuss zu den drei Weihern spaziert und haben im Familienweiher gebadet. Das war grossartig. Es hatte merkwürdigerweise fast keine Badegäste. Wir hatten den grossen Weiher praktisch für uns alleine. Wir sind dann durch den steilen Wald zurückgewandert. 

Am Nachmittag hatte ich dann noch einen Termin bei Simon Fürer zum Haareschneiden. Das war sehr angenehm und höchste Zeit. Für mich ist das immer wie Ballast abwerfen. So richtig befreiend. Simone und ihr Partner werden in zwei Wochen in unserem Süd-haus einziehen. Wir freuen uns darauf. 

Mittwoch 30. Juni: Am Nachmittag sind wir nach sehr langer Zeit wieder einmal nach Konstanz gefahren. Wir haben dann am Abend bei einem Libanesen gegessen. das war ganz grossartig.

Dienstag 29. Juni: Am Mittag fährt Vera mit unserem wunderbaren Enkel zurück nach Berlin. Wir hatten eine tolle und lustige Zeit. Monika hat unser Zelt aufgebaut und einen Spielplatz eingerichtet. Wir waren im Zoo beim Tierli Walter in Gossau. Wir haben viele Spaziergänge gemacht und alle vorhandenen Kinderbücher mehrfach vorgelesen, Geschichten erzählt und gemeinsam gemalt und viel gesungen und gelacht.

Samstag 26. Juni: Bei uns ist sehr viel los. Rundherum wird gebaut wie verrückt. Das ganze Quartier verändert sich. Unser Grundstück wird immer mehr zu einer kleinen, grünen Insel, inmitten von grossen Wohnblocks. 

Freitag 25. Juni: Ich bin sehr viel im Garten. Die Gartenarbeit beginnt am frühen Morgen mit dem einsammeln der vielen Schnecken. Ich muss ja schauen, dass für uns auch noch etwas Salat und Gemüse übrigbleibt. Meine Schnecken siedle ich dann immer um, nachdem ich sie fotografiert habe. Ich lege all die Schnecken auf meine linke Hand und wenn ich mit dem Einsammeln fertig bin, fotografiere ich die kleinen und grossen Schleimer, die natürlich versuchen von meiner Hand wegzukriechen. Meine Handwärme scheint ihnen aber zu gefallen. Ich glaube die würden ziemlich lange bei mir bleiben. Eigentlich sind Schnecken ja wunderbare Aufräumer und Düngerfabrikanten. Leider unterscheiden sie nicht zwischen Unkraut und unseren Lieblingsgemüsen. 

Dienstag 22. Juni: Am frühen Vormittag bin ich mit dem Bus und 100 Kunst am Bau Nummern zur Firma Bischoff Textil gefahren. Esther Ernst hat ihr Kunst am Bau Projekt für die Sekundarschule Laufen zusammen mit dieser Textilfirma entwickelt. Als ausgebildeter Stickereientwerfer habe ich mich sehr über die gelungenen Stickereien gefreut und ich finde es super, dass die Arbeit in St. Gallen ausgeführt wurde. Das ist bereits die zehnte Nummer, die in dieser Reihe erschienen ist. 

Um 11 Uhr erwartete ich Besuch aus dem Jura. Der Projektleiter von unserem grossen Coghuf Projekt, Adrien Jutard, der Kunsthistoriker Yves Guignard und der Grafiker kommen vorbei um die weiteren Arbeitsschritte zu besprechen. 

Wir waren sehr produktiv und ich habe ein sehr gutes gefühl für die geplante Monografie.

Am Abend haben wir dann im Restaurant Militärtrkantine gegessen. Das war super, im Freien unter dem schönen neuen Zelt. Gute Gespräche, feines Essen und sehr guten Wein aus der Region.

Montag 21. Juni: Um neun Uhr habe ich zusammen mit Vera einen Fototermin im Atelier mit Stefan Rohner. Wir müssen für unser Vexer Archiv sehr viele Multiples und Editionen fotografieren. Stefan hat alles sehr professionell vorbereitet. Leider habe ich im Archiv nicht alle Auflagenobjekte gefunden. Irgendwo muss noch eine grosse Schachtel mit frühen Raritäten sein. Der Umzug von 2016, von der Haggenstrasse an die Lukasstrasse war sehr einschneidend und bei solch grossen Umwälzungen kann es einfach passieren, dass einiges am falschen Ort landet. ich werde aber unverdrossen weitersuchen... Als Abschluss haben wir am Nachmittag noch die drei neuen, sehr grossen Holzdrucke "Wege" fotografiert, die ich zusammen mit Anja Sitter und einigen Freunden gedruckt habe. 

Sonntag 20. Juni: Wir sind früh aufgestanden und sind nach Burgdorf gefahren. Ich war eingeladen, an einem Künstlerinnen und Künstlergespräch teilzunehmen anlässlich der Präsentation der KWS Sammlung im Gertsch Museum. Der Anlass war sehr gut besucht und inhaltlich anregend. Es hat mir sehr gut getan wieder einmal mit Künstlerinnen und Künstlern im direkten Kontakt zu sein und zu diskutieren. Die Keller - Wedekind Stiftung hat vor vielen Jahren ein grosses Waldbild von mir angekauft. Ich bin gespannt, wie sich diese Sammlung weiterentwickeln wird.

Nach der Veranstaltung wurde uns vor dem Museum die Sonnenuhr erklärt. An diesem Tag der Sommersonnenwende war das sehr eindrücklich. Ich hatte immer das Gefühl, die spezielle Betonskulptur am Bauwerk sei ein architektonischer Selbstläufer. Nach den Erklärungen sehe ich das Werk total neu. 

Am Mittag sind wir dann nach Zürich gefahren, um Vera und Soan bei einer befreundeten Familie abzuholen. Wir haben uns seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen und freuen uns riesig auf die nächsten 10 Tage. 

Samstag 19. Juni: Wir erlebten heute eine wunderbare nostalgische Fahrt mit einem alten Postauto, über viele Pässe im Bündnerland. Alexa hat eine Gruppe von Freundinnen und Freunden eigeladen um sich bei ihrem Partner zu bedanken. Treffpunkt war die Autobahnraststätte Heidiland. 

Donnerstag 17. Juli: Am Morgen hat uns Vera ein Foto gesendet. Sie sitzt mit unserem Enkel im Zug und reist von Berlin nach Zürich. Soan hat sich einen eigenen Spielplatz eingerichtet, um ungestört Bilderbücher anschauen zu können und zu spielen. Wir freuen uns sehr, dass wir die Beiden am Sonntag in Zürich abholen können. Monika hat bereits Arbeitsgeräte für Soan eingekauft, damit er in unserem Garten mitarbeiten kann. Der Dreijährige wird uns sicher auf Trab halten mit Schaufel, Hacke, Laubrechen und Besen. Eine kleine bunte Karette gibt es selbstverständlich auch. Ja und dann gehen wir natürlich schon am Morgen früh auf Schneckensuche...

Heute Nachmittag habe ich alles vorbereitet für ein neues Hochbeet auf unserem Kiesplatz. Ich habe riesige Mammutbaumbretter, die ich schon lange für diesen Zweck reserviert und gelagert habe. Der Platz ist nun vorbereitet. Als Fundament habe ich Steinziegel so ausgelegt, dass sich unter dem Hochbeet keine Mäuse einnisten können. Das geplante Hochbeet baue ich unter einem riesigen Nussbaum. Als ich die fünf Meter langen Bretter, die schon seit fünf Jahren daliegen umschichtete, sah ich, dass hunderte von aufgebissenen Nussschalen unter den Brettern lagen. Die Nager hatten einige schöne Jahre an diesem Platz. Nun ist fertig lustig. Die Mäuse könne sich nun beim Nachbarn einnisten und die vielen hungrigen Katzen foppen. 

Mittwoch 16. Juni: Ich bin früh aufgestanden heute morgen. Eigentlich bin ich geweckt worden von einem Buchbinder, der am Morgen früh die wunderschöne Kunst und Bau Nummern 10 von Esther Ernst geliefert hat. Um 9.30 Uhr hatte ich dann einen Termin bei Marco Steffani für die Zahnreinigung. Das ist wirklich keine Lieblingsbeschäftigung von mir. Ich habe das Kratzen, Schleifen und Grübeln relativ gut überstanden. Die Assistentin hat mir mit ihrem Speichelabsauggerät fast die Zunge geklaut. War natürlich nur halb so schlimm. Alles noch dran. Nach der rituellen, jährlichen Zahnsteinentfernung träume ich jeweils von Flüssignahrung.... aber Weinstein ist auch nicht alles. Einstein ist besser.

Dienstag 15. Juni: Tag der Kulturpolitik... ich war beschäftigt mit zwei weiteren Zoomkonferenzen. Zuerst die Mitgliederversammlung von Suiss-culture und dann mit der Präsidentenkonferenz von Swiss-culture. Normalerweise sind das ziemlich förmliche Anlässe. Heute wurde aber sehr viel Inhaltliches diskutiert. 

Montag 14. Juni: Am Morgen bin ich um sieben aufgestanden. Ich habe um acht Uhr einen Termin mit Herrn Krähenbühl im Atelier. Er ist Kammerjäger und kümmert sich um die Abschreckung von Mardern in meinem Atelier. In den letzten Wochen gab es einige Massaker. Die gefrässigen und sehr schönen Tiere jagen in meinem Bidhauer Atelier Vögel und Tauben. Zurück bleiben nur die Federn der Vögel und der Kot der Marder. Ich liebe ja diese wendigen Tiere aber es ist mühsam, jeweils die Überreste der Schlachten zu beseitigen. Mit Hilfe von sehr hohen Tönen aus Sendegeräten, laut schallender Radiomusik und mit nach Füchsen riechenden Salben, die auf den Tragbalken des Eternitdachs aufgetragen werden, vergrämen und täuschen wir nun die Tiere. Als Tipp gilt, wer nicht von einem Marder angesprungen werden will, reibt sich den Nacken mit Fuchssalbe ein. Gell!

Sonntag 13. Juni: Eigentlich hatte ich geplant heute nach Aarau zu fahren. Im Kunsthaus wird an diesem Wochenende eine grosse Skulpturenausstellung eröffnet. Nach den intensiven Tagen in Genf war ich aber zu müde.

Von mir werden im Kunsthaus Aarau, im Kabinett Blindzeichnungen und in der thematischen Ausstellung eine grosse, farbig besprayte Sandsteinskulptur von 1984 präsentiert, die ich damals für die sehr schöne, von Martin Schwander kuratierte Ausstellung "Skulptur im 20. Jahrhundert", im Merian Park Basel" geschaffen habe. Ich war als sehr junger Künstler in bester Gesellschaft. Schräg visa-vis hatte Joseph Beuys an einer Hauswand ein Loch graben lassen, aus dem in unregelmässigen Abständen ein "Dämpfchen" abgelassen wurde. Ich muss gleich in meiner Bibliothek nachschauen ob ich diesen Katalog noch finde. Manchmal teuscht einen ja die Erinnerung...

Die Entstehung der Sandsteinskulptur war sehr speziell. Ich lernte damals den Steinbildhauer Peter Kamm kennen. Ich vereinbarte mit ihm, dass er mir behilflich ist bei der Herstellung einer grossen Sandsteinfigur und dass ich ihm als Lohn einen gleich grossen Stein besorgen werde. Peter rutschte dann aber kurz darauf aus auf einer Eisfläche auf einer Treppe und verletzte sich ziemlich grob am Ellbogen. Ich musste dann wohl oder übel meine erste Sandsteinskulptur selber von Hand aus dem Stein hauen. Für mich war das gar nicht schlecht als Erfahrung. So nach dem Motto: "Wer will kann viel."

Samstag 12. Juni: Nach dem gemeinsamen Frühstück begann um 10 Uhr unsere Versammlung, die vorbildlich organisiert wurde von Sylvie Wosniak, der Präsidentin von Visarte Genf und einem grossen, kompetenten und engagierten Team. Das hat richtig Spass gemacht. Christian Jelk hat das Nachmittagsprogramm vorbereitet, um mit den Delegierten ein Zukunftsbild von Visarte zu diskutieren.

Ich hatte dann plötzlich Stress weil ich bemerkte, dass ich am Morgen mein Handy im Hotelzimmer vergessen hatte. Nach der Versammlung ging ich dann zu Fuss zurück zum Hotel. Lustigerweise wurde genau in diesem Moment, um halb fünf mein Zimmer Nummer 506 gereinigt. Die zuständige Frau vom Zimmerservice war sehr gut gelaunt und übergab mir lachend mein Handy, das Ladekabel und fein säuberlich in einem Plastikbeutel verpackt, eine von mir ebenfalls vergessene schwarze Unterhose mit feuerwehrrotem, Gummiband... das war wirklich sehr lustig und das Ganze war mir auch ein schönes Trinkgeld wert.

Ich war dann auch rechtzeitig beim Bahnhof, erreichte problemlos den Zug, und ich konnte gemeinsam mit Regine und Renate zurück nach Zürich fahren.

Freitag 11. Juni: Heute früh fuhr ich mit dem Zug nach Zürich und dann weiter bis nach Genf, für unsere Delegiertenversammlung von Visarte. Das war ein richtig schönes und spannendes Treffen mit vielen Überraschungen. Die Vorbesprechung mit dem Zentralvorstand in der Stiftung Buffat, im Atelierhaus des Architekten, in einem grossen Park. Dann das Einchecken im Home Suisse Hotel, ein wunderschöner Spaziergang der Rohne entlang, Atelierbesuche im Fabrickgelände von Kugler und dann die ersten Performances mit Apero, Musik und Tanz, ein wunderbares Essen und guten Wein. Für mich war das ein richtig befreiender Anlass nach all den Ausgangssperren, mit sehr interessanten Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Schweiz...

Donnerstag 10. Juni: Am Nachmittag wird Heizöl geliefert. Ich habe bereits ja gestimmt für die CO2 Initiative. Trotzdem sind wir auf Heizöl angewiesen. Wir benutzen Solarenergie für die Heisswasseraufbereitung, Brennholz von Dicken für unseren Kachelofen und für die diversen Holzöfen und wir tragen warme Finken...Ho-ho-ho...

Mittwoch 9. Juni: Heute gibt es wieder den kleinen Rentnertreff mit Fredi Altherr. Das macht richtig Spass.  

Montag 7. Juni: Susanne Bieri von der Nationalbibliothek hat mich vor einigen Tagen gebeten einen Text zum Thema Künstlerbücher zu schreiben aus meiner Sicht als Künstler und als Verleger. Ich finde es spannend, dass sich Künstlerbücher mit jeder technischen Weiterentwicklung massiv verändern in der Ästhetik und in der Form. Das Thema Künstlerbuch interessiert mich schon seit den 70er Jahren. In meiner Berufslehre als Stickerei Entwerfer habe ich fotokopierte Jungwachtzeitungen kreiert und herausgegeben mit Geschichten, Zeichnungen, Witzen und Rätseln. dann kamen die ersten Künstlerbücher. Z.B. Schönheitsfarm, Zahlen eins bis fünfzig oder meine Weg aus der Höhle zum Fluss, Band eins und zwei. Ja und das mit den Büchern ging dann munter weiter bis heute.   

Sonntag 6. Juni: Am Morgen, vor unserer Rückfahrt besuchten wir das Museum St. Urbanhof in Sempach. Irene Bisang hat eine freche und überraschende Ausstellung eingerichtet. Religiöse Verzückung, ein- und zweideutige körperliche Verrenkungen, Sexualität, verklärte Blicke, überall Schnecken und Schnepfen, Begehren in alle Richtungen, in Form von feinen Zeichnungen und Malereien. Wir hatten eine schöne Zeit am Sempachersee, mit einer rasanten Bootsfahrt, (am Steuer der junge Kapitän Hugo), gutem Essen, Spaziergängen und ergiebigen Gesprächen. Susi möchte einen Teil der Grünfläche am See zu einer Blumenwiese umwandeln. Das Gras wird nicht mehr geschnitten, damit sich die Blumen entwickeln können. Wir haben dann ein rundes Stück Wiese ausgestochen, etwas Kies und Schotter unter die Erde gemischt und eine Blumenmischung gesäht. Mal sehen wie das kommt. Am Nachmittag sind wir dann nach Beromünster gefahren, um im Helmhaus meine Ausstellung aufzubauen. Das war alles sehr lustig und stressfrei. Petra und Simon haben uns empfangen und beim Einrichten geholfen. Nach und nach trafen die Gäste ein. Simon hielt eine launige Rede zur Idee von diesem neuen Ausstellungsort. Mit Melone und Maske eröffnete er dann im Namen des fehlenden Herrn Sägesser die offizielle Eröffnungsrede. Bettina Staub hat dann im Anschluss eine wunderbare Eröffnungsrede gehalten. Genau so habe ich mir in meinen kühnsten Träumen eine gelungene Retrospektive vorgestellt. Ein wirklich gelungener Abend mit Kunst, Pizza und Wein.

Freitag 4. Juni: Nach einer sehr anregenden Nacht, mit einem feinen Abendessen und guten Gesprächen sind wir am Morgen mit dem Postauto von der Kienalp zurück gefahren. Anschliessend fuhren wir dann mit dem Auto nach Brienz. Ich wollte dort endlich einmal das Brienzer Schnitzerei - Museum besuchen. Das war aber eher enttäuschend und Brig ist ein entsetzlich verschandelter Ort. Wir sind dann zurückgefahren Richtung Luzern und anschliessend an den Sempachersee. Eri hat in Sarnen den Zug genommen und ist zu uns nach St. Gallen gefahren.

Donnerstag 3. Juni: Nach dem Frühstück sind wir zusammen mit Eri mit dem Auto nach Kiental bei Reichenbach in Bern gefahren. Unser Ziel war die Kienalp. Die Postautofahrt war sehr abenteuerlich. das soll die steilste Postautostrecke in Europa sein. Extreme Spitzkehren in einer sehr steilen Auffaht, mit auf beiden Talseiten herabstürzenden Bergbächen, und riesige, gurgelnde Gletschermühlen, in denen die Wassermassen im Erdinneren zu verschwinden scheinen... und dann das Ziel. Ein sehr altes und autentisch belassenes Berggasthaus auf der Pochtenalp. Wir haben dann eine kleine Wanderung gemacht. Beim Mittagessen hat eine Kuh auf der Weide, eine schwarze Wollsocke von Monika fressen wollen. Mit grossem Einsatz konnte Monika der Kuh die Socke wieder aus ihrem schleimigen Kauwerk entreissen. Auf einer Weide weiter oben, verabschiedeten sich mehrere Bauernfamilien von ihren frisch gealpten Tieren. Alle Kühe und Rinder, ausser dem jungen Stier trugen sehr spezielle Schellen.

Bei einem Apero in einem Bergrestaurant konnten wir beobachten, wie eine Gruppe von jungen, sehr speziellen und langhaarigen Rindern aus der Weide ausbrachen und wieder Richtung Thal trotten wollten. Ein generftes, älteres Paar konnte sie dann nur mit grosser Mühe wieder auf die Weide treiben. Dort standen sie dann bockig und sichtlich unzufrieden, in Reih und Glied auf der Wiese.

Mittwoch 2. Juni: Um 11 Uhr war ich verabredet mit der Fotografin Nicole Zachmann und der Schriftstellerin Judith Keller. Wir sind schon lange an der Arbeit an einem spannenden Buchprojekt. Corona-bedingt hat es aber Verzögerungen gegeben. In diesem Fall hat die lange Vorbereitungszeit auch eine Verdichtung des Projekts bewirkt. Ich freue mich sehr, dass es nun wieder einen Schritt weitergeht. 

Am frühen Nachmittag bin ich zusammen mit Monika nach Luzern gefahren. Es hat in Strömen geregnet, auf der Autobahn hatte es sehr viele Baustellen und wir hatten etwas Verspätung. Wir sind aber gut bei unserer Freundin Erika angekommen. Wir haben dann die Abschiedsausstellung von Karin Mairitsch in der Kornschütte besucht. Sie hat eine eindrückliche Ausstellung installiert, mit Wort - Schrift - Bildern, mit bedruckten, frei im Raum hängenden Stoffen aus der Türkei. Wir haben im Vexer Verlag 2019 ein sehr schönes, signiertes Künstlerinnenbuch von Karin herausgegeben mit dem Titel: "Die Poesie des Fremden." Jedes, zum Teil individuell von Hand bearbeitete Buch liegt in einer bunt- bedruckten Stoffhülle. Ja und nun zieht Karin nach Rüsselsheim...

Am Abend haben wir die Ausstellung von Lutz Guggisberg in der Galerie Periveria besucht. Gian Paravicini hat speziell für uns eine Führung durch die eindrückliche Installation gemacht. Die in den letzten 25 Jahren entstandene, von Hand gemachte "Schein" oder besser "fake" Bibliothek ist wirklich eindrücklich und lustig. Flurina und Gianni machen in Luzern eine  eindrückliche Vermittlungsarbeit und es gibt immer viel zu diskutieren und zu lachen. 

Dienstag 1. Juni: Seit langer Zeit bin ich heute Morgen wieder einmal mit dem Zug nach Zürich gefahren. Bei Visarte finden Bewerbungsgespräche statt für eine neue Mitarbeiterin bei der Geschäftsstelle. Das war sehr interessant aber auch schwierig. Es haben sich sehr gut qualifizierte Frauen für die Stelle beworben.

Samstag 29. Mai: Am Morgen hatten Monika und ich ein langes Meeting vor dem Bildschirm mit Vera und unserem kleinen Enkelkind Soan. Wir plaudern, lachen und singen zusammen. Dabei mache ich spontane Zeichnungen, die ich dann jeweils per Post nach Berlin sende, als Erinnerung an unsere Meetings, für Soan. Er ist so lustig und dankbar aber leider so weit weg...

Am Nachmittag telefonierte ich lange mit Bettina Staub. Sie schreibt einen Text für meine Präsentation im Helmhaus Beromünster. Sehr symphatisch - ich freue mich auf diesen Anlass.

Freitag 28. Mai: Ein intensiver und kräfteraubender Gartentag. Es macht so grosse Freude zu pflanzen, zu jäten und zu ernten. Einige Gurken und Tomatensetzlinge sind in den letzten Wochen wegen der Kälte eingegangen. Die habe ich heute ersetzt. Monika hat von Vreni Fricker per Post eine selbst gezogene Meerrettichwurzel erhalten. Die hat einen Ehrenplatz im Garten bekommen. Ich freue mich schon auf frischen Meerrettich Kren.

Donnerstag 27. Mai: Heute feiern wir in der Kunsthalle St. Gallen die Buchpremiere von Jso Maeder. Das ist der erste öffentliche Anlass mit Publikum, seit sehr langer Zeit. 
Jso Maeder hat im Fojer der Kunsthalle eine kleine Präsentation von Originalzeichnungen eingerichtet und er präsentiert dazu ein dokumentarisches Video.

Der Anlass war sehr gut besucht. Es waren viele, mir unbekannte und spannende Menschen da. Zu meiner grossen Freude habe ich dank dieser Buchpräsentation endlich den Künstlerzwillinsvater, Professor Alois Ricklin kennengelernt. Das war sehr unterhaltsam und spannend. Ich habe mich dann im Laufe des Abends spontan entschlossen einen Ausschnitt aus dem Buch von Jso vorzulesen. Der Text ist gar nicht einfach zu lesen. Ein Lesefehler löste Gelächter aus als ich Schuss statt "Schoss" las und der Künster blitzschnell " korrigierte. Ein gelungener und erfolgreicher Abend. Und schon sind wieder neue Projekte im Hinterkopf...

Dienstag 25. Mai: Heute Morgen kam die lange ersehnte Ankündigung vom Büchertransport. Ich schwang mich sofort auf mein Fahrrad, um die Bücher beim Vexer Lager entgegen zu nehmen. Der Lastwagenfahrer war schon leicht generft. Mein Trinkgeld hat ihn dann wieder etwas versöhnlicher gestimmt. Mit grosser Spannung habe ich dann das erste Exemplar, vom Künstlerbuch von Jso Maeder ausgepackt. Ein sehr spannendes Künstlerbuch. Ich bin sehr erleichtert und kann mich nun auf die Buchpremiere am Donnerstag in der Kunsthalle St. Gallen freuen. 

Zuerst gilt es aber nun, alle bereits eingetroffenen Bestellungen zu verpacken und zu versenden.

Sonntag 23. Mai: Der kleine Frühling - GROSSE FRAUEN - organisiert vom Bücherladen Appenzell

Heute zu Gast: Madlaina Küng & Friends - ein Auftakt mit einem Pfingstkonzert. Und was für eins !!!

Die Musikerin Madlaina Küng, hat zusammen mit den zwei Gastmusiker-Innen, an der Bratsche Catharina Martiquez und am Flügel Antoine Bellier, in der Ziegelhütte Appenzell ein grossartiges Konzert gegeben. Mit solch intensiver Musik lerne sogar ich Pfingsten zu lieben und zu verstehen.

Ich habe in den letzten Tagen bei allen von mir besuchten Anlässen in mein Skizzenheft gezeichnet. Noch nie habe ich bis heute Musiker-Innen erlebt, die so mit ihren Instrumenten eins geworden sind. Durch das Zeichnen wurde mir das erst richtig bewusst. Beim Pianisten kann ich das leider nicht sagen. Er blieb für mich während dem Konzert unsichtbar hinter einem grossen Holzbalken verborgen. Die Musik, sein Spiel habe ich aber trotzdem gehört und genossen. Körper - Instrumente -Klänge. Klangkörper - ja Madleina und ihre Mitspielerin wurden zu klingenden Körpern, durch ihre Musik.

Anschliessend erlebten wir ein grandioses Finale mit der deutschen Philosophin, Autorin und freischaffenden Publizistin Eva von Redecker. Ihr Buch "Revolution für das Leben" ist ein Muss. Sie entfaltete sich im Gespräch mit der beharrlich und einfühlsam nachfragenden Barbara Bleisch zu einer grossartigen und vielschichtigen Philosophin mit bäuerischem Hintergrund. Bauernschlau, blitzgescheit und energievoll. Engagiert für die Neuschreibung von Macht, der Überwindung von Ohnmacht, für eine neue sich selbst gestaltende, verwaltende und selbst bestimmte Sinnlichkeit im Denken und im Tun.

Grossartig. Spannend sind auch die Installationen im öffentlichen Raum von 15 Künstlerinnen, die im ganzen Dorf Appenzell installiert worden sind. Ein Kunstparqour, der noch bis zum 6. Juni besichtigt werden kann. Mit dabei sind: Zora Berweger, Luzia Broger, Barbara Brülisauer, Karin Karinna Bühler, Regula Engeler, Roswitha Gobo, Vanja Hutter, Karin Keller, Sabine Luger, Fabienne Lussmann, Vera Marke, Caro Niederer, Nora Rekade, Verena Sieber - Fuchs, Barbara Signer, Sanra Neff.

Informationen zur Ausstellung gibt es im neuen, grossartigen Bücherladen an der Hauptgasse in Appenzell.

Als Abschluss haben wir uns dann die Ausstellung im Museum Appenzell angeschaut. Der Steidel Verlag wird gefeiert. Eine sehr eindrückliche Präsentation von hochstehender Druck - und  Buchkunst. die im Steidel Verlag seit 1969 gepflegt wird. Der "Scotti Saal" zeigt alle Publikationen, die der Ausstellungsmacher in den letzten 25 Jahren zusammen mit Steidel produziert hat.
Stark ist die aktuelle Initiative von Roland Scotti, aus dem Kunstzeughaus eine Kunsthalle für Appenzell zu etablieren mit einer Kunst und Medienbibliothek.

Samstag 22. Mai: Wir sind heute mit grosser Vorfreude nach Appenzell gefahren für das legendäre Literaturfestival "Kleiner Frühling" vom Bücherladen Appenzell. In diesem Jahr musste - Corona-bedingt der Anlass auf zwei Tage konzentriert werden und er fand nicht wie bisher im Treibhaus von Agathe Nisple, sondern dank dem Entgegenkommen von Roland Scotti, im Kunstzeughaus Appenzell statt. 

Abstand halten, Masken tragen, ruhig sitzen - all das hat dem Anlass nichts anhaben können. Angesagt waren stake Frauen. Den Auftakt machten Hildegard Keller mit ihrem ersten Roman "Was wir scheinen", über die deutsche Philosophin Hannah Arend. Die Leiterin vom Literaturclub von SRF 1, Nicola Steiner, schaltete sich dann spontan als Moderatorin ein. Ich fand es sehr schön, die "freche und gefitzte Kritikerin Hildegard" aus dem Literaturclub, als Lesende und referierende Autorin zu erleben im Zusammenspiel mit der schnell denkenden und angenehm reflektierenden, aktuellen Literaturclubleiterin Nicola Steiner.
Im Anschluss sprach Zora del Buono über das Entstehen ihres eindrücklichen und tabufreien Familienepos "Die Marschallin". Sie schreibt über ihre slowenische Grossmutter - genannt " die Marschallin"- sie war eine glühende Verehrerin von Marschall Tito und führte ihre Familie mit eiserner Hand durch die Wirren der damaligen Zeit. 

Hildegard Keller, Nicola Steiner und Zora del Buono sorgten am Samstagmittag für einen geistreichen Auftakt vom diesjährigen kleinen Frühling, im krassen Gegensatz zum eisig kalten realen Frühjahr. In den Pausen gefror fast der Weisswein - im Glas - beim Stehn.

Der zweite Leseblock gehörte den Stimmen von Samira El-Maawi und von Anna Stern.

Samira El-Maawi schildert in ihrem Buch auf leise und unaufgeregte Art ihr eigenes Erleben, als in der Schweiz geborenes, schwarzes Kind (sagen wir mal dunkelbraun). Gerüche, Farben, Empfindungen - das Erleben durch unangebrachte und irritierende  Reflektionen von Mitmenschen. Selbstfindung, erlebt in einem grauen, lauwarmen Brei der Missachtung. Ein Buch auf das ich mich freue. Was wäre unser heutiges Leben, unsere Küche, unser Denken und Empfinden ohne all die bereichernden Einflüsse des so gefürchteten und vermeintlich Fremden? 

Anna Stern schätze ich sehr. Ich habe vor einiger Zeit alle bis jetzt erschienenen Bücher von ihr gekauft und freue mich auf die Lektüre. Eine junge Wissenschaftlerin, die in der Forschung arbeitet und schreibt. Klarer Kopf, kurz rasiertes Haar, eher unnahbar und sehr erfolgreich. Als ich das allererste Buch von ihr las, erlebte ich eine intensiv fühlende, fast mantra-artig erzählende, tief empfindende Persönlichkeit, die Erlebtes in einer total eigenen Sprache rhythmisiert und dadurch sich selbst immer wieder einverleibt. Vergessen geht nicht. Zum Glück! 

Die Erfindung von Pausen darf nicht unterschätzt werden. Pausen bieten die Möglichkeit für neue Kontakte und für die Reflektion. Ich bin zum Beispiel sehr gespannt auf die Arbeiten des Fotografen Thomas Flück, der mir in der Pause ein Quöllfisch offeriert hat.

Die Lesungen von Meral Kureyshi und von Dragica Raicic Holzner wurden "verschärft" durch das Gespräch und das Nachfragen von Nicola Steiner. Die Bücher muss ich zuerst lesen, bevor ich mir ein genaueres Bild machen kann. Tiefsinnig, witzig, von schräg bis todernst. Religion, Sexualität, Fremdsein, Frausein. Dragica kenne ich seit Ende der 80er Jahre. Sie lebte damals in St. Gallen und veröffentlichte ihr erstes Buch, geschrieben in ihrem ganz eigenen, slavischen Schweizerdeutsch. Ich glaube Hanspeter Spörri war einmal mit ihr bei uns zu Besuch... ihre Aura hat seit jener Zeit kräftig zugelegt.

Mittwoch 19. Mai: Um 13 Uhr erwarte ich Anja Sitter für unsere grosse Holzdruckaktion. Mit etwas Verspätung konnten wir, zusammen mit Monika damit beginnen, unser provisorisches Druckatelier einzurichten. Anja hat mit einer grossen Farbrolle die vorbereitete Farbe auf die erste Holzplatte aufgetragen. Unsere Freunde Fredi, Menga und Werner kamen dann dazu, um beim Drucken zu helfen. Wir haben viele dicke, weisse Socken eingekauft, um damit auf dem Papier herumzurutschen und die Farbe vom Druckstock auf das Papier zu übertragen. Es war eine wirklich harte Arbeit, mit vielen Gesprächen, Pausen, Lachen und Staunen.

Werner hat die Druckarbeit gefilmt. Da bin ich mal gespannt.

Monika kochte dann zum Abschluss bei uns zu Hause ein wunderbares Spinat-Risotto mit Rosenpfeffer. Das war ein guter Tag - schon lange nicht mehr so viel gelacht!

Dienstag 18. Mai: Gestern und heute arbeitete ich intensiv an zwei neuen, grossen Holzschnitten zum Thema "Wege". Der erste Holzschnitt aus dieser Serie wurde im letzten Jahr im Kunstmuseum Olten gedruckt und präsentiert. Mit einer Oberfräse zeichnete ich die fiktiven Wege einer Biene in die rund zwei mal drei Meter grosse Holzplatte. Es ergab sich eine Zeichnung ähnlich einer Blume, mit enormer Duft - Kraft. Beim zweiten Schnitt fräste ich meine eigenen Wege aus meinen spontanen Erinnerungen in das Holz. Meine Schul- und Arbeitswege, meine Besuche bei Monika, die Reisen nach Hongkong, Australien, Wanderungen in der Region etc. Ich bin gespannt wie dieser Holzdruck aussehen wird. Die zwei Tage haben mich sehr viel Kraft gekostet. Am Abend bereitete ich im Atelier, zusammen mit Monika, noch die grossen Papierbahnen für die Druckaktion vor. 

Sonntag 16. Mai: Gegen Mittag hat Elisabeth Nembrini zusammen mit Thomas einen Bienestock bei uns im Garten platziert. Ich habe einen lauschigen Platz eingerichtet, gleich neben den frisch eingepflanzten Süsskartoffeln, dem Knoblauch, den Salaten und den schon bald verblühten roten Tulpen. An weiteren Blüten gibt es Löwenzahn, Eschen, viel Bärlauch, Pfingstrosen, Apfelblüten etc. Die Bienen haben viel zu ernten.

Am Nachmittag sind wir nach Kreuzlingen gefahren für ein Gespräch mit Kathleen Bühler und Monica Ursina Jäger. Sie zeigt im Untergeschoss eine starke, dreiteilige Videoinstallation über Singapur. Das Gespräch war sehr spontan, schlüssig, informativ und einfach wohltuend. Im Ausstellungsraum präsentiert Lika Nüssli ihre neusten Arbeiten. Angesagt waren eigentlich Tücher. Gezeigt wird nun ein Potpourrie von neuen Arbeiten. (Potpourrie bedeutet laut Wikipedia ein Gefäss mit wohlriechenden Pflanzenteilen)

Samstag 15. Mai: Ein guter Tag mit einem schönen Abendessen bei Eveline und Ralph.

Freitag 14. Mai: Heute hatte ich eine Verabredung mit Fredi Altherr. Wir haben dann an unserem Seniorennachmittag ganz spontan die Ausstellung im Historischen - und Völkerkundemuseum angeschaut. Klimt und Freunde. Daniel Studer hat ganz gross aufgetischt bei seiner Abschiedsausstellung. Klimt hatte auch in St. Gallen Freunde, Bewunderer und Bewunderer-innen. Der Zusammenhang mit dem textilen Aufbruch in der Zeit vom Jugendstiel, die einfachen Druckmethoden, mit von Hand geschnittenen Holzmodeln, die sich daraus ergebende Abstraktion der Stoffmuster und der Einfluss auf die Kunst, wird mit sehr starken Ausstellungsstücken belegt. Eine sinnliche und starke Präsentation.

In dieser Ausstellung versteht man auch sofort, wie nahe sich schon damals die verschiedenen Disziplinen von Kunst, Architektur, Mode und Dessign waren. Eine Künstlerin wie Sophie Teuber Arp wirkt in diesem Zusammenhang noch stärker und erstrahlt in einem völlig neuen, regionalen - internationalen Licht. 

Mittwoch 12. Mai: Kaminfegertag. Nach einer Covid bedingter Verschiebung fand heute bei uns und im Nachbarhaus das grosse Kaminfegen statt. Eine Ölheizung und vier Feuerstellen. Der Kaminfeger findet, dass unsere zwei Häuser super geeignet wären für die Kaminfeger Abschlussprüfung. Wir haben ziemlich alle Varianten von Kaminen und Öfen die es gibt. Aber unser Energieverbrauch ist vorbildlich.

Am Nachmittag um 15.15 Uhr hatte ich meinen zweiten Impftermin in der Curlinghalle im Lerchenfeld. ICH BIN WIRKLICH KEIN GROSSER IMPFFAN ABER DAS MUSSTE NUN EINFACH SEIN. 

Am Abend hatten wir ein sehr schönes Treffen mit Usina und Thomas. Gute Gespräche, feines Essen und schöne Weine und am Schluss einen wunderbaren Cognac. 

Donnerstag 13. Mai: Heute sind wir nach Schaffhausen gefahren um Coni und Cefi zu treffen. Auch hier ein wunderbares Essen, gute Musik, spannende Gespräche über das Altern, das Wohnen und das Geniessen. Eine sehr hochstehende Jass - Partie bildete den Höhepunkt des Tages, die wir in meiner Erinnerung natürlich überlegen gewonnen haben. Aber ich weiss, Erinnerungen sind trügerisch...

Montag 10. Mai: Heute haben wir im Garten gemeinsam mit Elisabeth Nembrini einen Platz für ihre Jungbienen ausgewählt. Ein Jungschwarm darf einen Monat lang bei uns in die Blütenhonigferien. Ich werde für die Bienen einen schönen Platz vorbereiten.

Am Nachmittag bin ich ins Atelier spaziert, um einige Objekte auszuwählen für eine Ausstellung im kleinsten Helmhaus der Schweiz. Der Fotograf Simon Mayer hat mich eingeladen, in seinem Helmhaus, das vor der Löffelburg irgendwo bei Beromünster steht, eine Einzelausstellung einzurichten. Ich habe aus meinem Fundus einen Kosmonauten mit einer Leinwand und einer Farbpalette, eine Frau, geschnitzt aus Eibenholz, der ein Kristallstab aus ihrem Bauch strahlt heraus gesucht. Dazu habe ich einen Arm eines Engels aus dem 19. Jahrhundert ausgewählt, dem ein Finger fehlt. Kombiniert wir das Ganze noch mit dem Biene-Maia-gelben - Fahrradhelm von Monika mit der Aufschrift "I LOVE MY BRAIN".

Schön wäre es, wenn von verschiedenen Menschen einige lustige Texte zu diesen Stücken entstehen würden. Wer Lust hat einen Text zu schreiben kann sich gerne bei mir melden. Ich sende dann einige Fotos oder ein Filmchen mit den Arbeiten. Es eilt. Die Ausstellung findet schon am Samstag 5. Juni im Helmhaus bei der Löffelburg in Beromünster statt. Eröffnung um 18 Uhr. (Maske, Strohhalm und gute Laune mitbringen!)

Am frühen Abend hatte ich dann noch eine ausserordentliche Zoom Sitzung mit dem Zentralvorstand von Visarte Schweiz. Wir mussten dringend unsere Delegiertenversammlung vom 11. 12. Juni in Genf besprechen. Ich denke wir haben nun eine gute Lösung für diesen Anlass gefunden. Das wird sicher ein tolles Wochenende mit viel Kultur und vielen Begegnungen mit Künstlerinnen und  Künstlern aus der ganzen Schweiz.

Sonntag 9. Mai: Auch heute ist nichts mit Spazieren. Komposten, pflanzen, gestalten und geniessen... Am Abend ein wunderbares Fleisch, gebraten auf der hausgemachten  Glut auf unserer Feuerstelle.

Samstag 8. Mai: Ein wunderbarer, warmer Pflanztag mit viel Ruhe. Bei uns wird in der Nachbarschaft sehr viel gebaut. Das ist ja eigentlich sehr spannend. Der Baulärm beginnt aber schon um 7 Uhr und dauert bis 18 Uhr. Heute ist nun absolute Ruhe. Samstag gleich Pflanztag...

Monika hat sehr viele Setzlinge eingekauft, die wir dann sorgfältig im Garten platziert und gesteckt haben. Ich habe viel Kompost verteilt und für die Gurken machte ich ein stabiles Klettergerüst, Die verschiedenen Kartoffelsorten habe ich in einem schönen Oval angepflanzt. Im Zentrum plane ich dann Sonnenblumen und Mais zu pflanzen. Die Stecklinge für die Stangenbohnen versuche ich in diesem Jahr im Atelier zu ziehen. Im Freien hat sich das bisher nicht bewährt. Die Elstern und die Krähen, die Katzen und die Spatzen, die Schnecken und die Jgel lieben das Ausreissen und zerbeissen der jungen Bohnen. Sie geniessen das zarte Knietschen beim Zerquetschen...

Freitag 7. Mai: Am frühen Abend nahm ich Teil an der  Zoomkonferenz der Schweizer Bildschulen. das war sehr spannend. Ich bin neu im Patronatskomitee und bin gespannt, was sich da für Synergien ergeben werden. 

Am Abend habe ich mir die aktuelle Ausstellung im Auto Nextex von Visarte Ost angeschaut. Ich war leider viel zu früh und die Künstler waren noch nicht anwesend. Auf dem Weg nach Hause besuchte ich dann noch die Eröffnungen beim Hiltibold von Roland Iselin und Andri Stalder. Zwei grossartige Fotoarbeiten sind da zu sehen. Bei der Gelegenheit konnte ich wieder einmal ausgiebig mit Adrian Bleisch diskutieren. 

Donnerstag 6. Mai: Um 14 Uhr traf ich Fredi Altherr. Wir haben uns über Restaurierungen und Baumaterialien unterhalten. Er arbeitet an einem umfassenden Wissensarchiv zu Baustoffen und Handwerkstechnicken. Ich muss mir heute eine Skulptur von 1989 an der Universität anschauen. Bei der Gebäudesanierung musste die Holzskulptur abmontiert werden. Dabei wurde bemerkt, dass die Verschraubung nicht mehr stabil genug war. Vor Jahren hat sich ein nun ausgetrockneter Pilz am Holz zu schaffen gemacht. Der Pilz wurde untersucht und als nicht mehr aktiv und auch als ungiftig deklariert. Nun wird das Holz von einem sehr erfahrenen Restaurator stabilisiert und mit Harz verfestigt. Anschliessend wird eine neue und stabilere Verschraubung der Doppelfigur angebracht. Ich bin sehr erleichtert, dass kein grosser Schaden entstanden ist. Die Figur steht neben dem Haupteingang vom Audimax auf einem kleinen Balkon, zwischen der Aula und der Bibliothek. Von hier aus ist auch meine Figur auf der Kugel und das in einem metallenen Stern eingelassene Zahnmosaik sichtbar.  Neben dem Eingang zur Bibliothek hängt das wunderbare, riesige Werk von Gerhard Richter. 

Dienstag 4. Mai: Heute war viel los. Am Morgen gab es viel zu organisieren und gegen 10 Uhr sind wir mit dem Auto nach Chur gefahren. Monika möchte sich die Ausstellungen im Kunstmuseum anschauen und bei der Gelegenheit holen wir die restlichen Bücher von Camillo Paravicini ab. Es war eine schöne Fahrt durch das Rheintal bei Sonnenschein. In Chur war viel los. Alle Restaurants im Freien waren sehr gut besetzt. Wir haben uns viel Zeit gelassen für die Ausstellungen. Wenn man nicht alleine ist, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Wir haben die Bücher von Camillo verladen und haben anschliessend gemütlich gegessen. Auf der Rückfahrt machten wir Halt in Kriessern um die Eltern von Monika zu besuchen. Der Vater von Monika feiert heute seinen Geburtstag.  

Montag 3. Mai: Um 7 Uhr bin ich aufgestanden. Ein Gartenbauunternehmen bringt mir heute um acht  Gartenerde mit dem Kranlastwagen. Ich möchte ein Biotop wieder zu einem Garten verwandeln. Es hat alles wunderbar geklappt. Der Lastwagenfahrer hiefte mit dem Kran die Säcke über die Ligusterhecke direkt auf unser Grundstück. Von Hand habe ich dann die Erde aus den grossen Säcken geschaufelt und mit der Karette im ganzen Garten verteilt. Um 16 Uhr war ich fix und fertig. Der Landschaftsgärtner war ziemlich erstaunt, als wir die grossen Säcke schon vor dem Feierabend zurück brachten. Am Abend als ich meine riesigen, aufgeplatzten Blasen an den Händen gepflegt hatte, schaute ich im Internet nach, wie schwer ein Kubikmeter Gartenerde ist. Ich habe sage und schreibe 7500 Kilo Erde von Hand herumgeschippt. Wahnsinn... 7,5 Tonnen in 7 Stunden... 

Sonntag 2. Mai: Ein toller Regentag. Lesen, herumhängen, schönes Tun, kochen, gutes Essen und  träumen...

Samstag 1. Mai: Heute früh bin ich mit dem Zug nach Chur gefahren für die Ausstellungseröffnungen Im Bündner Kunstmuseum. Die grossartige Hauptausstellung von Zilla Leutenegger hat den Titel "Espèces d' espaces" und im Obergeschoss wird die Installation von Camillo Paravicini "Hart, aber fair" präsentiert. Camillo ist mit dem Manor Kunstpreis Chur ausgezeichnet worden und kann darum eine Ausstellung im Kunstmuseum realisieren. Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Museum im Vexer Verlag das spannende Lese- und Bilderbuch "über alles im Bilde - Betrachtungen" herausgeben. Mit einer Einführung von Stephan Kunz, Damian Jurt im Gespräch mit Camillo Paravicini und weiteren Texten von Sabine Rusterholz Petko, Aoife Rosenmeyer, Claire Hoffmann und Gianni Jetzer.

Der Museumsbesuch hat sich gelohnt. Zwei wunderbare Ausstellungen, mit ganz unterschiedlichen Ansatzpunkten für wundersame, räumlichen Erfahrungen und mit sehr schönen Treffen mit Zilla Leutenegger und Camillo Paravicini. 

Freitag 30. April: Ich bin um sechs Uhr aufgestanden. Der Kaminfeger war angesagt auf sieben Uhr. Ich habe sehr lange gewartet. Nach acht Uhr telefonierte die Kaminfegermeisterfrau, dass ihr Arbeiter einen Covid-test machen musste... und wahrscheindlich nicht kommen wird.

Donnerstag 29. April: Heute war wieder einmal der Tag des Haare-Lassens. Simone Fürer im Raum Nr. 11 macht das grossartig. 

Mittwoch 28. April: Nach dem Frühstück sind wir nach Moutier und dann über die wunderschöne Hochebene nach Oensingen und dann nach Aarau gefahren. Wir haben dort wieder einmal das Stadtmuseum besucht, um alle meine alten Bekannten an der Museumsfassade begrüssen zu können. Anschliessend haben wir uns im Kunsthaus Aarau die eindrückliche Ausstellung rund um Emma Kunz angeschaut. Es ist sehr spannend, dass gleich zwei sehr wichtige Frauen mit einem starken Bezug zur Ostschweiz präsentiert werden.

Im Kunstmuseum Basel Sophie Taeuber - Arp und in Aarau Emma Kunz.

Grossartig!

Dienstag 27. April: Heute sind wir früh aufgestanden. Wir fahren für einen Arbeitsbesuch in den Jura, nach Delémont. Ich treffe dort in einer Druckerei die Arbeitsgruppe für das Buchprojekt, das wir über den Künstler Coghuf planen. Unsere Autofahrt war sehr angenehm und unterhaltsam. Es ergeben sich immer unausweichliche Diskussionen und gute Gespräche. Wir hatten ein Zimmer im Hotel National reserviert. Am Mittag haben wir in einem Gartenrestaurant mitten im Städtchen gegessen. 

Unser Arbeitstreffen in der Druckerei war sehr ergiebig. Es gibt aber noch viel zu tun. Wir möchten das Buch zweisprachig herausgeben, französisch - deutsch. Das macht bei Coghuf Sinn. Der Basler Künstler lebte lange Zeit im Jura. Ich habe das Werk von Coghuf früh kennengelernt. Walter Burger, ein St. Galler Künstler hat in den 80er Jahren viel von ihm erzählt. Walter arbeitete in den fünfziger Jahren als Assistent bei ihm. Coghuf hat dann später in St. Gallen grosse und bedeutende Werke für die Universität geschaffen.

Nach unserer Besprechung bin ich mit Adrien Jutard zusammen zur alten CONDOR Motorradfabrik bei Courfaivre gefahren. Daniel Gämperle wartete schon auf uns. Er hat zusammen mit Visarte Jura im letzten Jahr eine grosse und sehr erfolgreiche Biennale organisiert. Nun planen sie zusammen mit der Besitzerfamilie einen Ausstellungsraum für die Zukunft. Die Fabrik ist grossartig und erschlossen mit einem eigenen, kleinen Bahnhof direkt am Fluss. Hier wurden zuerst Werkzeuge und dann ab 1904 herum Fahrräder für die Post und für das Militär fabriziert und später dann die legendären Condor Motorräder.

Am frühen Abend habe ich dann zusammen mit Adrien die Vorstandsitzung von Visarte Jura besucht. Das war ein eindrücklicher Tag voller Überraschungen. Nach der Abstimmung in Moutier herrscht Aufbruchstimmung. Der Kanton Jura ist nun komplett und kann sich in allen Bereichen weiterentwickeln. Das ist sehr vielversprechend für die Kulturszene vor Ort. Die visarte.ju wird da sicher eine wichtige Rolle einnehmen.

Später genossen Monika und ich dann die Abendsonne in einem der vielen gut besuchten Gartenrestaurants mitten im Städtchen und später assen wir ziemlich fulminant im Hotel National. Lustigerweise waren einige St. Gallerpaare im gleichen Hotel zu gast. Das scheint ein beliebter Schlafplatz für Fahrad fahrende Paare zu sein.   

Montag 26. April: Gestern hatten wir Besuch am Nachmittag. Unsere neuen Mieter wollten das Haus und den Garten noch einmal anschauen. Nun ist alles fixiert und der Vertrag ist unterzeichnet. Besiegelt haben wir diesen Schritt mit einem feinen Essen und einem wunderbaren Wein. Wir freuen uns. Ich habe heute den ganzen Tag im Garten gearbeitet und Monika hat eine Laufbahnberatung für eine gute Freundin von uns gemacht. Am Abend waren alle sehr zufrieden mit dem Tagwerk. 

Sonntag 25. April: Die letzte Woche habe ich sehr viel im Garten gearbeitet. Ich habe die zwei riesigen Komposthaufen umgegraben und die Komposterde für den Garten vorbereitet. Ich liebe diese Arbeit. Der Umwandlungsprozess von organischem Abfall zur wunderbar riechenden Gartenerde fasziniert mich total. Mit Bambusstangen habe ich ein grosses Pflanzgerüst für Stangenbohnen vorbereitet. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich der Topinambur extrem ausbreitet. Ich habe kiloweise Knollen ausgegraben und an Orten eingepflanzt, wo sie sich nicht so stark vermehren können. Ich liebe diese Blumen. Die "Indianerkartoffeln", die ryzomisch wachsenden Wurzelknollen schmecken als Salat oder als Gemüse wunderbar. Man muss sich einfach bewusst sein, dass der Verzehr der Knollen richtige Furzorgien auslösen kann. Jetzt habe ich gerade im Internet gelernt, warum Fürze stinken. Die Antwort lautet: "Damit auch Schwerhörige etwas vom Furzen haben."  

Montag 19. April: Heute haben die Abbrucharbeiten an der Parketterie Strasse, beim ehemaligen Wohnhaus von Ruth Gahler begonnen. Eine Ära geht zu Ende. Die Bäume sind bereits gefällt. Ein richtiges Schlachtfeld. 

Sonntag 18. April: Die zwei Tage in Luzern waren sehr angenehm. Wir haben wunderbar gegessen, gut geschlafen und im Kunstmuseum eine sehr spannende Ausstellung von Rinus Van de Velde besucht. Der Künstler schöpft aus dem Vollen und bedient sich ungehemmt aus der Schatulle der Kunstgeschichte und der Gegenwartskunst. Ein eindrückliches, humorvolles, im Kollektiv gebasteltes Weltbild. 

Am Nachmittag machten wir einen Zwischenhalt in Zürich, um die zwei gelungenen Ausstellungen von Visarte zum "Corona Call" anzuschauen in der Wasserkirche und in der Helferei. Wir haben viele Bekannte getroffen, sehr gute Kunst gesehen und interessante Gespräche geführt.  

Freitag 16. April: Monika und ich sind heute mit dem Zug nach Luzern gefahren. Ich liebe die Strecke über Rothenturm mit der Bodensee - Toggenburg Bahn. Wir besuchen unsere Freundin Erika. Ich habe am Nachmittag im Ausstellungsraum Apropos eine Sitzung. Eine Arbeitsgruppe plant zum 50 jährigen Bestehen des Ausstellungsraumes eine dokumentarische Publikation. Ruedi Schill hat ein umfassendes Archiv angelegt, das nun gesichtet werden muss. Ich war da bei meinen Kulturaktivitäten nicht so konsequent. Von der St. Galerie, die ich Ende 1979 gegründet habe gibt es einfach noch die schillernden Namen wie Roman Signer, Fischli und Weiss, Silvia Bächli, Olivia Etter, Rut Himmelsbach, Walter Pfeiffer, H.R. Fricker, Anna Winteler, Laurenz Lee, Alex Hanimann, Alex Silber, Francoise Viscontini, Thomas Lüchinger, Thomas Stalder, Anita Hohengasser, Toni Calzaferri, David Bürkler, Olga Zimmelova, Peter Schuler, Erica Pedretti, Reinhard Gfeller, Peter Meyer, Christoph herzog und viele mehr... einige sind leider bereits verstorben... 

Donnerstag 15. Mai: Gestern Nachmittag hatte ich meinen ersten Impftermin. Plötzlich geht nun alles sehr schnell. Die Atmosphäre in der Curling Halle war sehr ruhig und konzentriert. Eine ziemlich andächtige Ruhe wie in einem Kirchenschiff, einfach ohne Orgel. Die meisten wartenden Menschen gehörten der Kategorie Ü 65 an.

Heute fühle ich mich ziemlich müde... ich hoffe alles kommt gut.

Am Nachmittag hatte ich eine vier stündige Vorlesungsreihe zum Thema Urheberrecht. Die Zoomkonferenz, das Urheberrechtsgespräch, organisiert von pro Litteris war sehr anstrengend. Und ehrlich gesagt habe ich nicht sehr viel vom Inhalt verstanden. Das Urheberrecht in den neuen Medien einzufordern ist sehr aufwändig und kompliziert. 

Mittwoch 14. April: Heute werden die Bäume geschnitten auf unserem Nachbarsgrundstück. An der Parketteriestrasse ist eine kleine aber laute Baumaschine aufgefahren worden, um die Randsteine herauszuhauen. Bald gibt es eine riesige Baustelle auf dem Grundstück Parketeriestrasse 3. In den letzten Monaten werden in unserem Quartier Bauvisiere aufgebaut wie ein Stangenwald. Der Spekkulations- und Investitionsdruck scheint riesig zu sein. An der Brauerstrasse bei der alten Brauerei gehen die Bauarbeiten rasant vorwärts. Hier entstehen duzende von vorfabrizierten  Einzimmerwohnungen, die über der neuen Tiefgarage aufeinander gestapelt werden. Ich bin gespannt wie sich das Quartier in ein paar Jahren präsentiert. An der Lindenstrasse entstehen Alterswohnungen in der ehemaligen Fahnenfabrik. Im Notfall könnten wir ja dann dorthin flüchten...

Wir gehen natürlich nicht. Wir bleiben und geniessen täglich das bunte und laute Treiben auf den umliegenden Baustellen. Jeder Krahn ein Kindheitstraum. Jeder Betonmischer eine sich drehende Wohltat. Die munteren Gesänge der Eisenleger erfreuen unsere Herzen.

Und jetzt fahre ich in den Westen der Stadt zum Impfen.

Sonntag 11. April: Eine schöne Rückfahrt im Auto von Monika, über den Ricken mit vertiefenden Gesprächen. Alles gut gegangen und müde in St. Gallen angekommen.  Übervoller Briefkasten, gefüllt mit Rechnungen, Paketen, Zeitungen und frischen Eiern von unserem Miet-Huhn "Venus".

Auf der Baustelle in unserer Nachbarschaft ist viel passiert. 

Freitag 9. April: Am Morgen verpackten wir eine ganze Palette mit Büchern in unserem Auto, die wir nach Schwyz zum Spital liefern mussten. Obendrauf legte ich die Palette, damit wir beim Ausladen, auf der Laderampe alles wieder schön stapeln und "Paletten-Rolli gerecht" platzieren konnten. Anschliessend sind wir zu Susi und Hugo nach Eggiswil am Sempachersee gefahren. Ein wunderbares Wochenende mit feinem Essen, spannenden Gesprächen, guten, lustigen und traurigen Geschichten und ausserordentlich unterhaltsamen und überraschenden Jasspartien. Ein wunderschöner Ort für Schilf, Fische, Fischer, Boote, Seepiraten, Enten, Vögel aller Art, Böschungs-Kontrollöre, Einsame,  Einrad Fahrerinnen, Bauern, Geher, Fahrradfahrer, Fussgängerinnen, Segler, Wanderer, Familien und Freunde besuchende, Jogger, Jodler, ganze Chöre, Klarinettisten und alle Arten von Hunden, mit und ohne Leinen.

Donnerstag 8. April: viele Telefontermine und am Abend eine Ausstellungseröffnung beim Hiltibold. Gabriela Gerber und Lukas Bardill haben eine feine Videoinstallation mit einem scheuen Hirsch aufgebaut. Bei der zweiten Vitrine hat Sonja Lippuner eine kraftvolle, bunte Hinterglasmalerei geschaffen.

Ich konnte nicht sehr lange vor Ort bleiben. Um 20 Uhr war die Hauptversammlung von Visarte Ost angesagt - per Zoom. Es gibt einige Wechsel im Vorstand und im Präsidium, das neu von Michael Bodenmann übernommen wird.  

Mittwoch 7. März: Am frühen Nachmittag wäre eigentlich eine Buchbesprechung mit Peter Zimmermann und Jso Maeder angesagt gewesen. Wir haben dann vereinbart, dass die Kontrolle des PDF' s reicht, um alle Fragen zu besprechen und zu klären. Das wird ein tolles Künstlerbuch.

Sonntag 4. April: nach mehreren kalten und schneereichen Tagen sind wir heute zusammen mit Eveline und Ralph nach Bischoffszell gefahren. Wir machten eine sehr schöne Wanderung der Thur entlang Richtung Kradolf. Es waren viele, tempomässig unterschiedliche Wander- und E - Bike - Gruppen allen Alters unterwegs. (Gesungen hat um diese Zeit noch niemand) Auf der anderen Flussseite hat es leider keinen idealen Wanderweg zurück nach Bischoffszell. Nach einigem innerlichen Gefluche machten wir Rast bei der Kapelle St. Michael. Die ganz einfachen und verblassten, liebevoll naiv gemalten Wandmalereien und die Holzsterne an der Decke, im kleinen Andachtsraum, haben mich sehr berührt. Ein guter Tag mit gesunder und abwechslungsreicher Ermüdung.

Donnerstag 1. April: Garten, Garten, Garten und das ist kein Aprilscherz! bald kommt der Schnee juhe...

Mittwoch 31. März: Garten, krummer Rücken, grosses Entzücken - bald an Krücken...

Dienstag 30. März: Ich war den ganzen Tag im Garten und habe Schwerarbeit geleistet. Am strengsten war der Rückbau einer treppenartigen Sandsteinverbauung. Die einzelnen Platten waren so schwer, dass ich sie wie die alten Pyramidenbauer mit vielen Tricks und Kniffs bewegen musste. Am Abend wusste ich ganz genau wo sich mein Rücken befindet. Weit hinter mir... ich sage dir...!!!

Am Abend waren wir bei Alexi und bei Andreas zum Essen eingeladen. Ein überaus herzlicher und heiterer Abend mit vielen alten Geschichten geschmückt.

Montag 29. März: Heute Nachmittag hatten wir eine lange Zoomsitzung mit dem Visarte-Vorstand. Sehr viele Themen, anregend, anstrengend und ergiebig.  

Sonntag 28. März: Nach dem intellektuell sehr fordernden Jassabend bei Gabriela und Werner sind wir spät aufgewacht und haben vergessen, dass wir zur Geburtstagsfeier bei Elisabeth Nembrini zu einem Mittagsspaziergang eingeladen waren. Wir wurden telefonisch aufgeboten und Thomas hat uns dann zur bereits wandernden Geburtstagsgruppe gefahren. Ein sehr schöner Nachmittag über dem Bodensee, zusammen mit Freunden, gutem Essen und unterhaltsamen und lustigen Gesprächen. Das hat Spass gemacht. 

Samstag 27. März: Monika besucht heute ihre Eltern in Kriessern. Sie macht das ganz regelmässig und mit grosser Freude. Ich arbeite an meinem neuen Gartenprojekt. Ich bin daran einen Resttümpel aufzulösen und die Gartenfläche zu vergrössern. Den riesigen Komposthaufen habe ich bereits umgegraben und den Kompostplatz neu eingerichtet. Ich bin begeistert über die Qualität der Komposterde und habe wieder viele neue Würmer kennengelernt. Ich gebe allen einen Namen mit "i" am Schluss, wie: Berti, Seppi, Kurti, Moni, Toni, Loni, Hugi, Susi, Bubi etc. 

Am Abend sind wir bei Gabriela und Werner zum Essen und zum Jassen eingeladen.
Das Essen war wie immer Superklasse und das Jassen natürlich auch. Werner und ich spielten uns von Sieg zu Sieg...

Freitag 26. März: Wir kochen heute für Eveline und Ralph. Das wird sicher ein schöner Abend. 

Mittwoch 24. März: Schon vor vielen Monaten habe ich mehrere Langzeitprojekte gestartet. Ich arbeite regelmässig an meinen Themen Gartenbau, Kompost, Würmer, Rabarber etc. und male zu meiner Aufmunterung "schöne" Frauenbilder. Seit meinem fünfundsechzigsten Geburtstag erhalte ich regelmässig Werbung per Mail für Viagra. Zuerst habe ich mich total geärgert. Dann habe ich mich entschlossen all die nackten und aufreizend in den Mails stehenden, liegenden oder nach hinten gebeugten Frauen aus der Werbung zu malen. Als 18 jähriger "Jungkünstler" bin ich regelmässig ins Aktzeichnen gegangen (im Dachgeschoss an der Gallusstrasse über der Pilzkontrolle) und habe mich immer amüsiert, wie alte Männer begeistert junge Frauen zeichneten. Immer wenn das Modell Jngeborg einmal im Jahr mit ihrem verstaubten Ballett Tütü posierte, protestierten die alten Männer vehement und wollten sie nackt sehen und zeichnen. Jngeborg war aber unerbittlich. Einmal im Tütü pro Jahr war ihre ultimative Forderung - sonst sei definitief Schluss mit lustig. 

Dienstag 23. März: Am Morgen früh hatten wir eine weitere Sitzung mit der Agentur Alltag. Wir sind schon seit geraumer Zeit mit verschiedenen Akteuren am Entwickeln einer Jdee für ein Transformationsprojekt. Ich bin sehr gespannt was daraus resultieren wird.

Montag 22. März: Am frühen Nachmittag hatte ich ein weiteres, langes Telefongespräch mit Regine von Visarte. Das hört sich ja an wie ein sehr bedeutsames Adelsgeschlecht "von Visarte". Regine und ich telefonieren seit Anfang Jahr jede Woche Stundenlang, um alle anstehenden Fragen zu besprechen. Direkte Begegnungen sind ja schon längere Zeit nicht mehr möglich. 

Sonntag 21. März: Nach dem Frühstück machten wir uns auf zu einem langen Spaziergang. Die Natur erwacht und lässt die ersten zarten Blüten spriessen. Im Moment stören mich die  Abstimmungsparolen, die bei vielen Bauerhöfen direkt neben den stinkenden Jauchegruben, an den Wänden der mit riesigen Landwirtschaftsmaschinen angefüllten Remisen, aufgehängt sind. Die berechtigten Anliegen für den Umweltschutz werden als irreführende Mogelpackung bezeichnet. Das ist mehr als ärgerlich. Mein Vater war auch Bauer und ich habe mit ihm viel über Umweltschutz gestritten. Vor mehr als 45 Jahren, kurz vor seinem Tod hat er mir auf einer kleinen Fahrradtour dem Rhein entlang zugestanden, dass er mir Recht geben müsse bei den Themen Überdüngung, Tierhaltung, Wasserschutz etc. Mein Vater hatte nicht mehr sehr viel Kraft in den Beinen. Beim Fahrradfahren hat er auf der rechten Seite immer seinen Gehstock benutzt, um das Pedal in Schwung zu bringen. Für mich ist das eine sehr berührende Erinnerung an meinen bescheidenen, sorgsamen und behutsamen Vater. Er hatte riesige Hände, trank fast keinen Alkohol, war nie betrunken und er konnte keine Witze erzählen. Das hat mich immer beindruckt und zum Lachen gebracht. 

Samstag 20. März: Am frühen Nachmittag hat uns Tamara Weibel mit ihrem, im Snugli schlafenden Kind besucht. Wir haben uns lange im Flüsterton unterhalten. Dieses leise Reden bewirkte eine sehr spezielle, behutsame und ungewohnte Art der Begegnung. Tamara hat 2012 einen Text geschrieben zu meiner Kunst am Bau Arbeit "Wunschbrunnen", die ich damals für die Kantonalbankfiliale in St. Gallen - Winkeln SG realisieren konnte.  Den Text veröffentlichte ich in der Publikation "Wunschbrunnen - Vom Glauben an das Wasser und an das Wünschen", die im Vexer Verlag erschienen ist. Ich würde gerne Tamara wieder einmal singen hören. Sie macht zusammen mit einer Freundin Musik. Im Moment ohne öffentliche Auftritte.  

Freitag 19. März: Heute Abend hatte ich einen Interviewtermin mit Anette und Christian (STÖCHERSELIG) aus Basel. Das kann über Facebook angeschaut werden unter (20+) Facebook.

Das ganze Projekt läuft über weltraum.me in Basel. Es wurden schon eine ganze Reihe Gespräche geführt mit Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Vermittlung.

Donnerstag 18. März: Um 10 Uhr hatte ich einen Telefontermin mit Vera. Wir hatten viele Projekte zu besprechen. Vera arbeitet an vielen spannenden Kunst- und Buchprojekten. Wir haben mehr als zwei Stunden konferiert. Für mich war das ein super Meeting. Neu erschienen ist nun das Buch über NIGTHCLUBS IN BERLIN 2013 -2020 von Julie Covin. Ein spannendes Projekt. www.vexer.ch 

Mittwoch 17. März: Heute konnte ich meine zwei Din A5 Holzdrucke abholen, die ich im Atelier von Martin Amstutz, im ehemaligen Post im Linsenbühl, in einer kleinen Auflage von 5 Exemplaren drucken liess. Die Triennale in Grenchen heisst in diesem Jahr mini-print. ich habe mich entschlossen, mitzumachen. Wie ich das verstanden habe geht es um eine internationale Solidaritätsaktion. 

Ein Besuch in der ehemaligen Post, beim Drucker, Künstler und begnadeten Bandoneon Spieler Martin Amstutz lohnt sich. Ich weiss nicht, ob da auch ehemalige Postdirektorinnen und Pöstler auf Besuch gehen. Das viele Papier, die Druckmaschinen, Plakate, Stempel, Farbe, Drucksachen aller Art und nicht adressierte Post, ungeöffnete Briefe... Bücher, Flaschen, Gläser und eingetrocknete Stempelkissen könnte das Blut eines Postbeamten einfrieren und die frisch gebügelte Uniform versteifen lassen.

Aber - Spass beiseite, die kleinen Druckauflagen sind sehr schön geworden. Für die MINIPRINT habe ich mich für das Motiv Ü 33 entschieden. Diese Bezeichnung gilt für mich und auch für viele Andere bis zum bitteren Ende.

Dienstag 16. März - 19.38: Ich habe Hunger. Jetzt wird gekocht. Oder eventuell ist ein primitives Durchforsten des Kühlschranks passender. Aber sofort! Malen macht munter und hungrig. Vor allem bei den Motiven die ich im Moment bearbeite.

Mitte März: Die zwei grossen Bilder von mir "Doppelklick" für die Ausstellung "Blicke aus der Zeit Sammlungsperspektiven I", 27.3. 2021 - 24.4. 2022, die im  Kunstmuseum St. Gallen stattfindet und mehr als ein Jahr zu sehen sein wird, wurden heute Morgen von Frischknecht Transport abgeholt. Die Ausstellung wurde konzipiert vom Museumskurator  Lorenzo Benedetti. Ich hatte vor mehr als einem Jahr in meinem Atelier ein sehr spannendes Gespräch mit Lorenzo über diese Ausstellung und über seine Vorstellungen der künstlerischen Selbstbetrachtung. Lorenzo ist dann sang und klanglos aus St. Gallen verschwunden. Sein Abgang und sein Verbleib wurden leider vom Kunstmuseum nicht kommuniziert.  

Die Fundation Nairs hat mich zu einer Zoom - Diskussion eingeladen mit dem Moderator Roger de Weck, Barbara Higgs vom Schauspielhaus Zürich und dem Finanzdirektor Roman Griesfelder vom Kunstmuseum St. Gallen. Das Gespräch kann man irgendwo im Internet finden unter Twitter, Flitter oder so ähnlich... nach Nairs möchte ich so bald wie möglich reisen. Das ist ein toller, magischer Ort.

Das Museum Franz Gertsch ist wieder geöffnet. Da kann man doch wirklich ein Waldbild (kein Wandbild) von mir anschauen aus einer Privatsammlung. Ich hatte diese Woche viele Telefonate, unter Anderem ein interessantes Gespräch mit Marianne Burki, wöchentliche informative und wertvolle Telefongespräche mit Regine Helbling, der Geschäftsleiterin von Visarte Schweiz, viele Besprechungen für anstehende Buchprojekte und einen grossartigen, anhaltenden Austausch mit der Agentur Alltag für ein spannendes Transformationsprojekt.

Es geht was. Aber sicher.... und am Samstag 13. März hatten wir eine sehr lebendige und spannende Gruppenkonferenz per Zoom mit allen Visarte Gruppen. 

Die Zeit von Mitte Februar bis Mitte März lasse ich in meinem Tagebuch einfach aus. Es war alles sehr intensiv. Die Einsamkeit, die Isolation, die andauernd anklopfenden und telefonierenden, mailenden, schreibenden, reklamierenden, nachfragenden, selten glücklichen und gleichermassen isolierten Freunde, Leidensgenossinnen und Genossen, die der Kriese trotzenden und somit unverhältnismässig geforderten Mitmenschen. 

Freitag 12. Februar: Telefonate, Zoom-Sitzungen, etc.

Mittwoch 10. Februar: Am Morgen hatte ich einen Telefontermin mit Frau Tschachtle von Sikart. Sie ist sehr kompetent und sehr nett. Ich freue mich, das Gespräch hoffentlich bald einmal im direkten Kontakt zu vertiefen, und über all die Beurteilungskriterien, Asteroiden und Sterne zu philosophieren, die bei vielen Kunstschaffenden eine existentielle Bedeutung haben. 

Am Nachmittag war ich damit beschäftigt, zusammen mit einem Baufachmann Fotoprotokolle von unserem Doppeleinfamilienhaus zu erstellen. Ich war eigentlich nur Zuschauer und habe gestaunt. Nun ist jeder "Haarriss" in diesen Häusern dokumentiert. In unserer Nachbarschaft wir gebaut wie blöd. Trotz Corona-Kriese scheint von Landbesitzer-Innen die Hoffnung zu bestehen, dass auch in Zukunft immer teurere Wohnungen gesucht und gemietet werden. Ich bin nicht sicher ob das alles so einfach werden wird. 

Montag 8. Februar: Am Nachmittag erlebte ich eine lange, intensive und spannende Zoom - Sitzung mit dem Zentralvorstand von Visarte. Es ist traurig, dass zur Zeit alles über den Bildschirm läuft. Die uns allen auferlegte Distanz macht mir zu schaffen. Aber es ist erstaunlich wie trotzdem alles sehr effizient und professionell abläuft. 

Donnerstag 4. Februar: Der Bewegungsraum ist eng geworden. Ich mag kaum mehr mit dem Bus in die Stadt fahren. Die Maske juckt, die Nase beisst - sagt man das ? Die Nase beisst? Die Menschen verhalten sich sehr individuell und sehr speziell. Das ist anstrengend. In den letzten Wochen habe ich so viele Menschen gesehen, die tief schlafend im Bus sitzen. Sie hängen eher in den Polstern als dass sie sitzen. Schnarchend, geifernd, geplagt von Alpträumen. Einkaufen in der Stadt? Nein Danke. Eigentlich versuchen wir alles zu Fuss zu bewältigen. Das dauert - aber was wir plötzlich im Überfluss haben ist Zeit. Um 13 Uhr hatte ich einen Termin mit dem Dachdecker. In meinem Atelier ist eine Dachluke undicht. Die wird natürlich sofort repariert. Die städtische Liegenschaftsverwaltung macht ganze Arbeit. 

Sonntag 24. Januar: Heute wäre ich eingeladen gewesen für ein Künstlergespräch im Gertsch Museum. Nun spaziere ich mit Monika durch den tiefen Schnee und versuche mir bei jedem Schritt ein Bild der verschneiten Landschaft einzuprägen. Auf einer Bank sass ein junger schwarzer Mann. Ich fragte ihn, ob ich ein Foto machen darf. Ich glaube er freute sich. Schwarzer Mann auf einer Bank sizent im Schnee. Am Abend, als ich all diese Bilder wieder abrufen wollte, war sehr viel Weiss und sehr viel Schwarz, das wie ein riesiger Asthaufen aufgetürmt und zugeschneit war. In meiner Vorstellung ein Berg voller Astgabelungen, Nadeln, Tannzapfen, Eichen- und Buchennüssen, Blättern, Holzstücken - mehr Kompost wie Bild und oben drauf, auf einer roten Bank sitzend ein schwarzer Mann. Wir wohnen nun schon seit rund 33 Jahren an der Brauerstrasse. Ich denke immer, dass ich alle Wege im Umkreis von 10 Kilometern kenne und trotzdem gibt es immer wieder überraschende Momente. 

Samstag 23. Januar: zusammen mit Monika suche ich heute alle Multiples und Auflagenobjekte, die seit 1985 im Vexer Verlag erschienen sind. Auspacken, zählen, kontrollieren und staunen. 

Freitag 22. Januar: Ich versuche seit einiger Zeit mein Kunst- und Bücherlager zu optimieren. Das ist eine sehr vielschichtige Arbeit. Bei jeder Schachtel die ich öffne werden Erinnerungen wach und es stellen sich immer wieder neue Fragen. Das Ganze ist wie ein Ozean. Je tiefer ich eintauche, je mehr entdecke ich in diesem Kulturmeer. Verlorengeglaubte Schätze, unbekannte Manuskripte, Briefe aus längst vergangenen Zeiten, ungelesene Bücher, Liebesbezeugungen, Beschwhrungen, Anfragen, bekannte Manuskripte, Mäusespuren, vergilbte Zeitungsartikel, Pissflecken von Mardern und grosse Mengen von verschwommenen Erinnerungen.  

Donnerstag 21. Januar: Diese Woche habe ich sehr viel telefoniert mit Kolleginnen und Kollegen von Visarte aus der ganzen Schweiz, um die Stimmungslage an der Basis zu spüren. Die Isolation und der totale Stillstand im Ausstellungsbetrieb macht allen sehr zu schaffen. 

Sonntag 17. Januar: Monika und ich waren den ganzen Tag sehr beschäftigt und haben ganz vergessen, dass Corinne Schatz und Guido von Stürler um 17 Uhr vorbei kommen. Wir haben eine schöne Arbeit von Guido gekauft. Ein sehr schönes Stillleben für unsere Küche. Wir haben die Arbeit montiert und dann in aller Eile ein wunderbares Nachtessen gekocht. Ein schönes Werk, ein gutes Mal und spannende Gespräche.

Samstag 16. Januar: Gisa Frank hat mich angefragt, ob ich in der Grabenhalle eine 10 minütige Performance machen würde. Das Projekt heisst "Anwesenheit" und dauert den ganzen Nachmittag. Alle Teilnehmenden haben 2 x 2 Meter Platz und können 10 Minuten performen ohne Publikum. Ich habe einen kleinen Klappstuhl, und ein Skizzenbuch mitgenommen. Auf meiner rechten Seite modellierte eine junge Kunststudentin mit Ton und rechts von mir schrieb eine erfahrene Performerin Fragen auf kleine Zettel. Ich hielt die Aktionen fest mit schnellen Skizzen. Das ganze wurde von einer Film-Equippe dokumentiert. Das Ganze hatte etwas geheimnisvolles, gespenstisches. Ein Kommen aus der Einsamkeit und ein Zurückgehen in die Isolation. 

Donnerstag 14. Januar: heute Morgen war der Rücktransport meiner Werke aus der Ausstellung im Kunstmuseum Olten angesagt. Der extreme Schneefall hat alles verzögert aber es hat dann am Mittag doch noch geklappt. 

Im Moment habe ich viele Telefongespräche, virtuelle Sitzungen und Konferenzen. Corona überall...

Mittwoch 13. Januar: Die Buchhalterin Sandra hat unsere Zahlen systemisch geordnet und eine wohltuende Ordnung geschaffen. Die geschaffene Transparenz hat zum Glück einen beruhigenden Effekt. Am Nachmittag hatte ich eine spannende Diskussion über den Bildschirm. Zum Thema Transformationsprojekte...

Sonntag 10. Januar: Am Nachmittag haben wir einen wunderbaren Spaziergang durch die verschneite Landschaft gemacht. Wir wohnen nun seit mehr als 30 Jahren an der Brauerstrasse in St. Gallen und trotzdem gibt es immer wieder Entdeckungen zu machen in der nächsten Umgebung. Wir sind der Sonne entgegenspaziert auf einem für uns unbekannten Weg durch den Wald. Auf der Notkersegg spielten Kinder im Wald oder besser gesagt die Kinder wurden von einem autoritären Herrscher in einem blauen Umhang schikaniert und herumkommandiert. Wer Widerspruch leistete wurde zu einer sportlichen Strafe verurteilt. Die Kinder sagten sie seien "Jungschärler". Das passt. Sie wurden wie Schafe herum kommandiert und hatten erstaunlicher Weise grossen Spass daran. 

Samstag 9. Januar: Monika hat in den letzten Jahren ein riesiges Archiv meiner Fotos angelegt. Im Moment durchsucht und ordnet sie alles neu. Ich freue mich darauf bald alles in Ruhe anschauen zu können. Mir wird immer mehr bewusst, dass künstlerisches Tun auch eine disziplinierte Aufarbeitung und ein konsequentes Ordnen bedingt. Monika ist für mich ein absoluter Glücksfall. Sie ist aber nicht nur eine konsequente Archivarin sondern auch eine unbequeme Kritikerin, die mein künstlerisches Tun in allen Belangen hinterfragt. Eigentlich müsste ich mich nicht mehr Josef Felix sondern Monika Felix Müller nennen. (Mal sehen was Monika dazu meint!) Zu meiner künstlerischen Ehrenrettung kann ich aber sagen - malen kann sie nicht.

7. Januar 2021: Heute ist meine erste Rente eingetroffen. Als AHV Bezüger bekomme ich nun mein bedingungsloses Grundeinkommen. Ein spezielles und nachhaltiges Erlebnis. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Moment so viel auslösen wird bei mir. Mit viel Glück beginnt nun mein letzter Lebensarbeitszeitraum. Nach dem Neujahr gelten für mich neue Regeln. Keinen Alkohol, noch bewusster leben und das letzte Lebensdrittel bedingungslos und nüchtern geniessen. (wenn es dann wirklich noch ein Drittel wird) Ich wollte immer mindestens so alt werden wie Ferdinand Gehr. Er ist 1996 als hundertjähriger in Altstätten gestorben. Vieleicht müsste ich endlich anfangen Engel zu malen um das zu erreichen. Ob das funktionieren würde weiss ich nicht. Eine Heerschar von Engeln müsste zur Zeit dringend nach Amerika geschickt werden um endlich Trump und seine radikalisierten Anhänger zu stoppen. Was da abgeht ist eine riesige Katastrophe und eine grosse Gefahr für die Demokratie, für die Kultur und für den Weltfrieden. Ich denke, dass dieser antidemokratische Virus noch viel schlimmere Folgen haben wird wie Corona. 

Bei mir stehen in diesem Jahr grosse Vorhaben im Raum. Ich möchte den Vexer Verlag, den ich 1985 gründete und den ich heute als eines meiner grössten künstlerischen Projekte verstehe fit machen für die Zukunft. Seit rund fünf Jahren arbeitet meine Tochter Vera in Berlin mit grossem Einsatz und künstlerischer Kompetenz an diesem Projekt mit. Wir müssen nun gemeinsam eine Form entwickeln, um diese "Skulptur" zu festigen und auf dem bestehenden Fundament Neues entstehen zu lassen.

Wir arbeiten seit dem letzten Sommer an einem digitalen Archiv des Vexer Verlags. Das grosse Vorhaben wird von vielen Stiftungen unterstützt.